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Mabuhay Trekking zu den Ganges-Quellen (Indien) 01.10. - 21.10.2005 (ND 01 / 08.11.2005)

Flughafen Genf Cointrin, 19. Juli 2005: nach dem unbeständigen Wetter der letzten Wochen, bin ich für den heutigen Flug über die Alpen zuversichtlich einen Prachtstag zu erwischen. Leider wird daraus wieder nichts! Was für ein Scheißsommer das doch nur ist! Vorerst bin ich allerdings über andere Sachen besorgt: mein Gepäck. Zum Glück hat mir Fridu vor einigen Wochen schon mal eine Tasche mit meiner Trekkingsausrüstung, einer Fonduepackung und einem Dutzend Tuben Dijon-Senf nach Thailand mitgenommen. Merci no mau, gäu! Aber auch so dürfte mein Gepäck noch immer weit über 20 Kilos wiegen. Allein mein Handgepäck ist etwa 15 Kilos! Als ich die drei Gepäckstücke auf die Waage des Kuwait Airways Check-in Schalters lege, zeigt der Zeiger 34 Kilos an! Aua, wenn das nur gut geht. Ich bin aufs Schlimmste gefasst. Für solche Fälle habe ich jedoch eine Notlösung bereit. Sollte es Probleme geben, würde ich meine schwere Fototasche aus dem Rucksack auspacken und als zusätzliches Handgepäck mitnehmen. Zu meiner Verblüffung muss ich nichts auspacken! Als Mitglied des Oasis Club (Meilenkarte der Kuwait Airways) darf ich einige Kilos mehr einchecken. Dies ist meine Rettung! Alle 34 Kilos werden diskussionslos akzeptiert.

Alte Destinationen

So stehe ich für neue Destinationen bereit. Für das Trekking zu den Ganges-Quellen ist es jedoch noch viel zu früh. So geht die Reise vorerst zu „alten“ Destinationen, nach Thailand und den Philippinen. Obwohl der Himmel stark bewölkt ist, hoffe ich dennoch den Mont Blanc (4807 m) fotografieren zu können. Mit dem gewünschten Fensterplatz auf der rechten Seite hat es schon mal geklappt. Um 13.25 Uhr hebt der aus Chicago kommende Airbus A-340 ab. Bei den bisherigen Starts mit der Kuwait, sind wir jeweils nach einer grossen Linksschleife über den Genfer See Richtung Mailand geflogen. Diesmal scheint alles anders zu sein. Ich kann durch mein Fenster in alle Richtungen spähen wie ich will, von einem See ist weit und breit nichts zu sehen! Wohin fliegen wir denn eigentlich? Nach einer Viertelstunde meldet sich der Flugkapitän. „Ladies and Gentlemen, on your left side you can see Mont Blanc“! Jetzt ist mir alles klar. Wir umgehen die Alpen auf der Westseite. Die haben mich nun aber schön „versekelt“! Alle Fensterplätze links mit Sicht auf die Berge sind besetzt. Ich muss mich mit dem kleinen Guckloch durch die Notfalltüre begnügen um einen Ausblick zu erhaschen. Von den Alpen ist nicht viel zu sehen. Ein einziger grosser Berg überragt die Wolken. Das wird er wohl sein, der Mont Blanc.


Der Mont-Blanc (4807 m)

Auf meinem Sitzplatz zurück, kann ich kurz darauf die Po-Ebene erkennen. Wenige Minuten später erreichen wir die Adria-Küste. Wir überfliegen Italien Richtung Süden. Um 16.00 Uhr, nach 2 ½ Stunden, haben wir bereits 1’822 Kilometer zurückgelegt. Bis Kuwait sind es noch deren 2'376. Wir haben gerade die Insel Milos passiert. Santorini liegt rechts vor uns. Wir überfliegen den Nordzipfel von Rhodos. Wahnsinnig wie zügig man doch mit dem Flugzeug vorwärts kommt! Um 16.39 Uhr überfliegen wir Zypern. Zwei Minuten später ist rechts die Stadt Larnaca zu erkennen. Es gibt Z’Vieri: ein Brötli, dazu Camembert, Floralp Butter, ein Cailler Schoggistängeli und ein Mövenpick Eiskremchübeli! Überraschend was? Um 17.01 sind wir über der Küste von Libanon. Die Berge sind diesmal nicht mit Schnee bedeckt. Wir sind über der Wüste von Saudi-Arabien. Wie heiss wird es wohl dort unten sein? Hier oben soll – 43° Celsius herrschen. Die Nacht bricht schnell herein. Binnen weniger Minuten ist es stock dunkel. Um 18.51 landen wir in Kuwait. Vier Stunden Aufenthalt.


Über Saudi-Arabien

Für den Weiterflug nach Bangkok und Djakarta hat sich eine Schar von jungen, zierlichen, alle mit dem Tschador bekleideten Indonesierinnen vor dem Gate versammelt. Um 22.57 Uhr geht es mit einer neuen Maschine, auch ein A-340, weiter. Langsam habe ich Hunger. Es dauert unendlich lange bis es nach einer Stunde endlich etwas zu essen gibt. Das Menü: Lamb Biryani oder Chicken vegetable mit Pilaf Reis. Langsam wäre es auch an der Zeit etwas zu schlafen. Vom letztjährigen Schauspiel des Sonnenaufgangs begeistert, öffne ich regelmässig die Fensterverdunkelungen um diesen Moment auch diesmal nicht zu verpassen. Um 01.46 ist es soweit: ein oranger Streifen am Horizont kündet den neuen Tag an. Es vergehen 21 Minuten bis die Sonne über der Wolkenbank aufgeht. Wir haben soeben Indien erreicht. Zwei Welsche in der Reihe hinter mir glauben den Mount Everest zu erkennen! Es sind aber nur Wolkengebilde die aussehen wie Berge. Tja, um den Everest zu sehen müsste man dann schon etwas näher an der Himalaja-Kette vorbeifliegen. Doch lassen wir Ihnen die Freude. Um 04.34 Uhr gibt es das Frühstück. Zur Landung in Bangkok ist es nun nicht mehr weit. 05.50 Uhr setzt die Maschine auf. Vor 26 Stunden bin ich in Biel aufgestanden. Langsam wird es Zeit die Uhr umzustellen, hier ist nämlich schon 10.50 Uhr. Obwohl ich nur wenig geschlafen habe, gibt es keine Zeit zur Erholung. Gleich nach der Ankunft muss ich mich auf dem Office der Kuwait um den Weiterflug nach Manila kümmern und sonst noch vieles erledigen…


Bild links: 01.46 Uhr, ein neuer Tag beginnt! - Bild rechts: 02.07 Uhr, Sonnenaufgang

Philippinen: wie soll das so weitergehen?

Der Aufenthalt in Thailand ist von kurzer Dauer. Sechs Tage später bin ich bereits wieder unterwegs, in die Philippinen. Die Philippinen sind für mich als regelmässiger Himalajabesucher gar nicht günstig gelegen. Thailand wäre von der Lage her wesentlich idealer. Aber eben, man lebt halt immer dort wo man seine Freundin hat! Heute beginnt in Manila gegen Präsidentin Arroyo und Vize-Präsident Noli de Castro ein Amtsenthebungsvefahren wegen Wahlbetrugs! Letzte Woche gab es deswegen grosse Demonstrationen. Auch heute soll die Opposition in der Stadt wieder Kundgebungen angekündigt haben. Ich bin daher schon mal darauf gefasst im Verkehr stecken zu bleiben. Seit meiner Abreise vor vier Monaten ist im Lande der 7000 Inseln wieder allerlei passiert. Diese Preiserhöhung auf dem Weltmarkt für das Barrel Öl verursacht der Regierung grosse Probleme. Jede Erhöhung um einen US $ kostet dem Lande, das praktisch sämtliches Erdöl importiert, jedes Mal 126 Millionen US $ Mehrausgaben! Diese Entwicklung zieht andere Erhöhungen mit. Das Gas stieg seit September 2003 um 46%, die Jeepney-Preise seit September 2004 um 36%, die Flugpreise um 25%, der Strom um 49%, das Wasser um 34%, auch der Reis und Nudelsuppen (die Nahrung des armen Mannes) zwischen 10-20%. Wie soll das nur weitergehen? Politisch sieht es ebenfalls prekär aus. Frau Arroyo wird nun sogar vorgeworfen einen Wahlaufseher mit Geld bestochen zu haben. Dieser ist seither spurlos verschwunden. Auch die Familie der Präsidentin steht im Mittelpunkt von Skandalen: Ehemann Arroyo der sich angeblich seine Taschen mit Jueteng-Schutzgelder (Jueteng = verbotene Zahlenlotterie) gefüllt haben soll, lebt mit einem seiner Söhne und einem Schwager im Exil in den USA. Tja, mit den Philippinen geht es bergab und es ist keine Besserung in Sicht. Noch vor einigen Jahren zählte der Inselstaat zu den asiatischen Tigerstaaten. Inzwischen sind die Philippinen die grossen Verlierer Asiens. Um die Bevölkerung zu ernähren muss heute sogar Reis aus Vietnam importiert werden. Immer mehr werden daher Stimmen laut, dass die Philippinen einen neuen „Marcos“ bräuchten um das Land vor dem Zerfall zu retten.
Der dreistündige Flug ist ereignislos. Wir fliegen die ganze Strecke über einer Wolkendecke. In einem weiten Bogen überfliegen wir die grosse Laguna. Manila liegt unter dunklen Wolken. Die Landung klappt tadellos. Mabuhay! Willkommen zurück. Demonstrationen gibt es keine, es herrscht einzig das übliche Verkehrschaos. Einmal ausserhalb der Stadt, geht es auf dem endlich fertig erstellten Highway zügig voran.


Mein neues "Zu Hause" im Jasmin (Nähe Friendship Gate)

Letzte Vorbereitungen

Die zwei Monate in den Philippinen sind im Nu vorüber. Ich bin wieder in Bangkok zurück um Trekkingskollege, Reto, am Flughafen abzuholen. Eigentlich hätte dieser auf dem neuen Flughafen „Suvarnabhumi“ landen sollen. Die Eröffnung musste jedoch aufgrund von Verzögerungen in der Fertigstellung der Anlage auf Mitte des nächsten Jahres verschoben werden. Wir benützen die verbleiben zwei Tage bis zum Abflug nach New-Delhi um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Etwas Trockenfleisch, Salami und Schokolade kann man auf einem Trekking immer gut gebrauchen. Auch die Fotoausrüstung muss durchdacht sein, in den Bergen wird es vermutlich keine Möglichkeit geben den Akku der Digitalkamera aufladen zu können.
Für Reto ist es die erste Reise nach Indien. Vorsorglicherweise habe ich ihn schon ein wenig auf die indischen Verhältnisse vorbereitet. Für viele Traveller ist Indien ein Kulturschock. Was unser Trekking anbelangt, müssen wir uns schon mal keine Sorgen machen. Unsere Reiseagentur hat alles organisiert, das einzige was wir selber auf dieser Tour machen müssen, ist zu marschieren!
Unser Flug mit einem Airbus A 777-300 der Thai International startet um 20.20 Uhr. Ein letztes Mal geniessen wir den servierten Thai-Food, wer weiss wie wir in den nächsten drei Wochen punkto Essen leiden werden müssen! Pünktlich landen wir nach 3 Std und 28 Minuten auf dem Indira Ghandi International Airport. Am Ausgang der Zollkontrolle werden die ankommenden Passagiere von einem Meer von Leuten empfangen. Alle schwenken Tafeln mit Namen in die Höhe. Vor lauter Tafeln weiss man gar nicht wo hinschauen. Auch für uns sollte eine dabei sein. Vier Augen sehen bekanntlich besser, so konzentriere ich mich auf den Schilderwald links, während Reto das gleiche rechts tut. Da! „Mr. W. Blaser“. Wir werden zum Taxi geführt. Wie eine Horde wilder Hunde stürzen sich die Träger auf unser Gepäck. Alles abwinken ist nutzlos. Backshisch (Trinkgeld) werden sie keines erhalten, wir hätten ja auch nicht einmal eine Rupie in der Tasche. Die Fahrt in die Innenstadt dauert eine Ewigkeit. Obwohl wir vor wenigen Minuten in einer 13-Millionenstadt gelandet sind, habe ich den Eindruck mich irgendwo mitten im „Kakao“ auf dem Lande zu befinden. Um 01.00 Uhr sind wir endlich im Hotel angekommen.


Situationsplan unserer Reise

Stadtrundfahrt

Bereits um 10.00 Uhr werden wir zur Stadtrundfahrt abgeholt. Auf so geführte Touren könnte ich gut und ganz verzichten. Im Prinzip interessiert mich hier nur den Ort wo Mahatma Gandhi am 30. Januar 1948 von einem fanatischen Hindu ermordet wurde sowie seine Einäscherungsstätte am Ufer des Yamuna-Flusses. Da die Tour aber schon mal im Preis inbegriffen ist und für Reto alles neu ist, starten wir. Schon beim ersten Halt bei der Jama Mashid Moschee gibt es für mich das erste Ärgernis. Ich soll beim Eingang für meine Digitalkamera 150 Rupien bezahlen! Ich bin auch nicht damit einverstanden, dass ausländische Touristen einen überteuren Eintritt ins Red Fort zu bezahlen haben. Wir Touristen sind keine „Milchkühe“. Ein Aufruf an die Touristen solche Praktiken zu boykottieren ist wohl sinnlos, aus Prinzipgründen mache ich so was einfach nicht mit. Auch für den Eintritt des Qutab Minar, einer 73 m hohen Siegessäule, welche die islamische Herrschaft über die Stadt nach dem Sieg 1193 über die Hindus symbolisiert, wird dem Touristen 5 US $ „abgezwackt“. Eine Frechheit. Wenn diese es aber bezahlen, sind sie selber blöd. Unser Reiseführer wird daher wohl froh gewesen sein als ich ihm vorschlage uns am Nachmittag beim McDonald am Connaught Place abzusetzen. Ich kenne mich in Delhi ja ein kleinwenig aus und finde es viel reizvoller die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Ich möchte Reto lieber eine andere Sehenswürdigkeiten zeigen, keine Moschee, kein Tempel, sondern die Konditorei Wenger’s mit ihren Apfelstrudel und Schwarzwäldertorten! Was so was bedeutet kann man jedoch erst verstehen, wenn man längere Zeit in Indien unterwegs war.

Sightseeing in New-Delhi


Red Fort


Gate of India: Denkmal an die 70'000 indischen Soldaten die im 1. Weltkrieg umgekommen sind


Links: An dieser Stelle wurde Mahatma Gandhi am 30. Januar 1948 von einem fanatischen Hindu ermordet - Mitte: Lotus Tempel - Rechts: Qutab Minar Säule


Connaugth Place


Der "Blick" ist dabei!


Eine der Sehenswürdigkeiten Delhis: Wenger's Pastry!

Anreise

Mit dem Shatabdi-Express (einfachheitshalber nennen wir ihn Chapati-Express) nach Haridwar beginnt unsere Anreise zu den Ganges-Quellen. Wir müssen schon früh aufstehen. Der Zug fährt um 06.55 Uhr. Im Gegensatz zur SBB, fahren die Züge in Indien pünktlich ab. Wir haben die Plätze 29 und 30 im Abteil C 3. Beim Eingang jedes Wagens sind Computerlisten mit den Passagiernamen auf den jeweiligen Sitzen angeschlagen. Ich wundere mich weshalb man bei Ticketreservationen immer das genaue Geburtsdatum angeben muss. Dies hat ein einfacher Grund: damit wird nämlich verhindert, dass Reisebüros Sitzplätze aufkaufen und diese bei grossem Andrang dann zum Mehrfachen des Preises verkaufen. Die Fahrt geht über Meerut, Muzzafangar, Saharanpur Richtung Norden. Nach vier Stunden erreichen wir Haridwar.


New Delhi Railway Station


New Delhi - Haridwar: der Shatabdi (Chapati) - Express


Halt in Saharanpur

Wir werden von unserem Guide, Mr. Sandesh Singh, abgeholt. Auf der Fahrt ins Hotel kommen wir erstmals so richtig in indische Verhältnisse: ein fürchterliches Chaos von Menschen, heiligen Kühen, Rikschas, Ochsenkarren, stinkenden und hupenden Autos, Lastwagen und Bussen. Mensch! in was für einem Hotel werden wir wohl hier absteigen? Die Überraschung ist perfekt. Unser Hotel, Khanna Palace, ist ein kleiner Palast. Nun haben wir aber Hunger. Die Menükarte des Restaurants ist umfangreich, ausser Coca-Cola, Plain rice und Chapati ist mir alles unbekannt. Zum Spass bestelle ich zwei Buffalo-Steak! Der Kellner schaut mich darauf hin mit grossen Augen fassungslos an und antwortet „Sir, no possible“. Klar, wir sind ja im Lande der heiligen Kühe. Glückliche Kühe! Für die meisten westlichen Menschen ist so was undenkbar, unverständlich, ja idiotisch. Kühe zu verehren! Aber weshalb nicht? Ist es denn nicht gleich idiotisch Kühe zu schlachten um sie zu „fressen“? Wir erfahren, dass es in Haridwar und Umgebung überhaupt kein Fleisch gegessen wird, nicht einmal Poulet, 100% vegetarisch! Oh herje! Na ja, damit wird unsere Gewichtsabnahme sicherlich zusätzlich gefördert.


Haridwar: Unser Hotel (Bild rechts)

 

Teilsonnenfinsternis

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Haridwar zählt für Hindus zu einer der sieben heiligen Städte Nordindiens. Die Pilger kommen hierher vor allem um sich im Ganges durch rituelle Waschungen von ihren Sünden zu befreien. Ein Benares/Varanasi in Kleinformat. Als wir beim Haupt-Gaht (Gaht = Treppe) ankommen ist schon allerhand los. Beim Har-ki Pauri Ghat, der heiligsten Badestelle, hat sich einige riesige Menschenmenge angesammelt. Heute ist nämlich ein ganz spezieller Tag. Am späteren Nachmittag soll eine Teilsonnenfinsternis stattfinden. Für jeden Hindu gehört es sich nach einem solchen Ereignis, ein rituelles Bad in den heiligen Wasser des Ganges zu nehmen. Eine ganze Weile schaue ich diesem Treiben zu. Ich mische mich unter die Leute. Für mich ist dies nichts Neues, war ich doch schon zweimal in Benares. Es ist dennoch jedes Mal eindrücklich und für unsereinen unverständlich was sich hier so abspielt. Das gleiche habe ich mich aber auch bei den TV-Übertragungen anlässlich der neuen Papst-Wahl diesen Frühling im Vatikan empfunden. Mit dem Unterschied, dass ich damals richtiggehend schockiert war, wie angeblich gebildete Leute einen solchen „Schabernack“ glauben und mitmachen.


Pilger beim Baden im heiligen Wasser des Ganges

Berg und Talfahrt

Nach diesem eindrücklichen Erlebnis starten wir mit Privatwagen zur ersten Etappe nach Uttar Kashi. Wir folgen damit den Spuren zweier Schweizer Himalaja Expeditionen die 1939 und 1947 zahlreiche Erstbesteigungen im Garhwal-Himal vollbrachten. Heute ist das Reisen wesentlich einfacher geworden. Benötigen die Bergsteiger 1939 von Mussorie nach Uttar Kashi noch sechs Marschtage, legt man die gleiche Strecke heute in 5-6 Stunden zurück. Mit dem Auto ist es wesentlich komfortabler als mit dem Bus. Der grosse Vorteil ist, man kann überall und jederzeit zum fotografieren und zum „mutari“ (pinkeln) anhalten. Zudem kann man so die oft stundenlangen Wartezeiten in den Busbahnhöfen umgehen. Durch die aggressive Fahrt und die gewagten Überholmanöver haben wir schon nach den ersten Kilometern Angstzustände. Ich sitze zum Glück auf der linken Seite, Reto jedoch zuckt bei jedem Kreuzem mit einem Lastwagen zusammen. Unser Fahrer ist wohl ein „kleiner“ Kartikayan (indischer Formel-1 Fahrer). Wir erreichen Rishikesh (324 m), früher vor allem von Rucksacktouristen sehr bekannt. Hier beginnen die Berge, vorerst Hügel. Wir sind noch keine Stunde unterwegs, da versperrt uns ein Erdrutsch die Weiterfahrt. In Chamba (1524 m) halten wir bei einer Reparaturwerkstätte an. Seit unserer Abfahrt in Haridwar stinkt es im Innern des Wagens nach Benzin. Solche Stopps sind eine willkommene Gelegenheit sich ein wenig umzusehen. Ich lasse mir erklären wie die Fladenbrote „Roti“ gebacken werden. Bei Tehri erreichen wir ein schönes, breites Tal. Sandesh erklärt uns, dass umweit von hier ein grosser Staudamm gebaut wird und das ganze Tal in einigen Jahren überflutet sein wird. 100'000 Menschen sollen dadurch direkt betroffen sein. Während der ganzen Weiterfahrt folgen wir dem Bhagirati-Fluss der bei Gaumukh entspringt und als Ganges-Quelle bezeichnet wird. Den Namen Ganges erhält er jedoch erst viel weiter unten, beim Zusammenfluss des Baghirati und des Alaknanda in Devprayag.


Links: Route nach Gangotri - Rechts. Route nach Badrinath


Wir sind noch keine Stunde unterwegs, da versperrt uns ein Erdrutsch den Weg...

Unser Halt in Chamba


So wird das Fladenbrot "Roti" gebacken (Bild rechts)

Grosse Tafeln mit Aufschriften wie „This is a higway not a runway" oder "No hurry - no worry" mahnen die Fahrer vorsichtig zu sein. Ob es etwas nützt? Vor einer unübersichtlichen Kurve wird nicht etwas der Fuss vom Gaspedal genommen, nein es wird gehupt und mit Vollgas durchgezogen. „Horn please“ ist auch am Heck aller Lastwagen und Bussen angeschrieben. Um zu überholen hupt der Fahrer so lange bis die Fahrt freigegeben wird. So geht es die ganze Strecke. Am frühen Nachmittag sind wir in Uttar Kashi. Wir suchen unsere lokale Trekking-Agentur auf um unseren Koch und die Träger zu treffen. Der Proviant sowie die Küchen- und Zeltausrüstung wird von hier mitgenommen. Wir müssen auch noch Isoliermatten und Schlafsäcke und für Reto eine Daunenjacke besorgen. Den verbleibenden Nachmittag schlendern wir durch die Stadt. Auf dem grossen Platz wird gerade ein Kricket-Match abgehalten. Wir finden sogar ein funktionierendes Internet vor. Internationale Telefongespräche können beinahe an jeder Strassenecke gemacht werden und erst noch „dreck“ billig. Erstaunliches Indien!

Freier Nachmittag in Uttar Kashi


Unsere Trekking-Agentur


Unsere Route zur Gangesquelle

Durch „Moschtindien“ nach Gangotri

Für die Weiterfahrt nach Gangotri (3048 m) steht uns ein Vierradantrieb Fahrzeug Marke TATA zur Verfügung. Die Strasse, die so genannte Border Road, führt zum Teil über recht spektakuläre Passagen. Überall wird an der Strasse gebaut. Vor Sukhi Top (2651 m) steigt die Strasse steil an. Wir fahren durch Äpfel- und Birnbaumplantangen. Das wird wohl „Moschtindien“ sein! Auf dem Markt in Harsil wird das Kilo Äpfel, je nach Qualität, zwischen 10 und 20 Rupien verkauft. Wir passieren das Dorf Bhairon Ghati. Ein bedeutungsloses Dorf, wenn nicht der bekannte und später berühmt gewordene Bergsteiger Heinrich Harrer bei Ausbruch des 2. Weltkrieges von hier aus durch das Jat Ganga Tal hinauf nach Tibet geflüchtet wäre. Am frühen Nachmittag treffen wir in Gangotri ein. Die Strasse endet hier. Ab hier muss gelaufen werden. Morgen gilt es Ernst. Die erste Etappe nach Bhojbasa beträgt 14 Kilometer! Ich bin gespannt wie sich mein Gewichtsverlust und mein Training (seit diesem Sommer kann ich nach fünf Jahren erstmals wieder Joggen) auswirken wird.


Markt in Harsil (Moschtindien)

In Gangotri treffen wir auf zahlreiche ausländische Touristen. „Gora“ werden diese genannt. Die ersten Schneeberge leuchten in der Ferne. Die schöne weisse Pyramide ist der Sudarshan (6567 m). Wir begeben uns zum Ufer des Flusses hinunter. Sandesh tröpfelt mir schon mal heiliges Ganges-Wasser auf den Kopf. Dies soll Glück bringen. Der Gangotri-Tempel ist das Ziel aller Pilger und Sadhus (Bettelmönche), auch Babas genannt. Diese versuchen durch ständige Büsse und asketischem Lebensstil Erleuchtung zu erhalten. Sandesh führt uns zu einer Höhle in welchem ein Baba wohnt. Es ist „Vashnav“, ein Anhänger vom Gott Vishnu. Es gibt auch Anhänger von Gott Shiva (Shav). Die beiden Religionsgemeinschaften sind leicht an ihrem äusserlichen zu erkennen. Anhänger von Shiva haben Bärte und lange Haare, meistens tragen sie auch den Dreizack mit sich.


Gangotri (3048 m)


Zu Besuch beim einem Baba

Surya Kund heisst die Stelle an der sich der Fluss über einen Felsen hinab stürzt. Hier soll der Ganges, laut der hinduistischen Mythologie, entsprungen sein. Vor vielen Tausend Jahren, zu einer Zeit als die Erde trocken und unbewohnbar war, soll König Baghirati hier meditiert haben. Shiva sah dies und gewährte ihm einen Wunsch. Dieser erbat sich die Niederkunft des himmlischen Flusses Ganga, damit die Erde fruchtbar und ertragsreich werde. Die Wucht der gewaltigen Wassermassen des vom Himmel stürzenden Ganga drohten aber alles Leben auf der Erde zu vernichten. Shiva bändigte die Macht, indem er die herabstürzenden Wassermassen mit seinem Kopf auffing und die Kraft des Wassers durch sein aufgetürmtes Haar dämpfte. An Gewalt verloren, strömte des Ganges sanft vom Himalaja in die indische Ebene herab.


Surya Kund

1. Etappe: Gangotri (3048 m) – Bhojbasa (3792 m)

Um 07.30 Uhr marschieren wir los. Beim gestrigen Packen gab’s noch kurz eine kleine Aufregung als sich herausstellte, dass wir keinen Träger für unsere Rucksäcke hatten. Wohl ein Missverständnis, denn nie war die Rede davon, dass wir diese selber tragen würden. Der Weg führt durch einen schönen Wald von Pinien, Birken und Himalaja Zedern. Der Eintritt in den Gangotri Nationalpark ist gebührenpflichtig. Für die ersten drei Tage 40 Rupien für Inder, 150 Rupien für Ausländer. Für das Campieren mit einem kleinen Zelt wird 50 Rupien pro Tag verlangt. Das Fotografieren ist gratis für kleine, gewöhnliche Kameras. Als der Beamte meine Kamera mit aufgebautem 135erZoom mit Konverter erblickt, taxiert er mich als „Professional“ und knöpft mir 150 Rupien pro Tag ab. Als Revanche geben wir ihm statt den fünf Tagen Aufenthalt im Park, nur deren drei an. Der Weg ist schön und breit, leicht ansteigend. Lästig ist die Sonne die uns den ganzen Vormittag blendet. Wir begegnen zahlreichen Eselskarawanen. Mit diesen ist Vorsicht zu geniessen, vor allem bei engen Passagen. Von meinen Trekkings in Nepal habe ich gelernt beim Kreuzen von Eseln immer auf der Bergseite zu stehen. Es sind auch zahlreiche indische Touristen unterwegs. Man begrüsst sich mit „Namaste“ und tauscht einige Worte aus. Es gibt einen ersten kleinen Bach zu überschreiten. Zwei wackelnde Holzlatten führen darüber. Von hier eröffnet sich ein schöner Blick auf den Matri Peak (6721 m). Auf der rechten Seite leuchtet der Manda Peak (6511 m). Nach gemütlichem, dennoch zügigem Marsch erreichen wir nach 3 ½ Stunden einen kleinen Wald von Pinien. Wir sind in Chiribasa (Chiri = Pinien, Basa = Ort wo Leute wohnen). Bei einem Teehaus machen wir Halt. Ein „Black Tee“ oder „Tato Tschai“ mit „Crack Jack“ Buiskuits wird gut tun. Während wir uns Verpflegen trifft eine Eselkarawane mit indischen Touristen ein. Es herrscht grosses Gelächter. Einer der Esel hat soeben eine etwas korpulente Frau abgeworfen und rennt dem Grautier hintennach! Tja, Esel sind manchmal keine Esel! Durch die nachmittägliche Sonneinstrahlung erleuchtet das Massiv des Baghirati immer schöner. Der Gipfel stets im Blickfeld, wirkt auf mich wie Doping. Sobald ich einen Berg vor mir sehe, löst dies in mir scheinbar Energien frei. Die letzte halbe Stunde vor Bhojbasa führt entlang stark erodierter Hänge. Ich hänge etwa zwanzig Meter hinter Sandesh und Reto zurück, als sich plötzlich kleine Steine lösen. Geistesgegenwärtig ruft mir Sandesh zu „Go back, go back!“ Sekunden später donnert ein Felsbrocken herunter. Sandesh und Reto behaupten dieser hätte mich voll getroffen, wäre ich dort stehen geblieben….Dann wäre wohl dieser Bericht hier zu Ende!


Eingang zum Gangotri National Park


Sudarshan (6567 m)


Begegnungen


Der Weg nach Chiribasa


Bild links: Matri Peak (6721 m) - Bild mitte: Manda Peak (6511 m) - Bild rechts: Baghirati II (6512 m)


Unser Zeltlager in Bhojbasa - Bild rechts: v.l.n.r Baghirati II (6512 m), Baghirati IV, Baghirati III (6454 m), Baghirati I (6856 m)

2. Etappe: Bhojbasa (3792 m) – Tapovan (4400 m)

Die erste Nacht im Zelt ist hinter uns. Zum Glück haben wir gute Schlafsäcke, denn es gibt nichts Schlimmeres als zu frieren. Der Tee wird ins Zelt serviert. Auf diesen Höhen ist es schon merklich kalt und wir kriechen erst aus dem Zelt als die Sonnenstrahlen uns erwärmen. Das Wetter ist weiterhin fantastisch. Nach Gaumukh, wo das Wasser aus dem Gletscher fliesst, sind es vier Kilometer. Der Weg ist nun steiniger, die Vegetation wesentlicher karger. Bergdolen und kleine okerfarbige Schmetterlinge sind die einzigen Lebewesen die man antrifft. Je näher wir zum Gletscher gelangen, umso besser kommt die markante Spitze des Shivlings in Sicht. Auch hier oben auf 3900 Meter gibt es noch Teehäuser. Eine Gruppe junger Touristen feilscht um den Preis einer Flasche Mineralwasser, weil diese hier 5 Rupien (13 Rappen) teurer als in Bhojbasa ist. Herrgott noch mal, wie kann man nur so geizig sein! Die Leute müssen ja das Wasser auch mit Eseln hier herauf transportieren und wollen auch noch etwas verdienen. So was können nur Israelis. Ich liege mit meiner Vermutung völlig richtig. Ob in Süd-Amerika, in Kathmandu, in Thailand, überall auf der ganzen Welt fallen diese negativ auf und dann wundern sie sich noch weshalb sie verhasst sind! Gegen Mittag sind wir in Gaumukh. Gaumukh ist Hindi und heisst „Kuhmaul“, da die Eishöhle wie ein weit aufgerissenes Maul aussieht. Wir begeben uns hinab zum Ufer und folgen dem sprudelnden Wasser zwischen Fels- und Eisbrocken noch etwas weiter hinauf. Doch Vorsicht! Zu nahe an das Kuhmaul zu gehen ist gefährlich. Jederzeit könnten tonnenschwere Eisbrocken abbrechen und in die Tiefe stürzen. Zu meiner Überraschung hat es hier oben an der Quelle mehr Goras als Pilger und Sadhus. Ich löse mein Versprechen und wasche mich im milchigfarbigen, eiskalten heiligen Wasser. Zwei weibliche Goras können es nicht lassen „oben ohne“ zu sein. Welch eine Respektlosigkeit an einem solchen Ort!


Gipfelpyramide des Shivlings

Nach diesem Waschritual wird es nun aber ernst: der Aufstieg auf den Gletscher steht bevor. Dazu hätte ich gerne meine Turnschuhe mit den Bergschuhen getauscht. Der Träger mit unseren Rucksäcken ist aber schon weiter. Sch…! Der Weg über den Schuttbedeckten Gletscher ist nun wesentlich mühsamer, zudem bekomme ich langsam die Höhe von 4000 Meter zu spüren. Wir haben genügend Zeit zur Verfügung und nehmen es gemütlich. Zeitweise geht es balancierend von Felsbrocken zu Felsbrocken, wie in einem Ballet. Wir überqueren den Gletscher auf die rechte Seite hinüber. Der schwierigste Teil beginnt hier am Rande der Moräne. Unser Ziel, die Tapovan-Wiese, liegt 200 Höhenmeter über uns. Der steile Weg wird nun immer schwieriger. Die lose Erde und die Steinschläge erleichtern das Ganze nicht. Immer mehr komme ich in Sauerstoffschuld. Ich schnaufe wie eine alte Dampflokomotive. „Salolely, salolely“ – slowly - rufen mir die Träger zu. Mein Skistock verfängt sich in den Steinen. Mehrmals reisst mich dieser so zurück. Dies macht mich wütend und ich fluche wie ein Rohrspatz. Meter um Meter kämpfe ich mich hoch. Ich blicke gar nicht mehr hinauf. Jedesmal habe ich das Gefühl gleich weit zu sein. Die letzten zwanzig Meter sind die schlimmsten. Endlich ist es geschafft. Ich bin dermassen erschöpft, ich kann die Umgebung gar nicht wahrnehmen. Das Zelt wird aufgestellt und kurz darauf verschwinde ich im Schlafsack.


Auf dem Gaumukh-Gletscher


Der steile Aufstieg zur Tapovan-Wiese

Einigermassen von den Strapazen erholt, krieche ich aus dem Zelt wieder heraus. Wau, welch ein grossartiges Panorama! Direkt vor uns die vier Gipfel des Baghirati-Massiv (6860 m) im Abendlicht, gegenüber die gigantische Granit-Pyramide des Shivlings (6540 m), der Thron des Gottes Shiva, rechts daneben der Meru (6660 m) mit seinen wild gezackten Gipfeln. Ein Traum! Die Küchenmannschaft hat ihre Küche bei einem grossen Felsen aufgestellt. Gekocht wird unter dem Felsen in einer kleinen Höhle. Eine grosse Herde von Steinböcken weidet umweit unserer Zelte. Welch himmlische Ruhe hier oben herrscht. Sobald die Sonne untergeht wird es sofort kalt. Wir sind immerhin auf 4400 m Höhe! Da gibt es nur eins: wir verschwinden im Zelt. Sandesh gesellt sich zu uns. Wir lachen über die Strapazen des Tages. Er möchte auch gerne wissen was eigentlich das Wort „verdami“ heisst, da ich dies beim Aufstieg angeblich mehrmals ausgerufen haben soll! Auch mehrere Stunden nach unserer Ankunft weist mein Puls noch immer 88 Schläge auf. Der Koch serviert das Nachtessen, Dal, Reis und Chapati, doch ausser einer Suppe, etwas Tête de moine und Rohschinken bringe ich nichts herunter.


Vom Aufstieg total "geschafft"


Die 4 Baghirati-Gipfel in der Abendsonne
Bild Mitte: Der Baghirati III ist der niedrigste der Baghirati-Gipfel, seine 1400 m hohe Nordostwand macht jedoch einen spektakulären Eindruck


Unser Kochteam


Sandesh: "What means verdami?" - Bild rechts: Zum Dessert Tête de moine

Einen Tag auf der Tapovan-Wiese

Als ich erwache ist es draussen schon hell. Reto sieht in seinem Schlafsack eingepackt wie eine Mumie aus. Ich jedoch muss raus, raus aus dem schön warmen Schlafsack will den Gipfel des Shivlings mit den ersten Sonnenstrahlen fotografieren. Ach, das hat man halt davon will man schöne Bilder knipsen. Es ist 06.25 Uhr. Die Schneekappe des Gipfels leuchtet Goldgelb im dunkelblauen Himmel. Tja, Frühaufstehen in den Bergen lohnt sich halt manchmal doch. Unser Koch ist auch schon auf. Das Wetter ist wiederum prachtvoll. Diese Nacht muss die Temperatur unter den Gefrierpunkt gefallen sein. Der kleine Bach neben unserem Zelt ist stellenweise zugefroren. Mit den ersten Sonnenstrahlen wird es sofort wärmer. Das Panorama ist wirklich sensationell. Die Baghirati-Gruppe mit seinen vier Gipfeln steht morgens im Gegenlicht, der Shivling sowie der Meru dagegen leuchten wie Diamanten im azurblauen Himmel. Der Bhagirati I wurde übrigens 1947 von einer Schweizer Expedition angegangen, doch als unbesteigbar bezeichnet. Leider herrscht am frühen Nachmittag ein starker, kalter Wind. Um 14.00 Uhr sind wir bereits wieder im Zelt. Mein Puls ist noch immer über 80. Appetit habe ich auch keinen. Nicht einmal auf das mitgebrachte Fondue! Malbuner und ein Landjäger schmecken aber himmlisch. Gegen Abend legt sich der Wind. Wir strecken die Nase wieder aus dem Zelt. Einige Wolken sind aufgekommen. Mit der Abendsonne verfärbt sich der Baghirati immer schöner. Früh ist es Nacht. Wiederum sind wir in den Schlafsäcken eingepackt. Tja, die Nächte hier oben in Tapovan sind lang, unheimlich lang.


06.25 Uhr: die ersten Sonnenstrahlen erleuchten den Shivling...


...und den Meru


Unser Zeltlager


Baghirati II


Bild links: Matri Peak (6721 m) - Bild rechts: Meru (6660 m)

Der Abstieg

Gleich dreimal musste ich diese Nacht zum Pinkeln raus. Das Wetter hält sich weiter. Nach einem Tag auf Tapovan wollen wir heute zurück nach Bhojbasa. Wir starten relativ spät, erst um 09.00 Uhr. Sandesh wählt diesmal einen anderen, leichteren Weg hinab zum Gletscher. In den Bergschuhen ist es leichter, vor allem sicherer in diesem Geröll vorwärts zu kommen. Nach 2 ½ Stunden sind wir schon wieder in Gaumukh. Auf den letzten Kilometern werde ich zusehends langsamer und muss meine Begleiter ziehen lassen. Tja, mit der Kondition steht es noch nicht zum Besten, dies kann man trainieren, mein lädiertes Fussgelenk aber hat sich trotz der mehrstündigen Belastung gut gehalten. Der gestrige Aufstieg hat mir meine Grenzen jedoch erneut klar aufgezeigt. Wir übernachten ein weiteres Mal in Bhojbasa, bevor es wieder zurück nach Gangotri geht.

Kümmel, Zucker und Zahnstocher
Wir sind zurück in Uttar Kashi. Der erste Teil unserer Reise ist beendet. Der zweite Teil, nach Auli (bekanntes Skigebiet) und nach Badrinath (wichtiger Pilgerort) unternehmen wir auf eigene Faust. Wir verpflichten Sandesh für weitere neun Tage und mieten in Uttar Kahi einen Wagen mit Fahrer für 1'400 Rupien im Tag. Bis Tehri geht die Fahrt auf der gleichen Strecke zurück. Wir halten kurz bei Old Tehri. Hier entsteht der Theri Hydropower Complex mit einer Kapazität von 2400 MV. Es soll der 5. höchste Staudamm der Welt werden. Umweltschützer sind darüber sehr besorgt, da der Damm inmitten einem stark erdbebengefährdeten Gebiet gebaut wird. Experten sagen voraus, dass zehn Millionen Menschen bei einem Bruch des Dammes sterben könnten. Old Tehri wurde bereits von einiger Zeit geräumt und sieht wie eine Geisterstadt aus. Das neue Tehri ist auf einem Bergrücken auf 1600 m verlegt worden. Ab Theri fahren wir nun ostwärts. In Srinagar (579 m), nicht zu verwechseln mit dem Srinagar in Kaschmir, treffen wir auf den Alaknanda-Fluss. Es ist Zeit zum Mittagessen. In der Zwischenzeit haben wir uns mit der indischen Küche gut angefreundet. Diese schmeckt uns sogar ausgezeichnet, vor allem das „Masala“ das wir gemeinhin als Curry bezeichnen. Ach die Gerichte mit „Paneer“, Frischkäse, schmecken ebenfalls köstlich, dazu gibt es natürlich zu jeder Mahlzeit Dalbaht, ein Linsengericht, mehr eine Sosse, Reis (Basmati-Reis, der aus der Region stammt). sowie das Fladenbrot „Chapati“ oder „Roti“. Zum Dessert, wird nach jeder Mahlzeit eine Schale mit Kümmel, Zucker und Zahnstocher serviert.


Old Tehri: hier entsteht der 5. grösste Staudamm der Welt - Bild rechts: Sandesh filling up the damm!


Srinagar: Alaknanda-Fluss

Wo sich Göttinnen treffen

Wir übernachten in Rudraprayag (610 m), ein indisches Kaff nicht ganz ohne Sehenswürdigkeiten. Von hier aus führt eine Strasse nach Kedarnath. Die Stadt ist berühmt weil hier die beiden Flüsse, Mandakini (aus Kedarnath kommend) und Alaknanda, zusammenfliessen. Jeder Fluss in Indien hat eine Göttin und wo sich zwei Göttinnen treffen ist dies ein heiliger Ort. An jedem „Prayag“ = Zusammenfluss gibt es daher einen Tempel wo gebetet wird und auch Leichen verbrannt werden. Als wir vom Tempel die Treppe zurücklaufen begegnen wir einer Kolonne von Leuten, welche eine in einem weissen Tuch eingerollte Leiche hinunter zum Zusammenfluss tragen. Sandesh erklärt uns, dass es in Indien Tradition ist Kinder bis 11- 12 Jahren zu beerdigen, Babys dagegen dem Fluss zu übergeben. Durch Aufklärung versuche die Regierung seit einigen Jahren jedoch diese Mentalität aus Umweltsüberlegungen (Wasserverschmutzung) zu ändern und zu stoppen. Auf dem Rückweg ins Hotel begegnen wir vier jungen Frauen in farbenfrohen Sahris. Wir kommen ins Gespräch. Ich möchte endlich mal wissen, wie man erkennt ob eine Frau verheiratet ist oder nicht. Alle „giggelen“ zunächst über meine Frage, doch nun ist alles klar. Allgemein wird angenommen dass es der mitten auf der Stirne aufgemalte rote Punkt  ist. Dem ist nicht ganz so. Es gibt zwei verschiedene rote Punkte: Das Bindi und das Tikka. Das Bindi wird von ledigen wie von verheirateten  als Schmuck getragen, wobei die Farbe unterschiedlich sein kann. Nach der Heirat tragen Hindu-Frauen dagegen, nebst dem roten Strich in der Haarwurzel, ein grosser roter Bindi. Oft wird dies fälschlicherweise als Tikka bezeichnet. Das Tikka hat jedoch eine ganz andere Bedeutung. Ein Tikka bekommen verheiratete wie unverheiratete Frauen meistens nach dem Gebet im Tempelals Segen. Das für das Tikka benützte Material ist auch nicht das Gleiche.


Rudraprayag ist vor allem wegen dem Zusammenfluss der Flüsse Alaknanda und Mandakini berühmt

Die Schweiz Indiens

Die Weiterfahrt ist landschaftlich wunderschön. Erneut eine Berg- und Talfahrt. Malerische Dörfer kleben abseits der Strasse an den Berghängen. Von was die Leute wohl leben? Überall wird die Strasse verbreitet und ausgebessert. Tausende von Strassenarbeitern, die meisten davon aus dem Staate Bihar (Inder aus anderen Staaten machen solche Arbeit nicht!) klopfen Steine und arbeiten teils mit sehr einfachen Mitteln. In einigen Jahren werden die Strassen in diesem Gebiet von Uttaranchal gut befahrbar sein, es sei denn, die nach jeder Regenzeit zu erwartenden Erdrutsche machen die ganzen Bemühungen wieder umsonst. Ich bin von der Bautätigkeit in diesem bergigen Gebiet unheimlich positiv überrascht. Da werden neue Brücken gebaut, Starkstromleitungen gezogen, neue Hotels erstellt, tja in diesem Indien scheint etwas zu „laufen“. In Chamoli (975 m) zweigt eine weitere Strasse hinauf nach Kedarnath ab. Etwa zwei Autostunden von hier (48 Kilometer), erreicht man Chopta (3300 m) das als „Switzerland of India“ bezeichnet wird.


Bild links: Karnaprayag - Bild rechts: Chamoli


Gopeshwar

Auli, das Skiparadies

Wir lassen diesen Abstecher aus, denn unser nächstes Ziel Joshimat hat ebenfalls grosse Ähnlichkeit mit der Schweizer Bergwelt. Die Stadt liegt an einem Hang inmitten eines Talkessels. Der „Elefantenberg“, so genannt weil seine Umrisse einem Elefanten gleichen, ist der Hausberg. Von Joshimat führt eine Gondelbahn hinauf nach Auli, welches als Skiort bekannt ist. Es ist mit 3,96 Km die längste Seilbahn Indiens. Die Talstation liegt auf 1906 Meter, die Bergstation auf 3016 Meter. Je höher wir gelangen umso mehr eröffnet sich ein grossartiges Bergpanorama auf die schneebedeckten Gipfel. Für jene Touristen die im Hotel mit Bungalows, 250 Höhenmeter unter der Bergstation gelegen, übernachten wollen, haltet die Gondelbahn beim Masten 8. Das Wetter ist leider an diesem Nachmittag nicht mehr so schön. Die Berge sind zum Teil hinter den Wolken verborgen. Vom Nanda Devi (7820 m), der berühmteste Gipfel der Region, ist gar nichts zu sehen. Dieser war bis zur Besteigung des Everest 1953, der höchste bestiegene Gipfel. Ist es mit dem schönen Wetter nun vorbei? Schade, gerade den Nanda Devi hätte ich doch noch so gerne fotografiert. Sandesh erklärt, dass die Wolken meistens am Nachmittag aufkommen, ich mir deswegen keine Sorgen machen soll. Über eine schöne Weide steigen wir ins Guest House ab. Hier wird im Winter Skigefahren! Ja, Auli ist ein bekannter Skiort. Die Anlage liegt inmitten schöner Gärten mit blühenden Cosmos und Margeriten. Es hat nicht viele Gäste. Wir sind die einzigen Ausländer. Obwohl wir uns auf 3000 Meter befinden ist es gar nicht so kalt. Die indischen Touristen dagegen sind wie im tiefsten Winter mit dicken Jacken, Kappen und Handschuhen bekleidet. Es gibt auch eine Bar! Sandesh offeriert uns eine Cola-Rhum. Dies wird uns etwas erwärmen. Skihäschen sind leider keine anzutreffen. Der Barkeeper, während der Skisaison als Ski-Instruktor tätig, serviert uns die Getränke. Wir stossen auf einen wolkenfreien Tag an.


Die Strasse nach Joshimat


Joshimath (1890 m)


Die Seilbahn hinauf nach Auli


Bild links: Masten 8, hier steigen wir aus - Bild Mitte und andere: das Tourist Rest House


Grosse Enttäuschung: Der Nanda Devi ist in den Wolken verhült


Der Skilift


und so sieht es im Winter aus...

Grandioses Panorama

Als ich um 06.00 Uhr durch die Fensterscheibe unseres Bungalows blicke ist der Himmel klar. Sandesh hatte also Recht. Die Bergspitzen erstrahlen in der aufgehenden Sonne. Der Nanda Devi! Nichts hält mich nun zurück. Ich packe die Kamera und steige den Hang zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf. Da steht er! Leider liegt er frühmorgens direkt im Gegenlicht, für Aufnahmen nicht ideal. Hoffentlich hält das Wetter bis Mittag an, mit der nachmittäglichen Sonneinstrahlung wird es bessere Aufnahmen geben. Reto ist in der Zwischenzeit auch aufgestiegen. Was ist das heute erneut für ein Prachtstag. Wir werden heute Richtung Kuari-Pass aufsteigen, zunächst müssen wir zurück, wir haben uns um 08.00 Uhr mit Sandesh zum Frühstück verabredet.


Nanda Devi im Gegenlicht

Anderthalb Stunden später sind wir bei der Bergstation angelangt. Wer weiter hinauf Richtung Kuari-Pass will, muss 60 Rupien für den Eintritt in den Nanda Devi Nationalpark bezahlen. Die meisten indischen Touristen verweilen nur kurz und fahren mit der nächsten Kabine wieder hinunter. Eine Gruppe Soldaten des naheliegenden Army Camps führt gerade eine Übung durch. Es geht darum, wie schützt man Zivilisten vor Terroristen! Indische Touristen welche gerade mit der Gondelbahn angekommen sind, dienen als Statisten. Einige Petarden explodieren, daraufhin rennen zwei Soldaten den Hang hinunter wo zwei weitere Statisten stehen. Sandesh erklärt uns die Handlung: „Jetzt haben sie die Terroristen verhaftet!“ Wir steigen weiter auf. Sandesh ist heute furchtbar langsam und liegt stets zurück. Er klagt über Magenbeschwerden. Tja, bei der Portion die er heute beim Frühstück gegessen hat, verwundert mich dies nicht. Wir durchqueren einen Wald. Oberhalb davon treffen wir wieder weite, grüne Weiden an. Das Panorama wird zusehends spektakulärer. Fetzten von Schneeflecken bedecken die Weiden. Plötzlich stehe ich inmitten kleiner Enzianen, ja sogar einzelne Edelweisse gibt es hier. Wo sind wir eigentlich hier, in Indien oder in der Schweiz? In Garso Top auf etwa 3500 Meter lassen wir uns nieder und geniessen die Aussicht. Gegenüber Joshimath, leicht erkennbar der klobige Klotz des Mana Peaks (7272 m). Unweit davon sollten auch der Kamet (7756 m), angeblich eine kleine weisse Pyramide, sowie der Nilkath (6600 m) ersichtlich sein. Ich kann die beiden leider nicht eruieren. Sofern das Wetterglück anhält, werden wir diesen morgen in Badrinath sehen können. Sehr schön erkennbar dagegen die beiden Gipfel des Ghauri-Parbat (6714 m) und des Hathi Parbat (6727 m) Der Erstere wurde am 18. August 1939 durch André Roch, Fritz Steuri und David Zogg Erstbestiegen. Rechts davon steht der Barmal Peak (5813 m). In unserem Rundblick weiter nach rechts fahrend kommt mit dem Dunagiri (7066 m) ein weiterer 7000er ins Blickfeld. Dieser wurde am 5.7.1939 von den gleichen Expeditionsteilnehmern wie am Ghauri-Parbat Erstbestiegen. Mit Stolz weise ich die indischen Touristen darauf hin. Weiter rechts, durch das Rishi Ganga Tal getrennt, strahlt der Nanda Devi. Schon 1883 war mit Emil Boss ein Schweizer Bergführer in diesem Gebiet! Und im gleichen Jahr erkundete Johann Jaun den Zugang zum Nanda Devi. Welch grossartige Leistungen diese damals vollbracht haben. Schon nur die Anreise muss ein grosses Abenteuer gewesen sein. Inzwischen ist es 14.00 Uhr. Die ersten Wolken kommen auf. Während vollen zwei Stunden geniessen wir dieses einmalige Panorama.


Bild rechts: Mana Peak (7272 m)


Ghauri-Parbat (6714 m) und Hathi-Parbat (6727 m)


Bild links und Mitte: Dunagiri (7066 m) - Bild rechts: Nanda Devi (7820 m)


Panorama vom Garso Top

Ein schöner 6000er

Am frühen Vormittag sind wir wieder bei der Talstation in Joshimath zurück. Unser Fahrer wartet bereits auf uns. Ein weiterer Höhepunkt steht bevor. Die Fahrt hinauf nach Badrinath. Zunächst müssen wir 400 Höhenmeter hinunter ins Tal zur Brücke über den Fluss gelangen. Die Strasse entlang dem „Elefantenberg“ ist in sehr schlechtem Zustand. Beim „Rüssel“ angelangt führt diese links durch eine spektakuläre, enge Schlucht hinauf. In Godvin Gaht führt ein Seitental auf der rechten Seite ins bekannte „Valley of flowers“, ins Blumental hinein. Die Fahrt über unzählige Zizackkehre ist beeindruckend. Die Landschaft erneut wunderschön. Weinrote Amaranthfelder, eine Art Hirse, kontrastieren mit den dürren gelben Weizenfeldern. Der Himmel ist wie schon fast zur Gewohnheit, azurblau. Das Tal wird plötzlich breiter. Wir fahren in Badrinath ein. Ungeduldig blicke ich umher. Wo ist denn der Nilkanth? Als wir vor unserem Hotel anhalten, steht dieser direkt von meiner Nase! Grandios! Kein Achttausender, nicht einmal ein Siebentausender. Ein Berg braucht nicht 8000 m hoch zu sein um zu faszinieren. Aus Furcht plötzlich aufkommende Wolken könnten diesen Anblick verderben, sind die ersten Fotos schon Mal im Kasten. Um uns Fit zu halten marschieren wir ins drei Kilometer entferne Dorf Mana. Es ist das letzte Dorf vor der tibetischen Grenze. Informationstafeln weisen Eingangs Dorf darauf hin, dass man von hier nach Tapovan trekken könnte. Diese Tour dauert jedoch 15 Tage und kostet 20'000 Rupien. Von hier geht es auch zum Santopath (7070 m) welcher am 1. August 1947 von Dittert, Graven, Roch und Sutter erstbestiegen wurde. Das Treiben in Badrinath ist von den Pilgern, Sadhus und Bettlern geprägt. Der heilige Tempel darf nur von Hindus betreten werden. Langsam geht unsere Reise zu Ende. Zum Abschluss führt uns Sandesh 200 Höhenmeter hinauf zu Moni Baba, auch „Silent Baba“ genannt weil dieser seit zwölf Jahren nicht mehr spricht.


Eingang zum "Tal der Blumen"


Kurz vor Badrinath


Die Stadt wird vom 6600 m hohen Nilkanth überragt


Der heilige Tempel


Besuch bei Moni Baba, "the silent Baba" nach einem steilen Aufstieg (Kreis)


Das Dorf Mana

Unserem Fahrer, Nanhay, gefällt es in Badrinath gar nicht. Er hat gestern Abend gottsjämmerlich gefroren. Man kommt aber auch nicht ohne warme Kleider nach Badrinath. So was hätte er doch wissen sollen. Als ihm Sandesh aus Spass mitteilt, dass wir beschlossen haben eine Nacht länger zu bleiben, versteinert sich sein Gesicht. „OK, no problem“ ist seine Antwort. Nein, auch wir haben nichts dagegen die Rückfahrt anzutreten. Unser Fahrer ist überglücklich. Er ist nicht mehr zu halten und treibt während dem Fahren allerlei Spässe. Irgendetwas zieht ihn nach Uttar Kashi zurück. Als ich ihn frage ob ihn seine Frau dort erwarte, glänzen seine Augen und er erhebt stolz drei Finger auf! Tja, dann ist wohl klar weshalb er es so eilig hat. Die letzte Sehenswürdigkeit ist das Zusammentreffen des Baghirati und des Alaknanda in Devprayag. Ab hier wird das Gewässer also Ganges genannt.


Stopp in Pipalkoti


Devprayag: Zusammenfluss des Bhagirati (links) und des Alaknanda. Hier beginnt der Ganges

Zurück in Haridwar trennen wir uns von unserem Fahrer und Sandesh. Die zwei waren wirklich nette Kerle. Vor allem an Sandesh ein grosses „Thank you very much for your guiding“. Wir haben von ihm viel über Indien und seine Menschen gelernt, dabei auch vom grossen Umschwung der derzeit in diesem Lande vorgeht, erfahren. Ich denke auch Sandesh hatte Freude an uns, wir waren ein gutes Team. Ein spezieller Dank möchte ich aber auch meinem Reisebegleiter ausrichten: „Vielen Dank Reto, mit Dir hat es Spass gemacht“.


Zurück in Haridwar

Den letzten Tag in Delhi verbringen wir im Pahar Ganj Viertel

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©1999-2008 Text und Foto Willy Blaser, info@willyblaser.ch