| Mabuhay - Reiseberichte |
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Aufregung vor dem Start In den
letzten Stunden vor meinem Abflug nach Bangkok kommt es unerwartet zu grosser
Aufregung. Um den Bus ja nicht zu verpassen, begleite ich meine Freundin
frühmorgens zum Busbahnhof der Philtranco im Stadtteil Pasay. Die Abfahrt ist um
09.30 Uhr. Wir sind bereits um 07.30 Uhr dort. Da kann ja nichts mehr schief
gehen. Um 09.00 Uhr fahre ich mit dem Taxi ins Hotel Swagman (Ermita) zurück.
Auch ich will frühzeitig am Flughafen sein. Auf der Fahrt ins Hotel meldet sich
meine Freundin ganz aufgeregt: „Der Bus ist bereits um 08.30 Uhr weggefahren!".
Mensch, was sind das doch für Idioten! Zum Glück kann sie mit dem nächsten Bus
mitfahren, hat aber dadurch keinen reservierten Sitzplatz mehr. Ach, manchmal
ist es in den Philippinen wirklich zum Verzweifeln. Die Rückkehr
nach Bangkok ist wie die Rückkehr in die Zivilisation. Alles ist so sauber und
modern. Welch ein Gegensatz zu heute morgen als ich noch in Manila unterwegs
war. Mein Hotel, das Golden Palace an der Sukhumvit Soi 1, ist renoviert worden.
Es gibt nun sogar ein Internet. Der Preis hat auch geändert: 750 Baht statt der
bisherigen 530! Bei diesem Preis wäre es nun aber auch Zeit das grimmige
Personal auszuwechseln!
Einiges hat sich seit meinem Weggang auch in Pattaya geändert. Es gibt ein neues, supermodernes Einkaufszentrum an der Central Road, das Carrefour. Neuerdings gibt es an Verkehrsampeln auch Stoppuhren die den Verkehrsteilnehmern anzeigen wie lange die Ampel noch auf rot bzw. grün ist. Der kleine Markt neben dem Tops ist auch fertiggestellt. „Top one – Pattaya Klang Shopping“ heisst der neue Markt. Dieser ist so modern und sauber, ja fast so steril wie ein Spital! Der alte, ursprüngliche Markt hat mir wesentlich besser gefallen. Die Modernisierung, insbesondere in Pattaya, geht dermassen rapide vorwärts, dass es mit dem echten Thailand schon bald nichts mehr zu tun hat.
Mord und Totschlag im Süden und die Vogelgrippe Trotz den
Bemühungen seitens der Regierung die Unruhen in den südlichen überwiegend
muslimischen Provinzen Pattani, Narathiwat und Yala in den Griff zu bekommen,
werden beinahe täglich Anschläge durchgeführt, bei denen Verwaltungsbeamte,
Polizisten, Soldaten und Lehrer die Opfer sind. Um gegen Terror-Verdächtige
schneller vorgehen zu können, wurde in den betreffenden Provinzen das
Kriegsrecht ausgerufen. In den von der Epidemie betroffenen Provinzen wurden die Hühner aus Sicherheitsgründen notgeschlachtet. Etwa 85'000 Geflügelzüchter in 43 Provinzen sind damit betroffen worden. Um ihre Tiere bangten auch die Züchter von Kampfhähnen. Da die Besitzer mit ihren Hähnen in verschiedenen Provinzen umherziehen um an Kämpfen teilzunehmen, gibt man ihnen die Schuld, die Krankheit so ausgebreitet zu haben. Kampfhähne sind in Thailand sehr beliebt und gehören fast zum Nationalerbe. Diese sind seit eh und je ein Teil des alten Siam und des Lebens auf dem Lande ganz allgemein. Um diese reinrassigen Hähne zu züchten braucht es mehrere Jahre. Die bekannteste Gattung, der „Phra Naresuan“ wird auf dem Markt bis zu 100'000 Baht (2'500 US $) gehandelt. In den ersten zwei Februarwochen nach dem Ausbruch der Krankheit, registrierte die Tourist Authority of Thailand TOT einen Rückgang von 14% oder 3'000 Touristen täglich. Inzwischen erachtet die Regierung die Gefahr als gebannt und lüftete die Quarantäne in den 30 Provinzen. Dies hat wiederum in verschiedenen Berichten internationaler Medien zur Kritik geführt, Thailand habe voreilig gehandelt. Auch wenn die Situation nicht unterschätzt werden darf, ist die ganze Angelegenheit einmal mehr von der Presse hochgespielt worden. Auch in der Schweiz soll tagtäglich ausführlich über den Verlauf der Vogelgrippe berichtet worden sein. Was meine Mutter im Vorfeld ihrer Reise nicht alles hören musste! „Ist das nicht gefährlich?", „Hast Du denn keine Angst?", „Das ist doch ein grosses Risiko, ich würde nicht fliegen!". Ein klassisches Beispiel, was eine unsachgemässe und übertriebene Berichterstattung bei der Bevölkerung für Reaktionen auslösen kann. Die Presse soll informieren, aber keine Paniktreiberei provozieren. So etwas ist schlichtweg unverantwortlich. Ob sich die betroffenen Redaktionen darüber überhaupt bewusst sind, was sie mit ihren Beiträgen verursachen? Die ganze Berichterstattung über die Vogelgrippe scheint mir zudem ein totaler Verhältnisblödsinn. In Thailand sind bis Ende Februar 2004 sieben Personen an der Vogelgrippe gestorben. In derselben Zeitspanne sind in der Schweiz auf den Strassen statistisch acht mal mehr Leute ums Leben gekommen! (im Jahr 2003 gab es 549 Strassenverkehrsopfer). Gehen die Leute deswegen aus Angst auch nicht mehr auf die Strasse? Die verlorene Mutter Als ich um
11.10 im Terminal 1 ankomme, ist der Flug MH 784 aus Kuala Lumpur mit der
Malaysia Airlines bereits vor fünf Minuten gelandet. Gespannt warte ich auf die
Ankunft meiner Mutter. Eine halbe Stunde wird es mindestens dauern bis
Passkontrolle, Gepäck und Zoll passiert sind. Langsam werde ich nervös. Jede
Sekunde sollte sie in der Ankunftshalle erscheinen. Die Kamera ist schussbereit.
Nach einer ¾ Stunden werde ich ungeduldig. Hat es vielleicht ein Problem bei der
Gepäckausgabe gegeben? Eine weitere Viertelstunde vergeht. Noch immer keine
Mutter! Bin ich überhaupt im richtigen Terminal? Ich erkundige mich bei der
Information. Doch, ich warte am richtigen Ort, Terminal 1. Wartet die Mutter
eventuell irrtümlicherweise am Ausgang rechts oder im Terminal 2? Um Gewissheit
zu haben, renne ich an beide Orte. Negativ! Jetzt sind schon 1 ½ Stunden seit
der Landung des Flugzeuges vergangen. Was nun? Sie weiss, dass ich sie abhole.
Die Übung haben wir früher schon zweimal durchgespielt. Sie weiss auch, wo ich
warte. Ich lasse ihren Namen am Lautsprechen ausrufen. Noch einmal. Immer noch
keine Mutter. Ich telefoniere der Malaysian Airlines: „Ja, Ihre Mutter ist auf
der Passagierliste vom 11 Uhr Flug!". Ist vielleicht trotzdem etwas mit dem
Weiterflug in Kuala Lumpur schief gegangen? Ich warte den nächsten Flug um 14.10
Uhr aus Kuala Lumpur ab. Zwischendurch renne ich wieder zum 2. Ausgang und
hinüber zum Terminal 2. Ich habe nun auch die Touristenpolizei um Hilfe gebeten.
Sie wollen versuchen herauszufinden, ob sie überhaupt durch die Passkontrolle
ist. 14.10 Uhr: die Maschine aus Kuala Lumpur ist gelandet. Wiederum warte ich
ungeduldig. Ich bin mir sicher, dass sie mit dieser Maschine ankommt. Wo sollte
sie sonst sein? Sie kann ja nicht im Flughafen verloren gegangen sein!
Vielleicht ist ihr etwas passiert? Die Erkundigung beim Sanitätsposten ergibt
nichts. Es ist 15 Uhr: nichts! Langsam aber sicher versteh ich die Welt nicht
mehr. Die Touristenpolizei hat zwischenzeitlich herausgefunden, dass die Mutter
bei der Passkontrolle durch ist! Dann ist sie ja da, aber wo ist sie denn? Vier
Stunden sind nun schon seit der Landung vergangen. Es gibt nur noch eine
Möglichkeit: sie hat mich verpasst und ist mit dem Taxi nach Pattaya gefahren.
Ich rufe meinen Freund Dänu in Pattaya an, mit der Bitte im Hotel nachzufragen,
ob sie eventuell schon angekommen ist. Negativ! Die ganze Geschichte wird immer
mysteriöser. Es ist 16.30 Uhr. Was soll ich hier noch länger warten? Ich kann ja
schliesslich nicht übernachten! Ich beschliesse mit dem Bus zurück nach Pattaya
zu fahren. Eine Stunde später rufe ich nochmals das Hotel an. Noch immer keine
Spur von meiner Mutter. Um 18.15 Uhr kommt endlich der erlösende Anruf: sie sei
im Hotel, wo ich denn sei?
Neue Verordnung Landesweit
müssen ab dem 1. März Bars, Klubs, Nachtlokale und Massagesalons mit wenigen
Ausnahmen um Mitternacht schliessen. Das Kabinett verordnete diese neue
Regelung, wie es verkündet, um das Problem der Drogen zu lösen. Die Regierung
will zudem für jugendliche Personen unter 18 Jahren eine Sperrstunde einführen
und den Aufenthalt nach 22 Uhr in der Öffentlichkeit verbieten. Viele
Nachtlokalbesitzer sind darüber sehr erzürnt und warnen, dass hunderttausende
von Menschen darunter leiden werden. Etwas ähnliches hat man vor mehreren Jahren
in den Philippinen getan, als der Bürgermeister Alfredo Lim, um das Image der
Stadt zu verbessern, die Schliessung sämtlicher Bars im Stadtteil Ermita
beschloss. Nicht nur die Bars selbst waren damit betroffen, sondern auch Hotels,
Restaurants, Einzelhandelsgeschäfte, Taxis usw. und tausende von Menschen wurden
damit arbeitslos. In Thailand wird jedoch nicht alles so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Die mitternächtliche Schliessungszeit der Lokale ausserhalb der Zonen wurde wieder rückgängig gemacht! Wenn es in Thailand ein Gesetz braucht, dann eins, welches die Politiker und die Regierung dazu zwingen würde, über die Praktikabilität und die Auswirkungen eines neuen Gesetztes vor der Inkraftsetzung nachzudenken. Thai Boxen – Muay Thai Thailand ist
eine Fussball begeisterte Nation. Ausser dem Titel eines Südostasienmeisters
konnte die Nationalmannschaft aber bisher keine grossen Erfolge feiern.
International gesehen kann Thailand lediglich im Boxen mit den Besten
mitmischen. An olympischen Spielen gab es bisher neun Medaillen, acht davon im
Boxen mit zwei Olympiasiegern. Der beliebteste Sportler Thailands ist
gegenwärtig Tennisstar Paradorn Srichapan, ATP Nr.11. Food Carving
Früchteschnitzen und Gemüseschnitzen (engl.: Food Carving) ist eine
traditionelle ostasiatische Kunst. Die grossen Meister der Gemüseschnitzerei
sind vor allem in China und in Thailand beheimatet. Der Ursprung der Kunst des
Früchte- und Gemüseschnitzens geht zurück bis zur Zeit der Tung-Dynastie in
China (7. bis 10. Jahrhundert). Von China aus verbreitete sich die
Früchteschnitzerei nicht nur im asiatischen Raum. Sie ist heute auch in der
Karibik, der Südsee und im Gebiet des indischen Ozeans zu finden. In neuester
Zeit lassen sich auch immer mehr Europäer davon faszinieren.
Die Brücke am Kwai Wer kennt ihn nicht den weltberühmten Film mit Alec Guiness und William Holden
nach dem Roman von Pierre Boulle der 1957 mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde!
Zumindest die Melodie, „River Kwai Marsch" ist sicher noch allen in den Ohren.
Der Film wurde nicht in Thailand, sondern in Sri Lanka gedreht. Für die
Holzkonstruktion wurde mit Hilfe von 35 Elefanten rund 1'200 Bäume gefällt. Der
Bau der Brücke dauerte acht Monate und war mit 35 Meter Höhe und 130 Meter Länge
die bis dahin grösste Brückenkulisse der Filmgeschichte.
In den frühen Morgenstunden des 8. Dezember 1941 landen japanische Truppen in Chumpon. Die Eindringlinge stossen auf starken Widerstand der Thais. Die Gefechte dauern bis 5 Uhr nachmittags, als die Regierung Thailands, vergeblich auf die Hilfe der Alliierten wartend, ein Abkommen unterzeichnet, welches den Japanern erlauben sollte durch Thailand nach Burma zu marschieren. Am gleichen Tag landen die Japaner auch in Songkhla. Mit der Kapitulation von Lt. General Arthur Percival geraten Hunderttausende englischer Soldaten in Kriegsgefangenschaft. Die Japaner nehmen Malaysia ein und am 7. März 1942 besetzen sie Rangun (Burma). Ihr Plan ist weiter nach Indien vorzustossen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich daher auf den Bau einer für sie strategisch wichtigen Eisenbahnlinie von Thailand nach Burma. Damit können sie ihren Nachschub nach Indien sichern, ohne dem Risiko auf dem Seeweg über Singapore und der Strasse von Malakka von Angriffen alliierter Unterseeboote ausgesetzt zu sein. Thailand unterzeichnet einen Allianzpakt, der unter anderem vorsieht, dass der Bau der 60 km langen Eisenbahnstrecke von Nong Pladock bis Kanchanaburi innert dreier Monate zu bauen ist. Das Land für den Bau der Eisenbahnlinie soll formell durch die thailändische Regierung dazu enteignet werden, die Thais werden zudem verpflichtet für das Baumaterial zu sorgen. Kurz nach der Unterzeichnung des Abkommens, wird mit dem Bau der Linie begonnen. Ab Kanchanaburi wird der Bau der Strecke schwieriger. Es muss der Fluss Kwai Yai überquert werden, um anschliessend dem Ufer des Kwai Noi entlang zum Drei Pagoden-Pass zu gelangen. In Kanchanaburi beginnt jener Streckenteil, der später von den Überlebenden als „Todesbahn" bezeichnet wird und zu einem weiteren Kapitel grauenhafter japanischer Kriegsverbrechen gilt. Die Strecke führt über 304 Kilometern durch dichten Dschungel, tiefe Täler und hohe Berge, was den Bau in einem topografisch so schwierigen Gebiet erheblich erschwert. Der Bau wird mit Hilfe von Vietnamesen, Indonesiern, Indern, Burmesen, Malayen, Chinesen und Thais zusammen mit gewaltsam aus Singapore und Malaysia rekrutierten Jüdischen, Englischen, Holländischen und Australischen Kriegsgefangenen durchgeführt. Insgesamt werden über 61.000 alliierte Kriegsgefangene und 270.000 Arbeiter zwangsverpflichtet. Um rascher
vorwärts zu kommen, erstellen die Japaner vorerst provisorische Holzbrücken um
diese später durch permanente Brücken zu ersetzen. Insgesamt 359 Brücken werden
so gebaut. Darunter auch die im Film berühmt gewordene Brücke. Der Film
vermittelt sehr gut, unter welchen schwierigen Bedingungen die Brücke gebaut
wurde. Zwischen Februar bis Mai 1943 schaffen sie ein wahres Kunstwerk. Doch
ausgerechnet englische Soldaten sollen das Werk vernichten: ein
Sabotage-Kommando ist unterwegs um die Brücke zu sprengen. So endet auch der
Film. Die weitere Geschichte ist jedoch kaum jemandem bekannt. Nachdem die
provisorische Holzbrücke fertig erstellt ist, wird etwa hundert Meter
stromaufwärts mit dem Bau der definitiven, heutigen Brücke begonnen. Die
Eisenkonstruktionen dazu wird zerlegt auf dem Schiffweg aus Indonesien
hergebracht. Die Brücke kann erstmals im September 1943 befahren werden. Die
provisorische Holzbrücke wird von den Japanern am 18. Februar 1944
niedergerissen. Der Bau der definitiven Brücke kostet weit mehr Menschenleben
als der Bau der Holzbrücke. Erschöpfung, Epidemien, Hungersnot und die
Bombardierung der Alliierten sind die Ursachen. Während dem Bau der neuen Brücke
wird diese nicht weniger als 10 Mal bombardiert. Am 28. November 1944 bricht sie
zusammen. Noch im gleichen Jahr kann sie wieder benützt werden, in der
Zwischenzeit baut man eine Ablenkungsbrücke um den militärischen Nachschub nicht
zu unterbrechen. Der Bau der Eisenbahnstrecke blieb schlussendlich ohne grossen Nutzen. Nach der Kapitulation der Japaner am 15. August 1945 hat diese überhaupt keine strategische Bedeutung mehr, dennoch wird sie am 13. Oktober 1945, nach Beendigung des Krieges, von der US Luftwaffe zerstört.
Ein Ausflug nach Kanchanaburi ist einfach auf eigene Faust zu unternehmen, wird jedoch den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Wer es scheut neun Stunden auf einer harten Holzpritsche auszuharren, wählt besser eine organisierte Tour. Ausgangspunkt zum River Kwai ist der Bahnhof von Thonburi. Es verkehren täglich zwei Züge auf der River-Kwai-Bahn bis nach Nam Tok, der Endstation. Um sich im Bahnhof besser verständigen zu können, wohin man will, kann ein Reiseprospekt mit dem Bild der Brücke recht nützlich sein. „River Kwai Bridge" verstehen die meisten Thais nicht, wenn schon heisst Fluss auf thailändisch „mä nahm" und Brücke „sa pahn", Probleme hat der Ausländer mit der Aussprache von „Kwai". Je nach Betonung bedeutet es nämlich Wasserbüffel! Die Brücke am Wasserbüffel!! Richtig ausgesprochen heiss es „Kwää“. Na ja, Touristen die am Thonburi-Bahnhof zu einer Brücke wollen, das müsste ja eigentlich jedem klar sein, sollte man meinen. Der erste „ordinary“ Zug (3. Klasse) startet pünktlich um 07.45 Uhr. Das Billet einfach kostet 39 Baht.
Eine Stunden später sind wir bereits in Nakhon Pathom. Die Linie fährt Kanälen mit blühenden Lostosblumen entlang. Besonders schön leuchten auch die zahlreichen gelb blühenden Bäume. Sie sehen aus wie Goldregen. Ich sitze im drittletzten Wagen. Das Abteil ist beinahe leer, nur einige wenige Touristen haben sich verirrt. Vor Kanchanaburi steigt eine grössere Gruppe Touristen ein. Warum müssen die ausgerechnet in unser Abteil einsteigen? Zudem sind es noch Amerikaner! Aus ist es mit der Ruhe! Zum Glück steigen sie kurze Zeit später in Kanchanaburi wieder aus. Doch Pech gehabt, hier steigen gleich dreimal soviel Touristen ein. Mit der Gemütlichkeit ist es nun definitiv aus. Sieben Minuten später überqueren wir die legendäre Brücke. Ausser einigen wenigen schönen Passagen dem Kwai Noi Fluss entlang, ist die Weiterfahrt langweilig, ja fast enttäuschend. Die meisten Gruppen steigen denn auch unterwegs zum Besuch der Erawan-Wasserfälle und Höhlen aus. In der brütenden Mittagshitze erreichen wir nach 1 ½ Stunden die Endstation. Eine Viertelstunde fährt der Zug wieder nach Thonburi zurück.
Reise verschoben
Die Rückreise in die Schweiz sollte mich über Süd-Thailand, Kuala Lumpur
(Malaysia), Sri Lanka, Süd-Indien nach Kathmandu (Nepal) führen. Eine
Traumreise! Gemäss Informationen aus direkter Hand von meinen Nepalfreunden,
soll die Lage lange nicht so sicher sein wie es die Regierung und die
Touristenbehörde verlauten lässt. Da ich zudem die ersten Erscheinungen von
Reisemüdigkeit verspüre, beschliesse ich die geplante Reise auf den Herbst zu
verschieben. Dadurch wird mein Aufenthalt in Thailand ungeplant länger als 30
Tage. Um nicht illegal im Lande zu sein (letztes Jahr wurden 113'694 Ausländer
wegen illegaler Einreise oder overstay verhaftet!) muss ich mich einmal mehr an
die Kambodschanische Grenze begeben um einen neuen Einreisestempel zu bekommen.
Die neue Strasse nach Aranyaprathet ist fertig gestellt und gut zu befahren.
Viel hat sich seit meinem letzten Besuch an der Grenze nicht geändert. Nach wie
vor bestürmen dich halbnackte Kinder und Krüppel auf dem Weg zur Passkontrolle.
Heute ist Buddhatag, allgemeiner Feiertag. Viele Thais profitieren davon die
Casinos auf der anderen Seite der Grenze zu besuchen. Die Wartezeit zur Ausreise
dauert 20 Minuten! Die kambodschanische Passkontrolle befindet sich auf der
rechten Strassenseite vor dem Triumpfbogen. Die Pässe unserer Gruppe werden vom
Tour-Guide eingesammelt. Wir müssen selber nichts mehr unternehmen, lediglich
warten bis uns diese mit dem Einreise- und Ausreisestempel versehen wieder
ausgehändigt werden. Gegenüber vor zwei Jahren herrscht hinter dem Triumpfbogen
eine rege Bautätigkeit. Neue Hotels und Spielcasinos werden gebaut. Die Waren
werden von der thailändischen Seite wie eh und je nach Kambodscha gekarrt.
Gleich beim Grenzposten kann man nun das Busticket für 12 US $ nach Siem Raep
oder Battambang kaufen. Die neue Strasse soll seit zwei Monaten fertig sein! Bis
Siem Raep (Angkor Wat) soll es nun nur noch vier Stunden dauern. Dies wäre doch
wieder einmal ein Abstecher wert, oder nicht?
Der Entscheid die Reise nach Nepal abzusagen hat sich als richtig erweisen. Die Maoisten, dessen Ziel es ist die Monarchie zu stürzen, künden bereits wieder einen dreitägigen Generalstreik an. Aus den Nachrichten vernehme ich soeben, dass die Rebellen die Stadt Beni (siehe Trekkingbericht Folge 4 und 7) gestürmt haben und es zur blutigsten Schlacht seit Ausbruch der Revolte von 1996 kam. Mehr als 9'000 Leute sind seit 1996 umgekommen! Auch in Kathmandu gibt es regelmässig Bombenattentate. Nein danke, auf sowas kann ich gerne verzichten. Wegen der Vogelgrippe macht man dermassen ein "Theater", was aber in Nepal geschieht scheint die internationale Gemeinschaft nicht zu interessieren.
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