Mabuhay - Reiseberichte
Home
Mabuhay Philippinen (RB35 / 09.12.2004) Länderinfos: Phillipinen

Ein Leben ohne Thomy-Senf

Wenige Tage nach unserem Ausflug zum Taal-Volcano bebt die Erde erneut. In Tagaytay wird auf der Richterscala ein Wert von 6,2 gemessen. Es werden zudem 21 Nachbeben registriert. Messungen haben ergeben, dass die Temperatur des Wassers im Kratersee auf 27 Grad gestiegen ist. Das Philippines Volcano and Seismology Institute (Philvolcs) versichert den Inselbewohnern zwar, dass kein unmittelbarer Ausbruch bevorsteht, infolge der zunehmenden seismischen Aktivität, die in den nächsten Wochen noch zunehmen könnten, wird Signal 1 ausgerufen, was bedeutet, dass der Zugang zum Kratersee in einem Radius von 10 Kilometer nicht mehr erlaubt ist. Mit unserem Besuch haben wir daher nochmals Glück gehabt…

Bereits vier Monate bin ich nun schon wieder in den Philippinen. Wie auch hier die Zeit schnell vergeht. Die täglichen Abendrote in der sich die Silhouette des Mount Pinatubos im purpurgoldenen Himmel abzeichnet, sind das unverkennbare Zeichen, dass die Regenzeit in Zentral-Luzon definitiv zu Ende ist. Erst jetzt beginne ich die klimatischen Bedingungen so richtig zu geniessen, umso mehr als in der Heimat derzeit ein Sauwetter herrscht.

Obwohl wir Schweizer uns hier in Angeles über das Angebot von westlichen und Schweizer Lebensmittel nicht beklagen können, sind lange nicht alle der 27'000 in Asien lebenden Auslandschweizer so privilegiert. Solltet ihr daher mal Verwandte, einen Freund oder Bekannten im Ausland besuchen, denkt daran wie sehr man ein kleines Mitbringsel aus der Schweiz schätzt, sei es nur einen Landjäger, etwas Bündnerfleisch, eine Tube Thomy-Mayonnaise oder Senf, ein Stück Käse, eine Dose Gewürzmischung zum Grillieren, eine Tube Bratensauce, Schweizer Salatsaucen oder die aktuelle Ausgabe einer Tageszeitung. Vielen Dank daher nochmals an Martin Meier, der mir Aromat, Thomy Senf und Salatsauce in Pulverform mitbrachte!


Ohne Thomy-Senf

  
Zwei gute Adressen für Auslandschweizer

Vor 60 Jahren: Gründung der Todesflieger Kamikaze

In jedem anderen von den Japanern besetzten Land, würde die Einweihung eines Kamikaze-Denkmals zu Protesten führen. Nicht in den Philippinen. Gemäss Guy Hilberno, dem lokalen Tourismusvorsteher von Mabalacat, soll das Denkmal als Förderung von Frieden und Freundschaft zwischen den beiden Ländern dienen. Es ist kein Denkmal zur Glorifizierung der Kamikaze, es soll vielmehr daran mahnen, dass sich das Kamikaze-Phänomen niemals mehr wiederholt. „Wir Filipinos sind ein sehr verzeihendes Volk. Zu einem gewissen Zeitpunkt muss man vergessen was geschehen ist und in die Zukunft schauen“.

    
Hier, am östlichen Flugfeld wurden die Kamikaze-Todesflieger gegründet

Wenige Kilometer von der früheren US Luftwaffenbasis Clark in Angeles City entfernt, steht neben einem Zuckerrohrfeld die Statue eines japanischen Kamikaze Fliegers aus dem 2. Weltkrieg. Hier, am östlichen Flugfeld von Mabalacat, gründete vor 60 Jahren Vize-Admiral Takijira Omnishi die Kamikaze-Todesflieger. Die ersten Freiwilligen sind 23 Piloten der 201st Air Group, 1st Air Fleet, der Imperial Nippon Naval Air Force, die damals in Mabalacat stationiert war. Die erste Kamikaze-Gruppe wird Shimpu Special Attack Corps benannt. Das Geschwader ist in vier Staffeln eingeteilt: die Shikishima Staffel, die Yamato-Staffel, die Asahi-Staffel und die Yamazakuro-Staffel. Am 21. Oktober 1944, um 09.00 Uhr, starten die vier Staffeln, unter dem Kommando des 23jährigen Leutnant Yukio Seki, zur allerersten Sortie. Da die Todesflieger keine feindlichen Ziele lokalisieren können, kehren sie zum Mabalacat-Airfield zurück. Wegen des schlechten Wetters sind sie auch die nächsten drei Tage nicht erfolgreich. Schlussendlich, am 25. Oktober 1944 um 07.25 Uhr, startet Leutnant Yukio Seki erneut mit vier anderen Piloten. Drei Stunden später steuert Seki seine Maschine auf das Deck der USS St. Lo. Vollbetankt und mit einer 550 Pfund Bombe richtet die Explosion einen verheerenden Schaden an. Das Schiff sinkt innerhalb von 20 Minuten. Sechs weitere Schiffe werden getroffen und schwer beschädigt. Die amerikanischen Streitkräfte in Leyte, kurz von der Landung in Leyte, sind durch die Schwadron der Todesflieger, auch „Zeroes“ benannt, völlig überrascht. Die Verluste sind derart gross, dass die amerikanische Regierung ein Nachrichtenverbot verfügt um zu verhindern, dass das japanische Imperiale Hochkommando von den enormen Schäden erfahren könnte, die ihnen durch die Selbstmordpiloten zugefügt wurden. Es war der letzte verzweifelte Versuch der Japaner die drohende Niederlage abzuwenden. Von den 1'200 Kamikaze Einsätzen bei der Leyte-Landung, verfehlten etwa ¾ ihr Ziel und flogen in den Tod. Die Piloten waren meisten junge Männer, 19-20 jährige Burschen, die mehr Mut als fliegerische Fähigkeiten besassen. Am Ende des 2. Weltkrieges hatten die Kamikaze-Piloten 322 US-Schiffe versenkt oder schwer beschädigt. 12'300 amerikanische Seeleute kamen bei diesen Attacken ums Leben, 36'000 wurden schwer verwundet.

  
Die Angriffe starteten vom Mabalacat West Airfield

Bei der letzten Kämpfen um die Befreiung von Clark im Januar 1945, verschanzten sich Major Higuchi und 800 seiner Leute auf dem Lily Hill und kämpften erbittert um diese letzte Position gegen das 145. Infanterie Regiment. Sechshundert kamen dabei ums Leben, die restlichen 200 begehen Harakiri.
Für die Kamikaze-Tour wendet man sich am besten an René Wyss im Hotel Première. Er kennt die frühere US-Base wie seine eigene Hosentasche. Wenn er zudem noch vom West-Airfield zum Ost-Airfield eine Abkürzung nehmen will, wird das Unternehmen unerwartet noch zu einem kleinen Abenteuer!

Reicher Armee-General

Endlich ist man in den Philippinen nun doch auch schon soweit, dass man sich die Frage stellt, wie es hohe Militäroffiziere, in diesem Falle Major General Carlos Garcia (monatliches Salär von 36'015 Pesos) zu Millionenvermögen bringen! Einige hundert hohe Militär- sowie Polizeioffiziere sollen auf die Anklage gegen Garcia hin ausgesagt haben, dass jeder von ihnen ein Sparguthaben von über 5 Mio. Pesos habe, dies deshalb nichts Ungewohntes sei. Bei der näheren Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass Garcia den Steuern u.a. einen Betrag von 785’630 US $ in Cash, den er in separaten Gelegenheiten zwischen 1993 – 2003 in die USA brachte, ein Appartement in New-York im Werte von US $ 1'420'000, ein Haus in Ohio sowie neun Autos nicht deklariert hatte. Bezeichnend für die Mentalität der Filipinos, ist die Reaktion des Mannes auf der Strasse: dieser denkt nämlich in erster Linie gar nicht daran, dass dies auf illegale Weise geschehen sein könnte, nein, er wird dies wohl geerbt oder eine reiche Familie haben!
Die ganze Affäre flog auf, als einer der Söhne von Garcia bei der Einreise in die USA mit einem Köfferchen mit 100'000 US $ zur Rede gestellt wurde. Die Geschichte kommt der Regierung und einigen höheren Beamten gar nicht gelegen, am liebsten würde man die Sache vergessen. Wie Guy Hilberno, Tourismusvorsteher von Mabalacat bei den Kamikaze Feierlichkeiten schon betont hatte, sind die Filipinos ein sehr verzeihendes Volk und werden auch diesen Fall schnell vergessen… So wie der frühere Präsident Estrada noch immer nicht verurteilt ist, so wie in Sachen Wahlbeschwerde nichts läuft, wird wohl auch diese Affäre „unter“ gehen.

Streik der Jeepneys

Die Strassen sind an diesem Morgen des 8. November in ganz Zentral-Luzon wie leergefegt. Grund. Rund 110'000 Jeepney-Fahrer demonstrieren gegen die stetigen Benzinpreiserhöhungen und ihr Einkommen dadurch geschwunden sei. In der Tat, wurde der Preis für Diesel seit Januar 2004 bereits 15 mal, um insgesamt 7 Pesos, erhöht! Der Schulbetrieb wurde an den meisten Schulen an diesem Tage suspendiert, was den Schulkindern wohl gefallen haben dürfte. Der Leidtragende der ganzen Aktion war schlussendlich aber wieder der einfache Bürger, denn die Trike-Fahrer nutzten diese Situation schamlos aus und verlangten für eine 4 ½ km-Strecke statt den gewöhnlichen 50 Pesos, gleich das Doppelte. Obwohl die Benzinpreise massiv gestiegen sind, finde ich die vor drei Monaten erfolgte Preiserhöhung von Pesos 4.50 auf 5.50 für absolut nicht gerechtfertigt! Die Jeepney-Fahrer klagen, dass sie deswegen weniger Einkommen haben, dies ist aber eine „Milchbüechlirechnung“. Mit dieser Erhöhung kassieren sie nämlich pro Fuhr (zB die Strecke Main Gate – Friendship Gate, ca. 4 ½ Km) 17 Pesos mehr! Der wahre Grund weshalb die Jeepney-Fahrer weniger verdienen liegt woanders, nämlich bei ihnen selbst: es gibt deren viel zu viele und dadurch können sie weniger Fahrten machen. Wenn überhaupt jemand protestieren sollte, dann die Passagiere! Aber so denkt nur ein westlicher Ausländer…
Was die ganze Aktion genützt hatte zeigte sich nicht einmal eine Woche später, als die Regierungspräsidentin in ihrer Weihnachtsbotschaft an die Nation Preiserhöhungen für Wasser, Gas und … nochmals für Benzin mit folgendem lakonischen Kommentar bekannt gab: „Die gute Nachricht ist, es ist die letzte Erhöhung des Jahres!“ Etwa gleich könnte es heissen: es gibt leider nur noch Camote-Wurzeln zu Essen, aber die gute Nachricht, es hat genügend für alle!

El Nido: im 3. Anlauf

Endlich, nach drei Versuchen werde ich El Nido, dieser kleine malerische Touristenort an der Nordspitze der Insel Palawan, besuchen. Die Tickets sind gebucht und bezahlt. Dass sich ausgerechnet einige Tage vor dem Abflug der Taifun Unding (U = 21. Buchstabe des Alphabetes = 21. Taifun) den Philippinen näherte, hätte nicht unbedingt sein müssen. Zum Glück für uns, fegt dieser über die Ostküste und richtet dort in einigen Provinzen grossen Schaden an (bisherige Bilanz: 29 Tote und 84 Vermisste). Schon nur die Anreise nach El Nido ist das Geld wert. Eine halbe Stunde nach dem Start in Manila überfliegen wir mit unserer LET 410 UVP-E, ein 19 Plätzer speziell geeignet für STOL (short take off and landing) die Nordspitze der Insel Mindoro Oriental. Der Mt. Calavite ist vollends in den Wolken verhüllt. Schön erkennbar ist die Bucht von Paluan.


Meine Reise nach Palawan und zu den Kawasan-Wasserfällen in Moalboal
(Abbildung mit freundlicher Genehmigung von EZ MAP)


Flug über die Insel Mindoro

Unser Flug hätte uns eigentlich von Manila direkt nach El Nido bringen sollen, doch wer in den Philippinen reist, muss ständig auf Änderungen gefasst sein. So ging es nicht mit dem Flug DG 465, sondern mit DG 563 mit Zwischenlandung auf der Insel Busuanga! Für einmal habe ich hierzu nichts einzuwenden, im Gegenteil, die Gegend um Coron ist nämlich ein weiterer Geheimtipp, vor allem für Taucher. Nach weiteren zwanzig Minuten kommen die ersten Inseln ins Blickfeld. Ob ich vielleicht sogar eine der 25 Giraffen auf Calauit Island erkennen kann? Ja, es gibt hier einen Wildpark mit Zebras, Antilopen und Giraffen, welche während der Marcos-Zeit aus Afrika eingeflogen wurden. Die Inselgruppe der Calamin ist jedoch zu gross und für mich unmöglich aus dem Flugzeug unsere genaue Position zu erkennen. Wir fliegen immer tiefer über einer hügeligen Landschaft. Demnächst werden wir wohl landen, aber wo ist das hier überhaupt möglich? Als ob vor vielen Jahrtausenden ein Trax am Werk gewesen wäre, erstreckt sich zwischen zwei Hügelketten eine topflache grüne Ebene, in dessen Mitte sich der rostrote Streifen der Landebahn hervorhebt. Wir sind in Busuanga gelandet. Von der traumhaften Lage von Coron ist hier oben auf dem Plateau leider nichts zu sehen. Macht nichts, ich komme bestimmt nochmals in dieses traumhafte Gebiet zurück.

  
Bild links: die Ebene mit dem Flugfeld - Bild rechts: Coron (Küste Bildmitte)

Zwei deutsche Pärchen, einige Filipinos und ein Kampfhahn im Werte von 80'000 Pesos steigen aus, vier neue Passagiere steigen für die restliche Strecke nach El Nido zu. Wir erreichen die Nordspitze von Palawan. Diesmal sitze ich leider auf der falschen Seite. Zähneknirschend keine Aufnahmen machen zu können, blicke ich durch die kleinen Fenster auf meiner linken Seite und erhasche zwischendurch den Silberstreifen der Küste. Auch die Landung in El Nido ist ein kleines Erlebnis. Der Anflug erfolgt von der See her. Das Wasser unter uns kommt immer näher: 10 Meter, 5 Meter, 2 Meter, 1 Meter! Gibt es etwa eine Wasserung? Sekundenbruchteile später setzt der Pilot auf der Landepiste inmitten von Kokospalmen auf.

  
Der Anflug von El Nido

Insel-Hüpfen

Der Flughafen liegt etwa fünf Kilometer ausserhalb der Stadt. Trikes bringen die Passagiere für 150 Pesos auf der holprigen Naturstrasse Strasse ins Bungalow. El Nido ist ein niedliches, sauberes, verschlafenes Nest. Das Städtchen liegt in einer schönen Bucht im Schutze eines Berghügels gelegen, hinter welchem sich die Sonne bereits kurz nach 16.00 Uhr verabschiedet. Die Temperatur wird dadurch etwas erträglicher, dafür gibt es leider keine Sonnenuntergänge! Der Bucht vorgelagert steht die Cadlao Island, die grösste und höchste Insel des Bacuit-Archipels.

  
Die Bucht von El Nido mit der vorgelagerten Insel Cadlao

Wie meistens wenn ich auf Reise bin, habe ich keine Hotel-Reservation. Ich vertraue den lokalen Taxis und Trike-Fahrern; diese kennen sich am besten aus und bringen Dich, auch wenn sie dafür eine Kommission kriegen, meisten in eine gute und preisgünstige Unterkunft. So steigen wir im Lally-Abet Bungalow Cottage, die erste Anlage an der Beach vom Flughafen herkommend, ab. Beim ersten Rundgang durch die Strassen und Gassen des Ortes begegnen wir freundlichen Leuten. Touristen gibt es nur Wenige, Verkehr fast keinen Die Häuser und Strassen sind sauber. Obwohl El Nido am nördlichen Zipfel von Palawan liegt und daher doch recht abgelegen ist, gibt es in den zahlreichen Sari-Saris ein erstaunlich grosses Angebot an Waren. Es gibt auch zwei Satelliten-Internets. In El Nido isst man auch sehr gut. Vor allem die Kochkünste von Lala im Lally-Abbet haben es mir angetan. Empfehlenswert ist aber auch ein Besuch im Squidos sowie im Artcafé, bei Landsfrau Judith, die bereits seit zwölf Jahren hier lebt. Die Thailänder werden es mir vielleicht nicht verzeihen, sorry, aber in El Nido habe ich den bisher besten Reis gegessen!
Von den zahlreichen möglichen Ausflügen ist das Island Hopping (Insel-Hüpfen) die grosse Attraktion. Die Bucht von Corong-Corong sowie die Wasserfälle sind weitere Tagesziele, die mit Mountainbikes unternommen werden können. Es gibt in El Nido auch Luxusanlagen wie etwa diejenige von Lagen Island. Eine Übernachtung kostet dort US $ 356! Ist so was nicht ein Blödsinn? Mich würde das Geld reuen, nicht so  die zahlreichen Koreaner.


Fahrt an die Corong Bay

    
Die Corong Bay

Das Paradies

Für 400 Pesos kann man sich bei der Judith im Artcafé einer Bootstour anschliessen (Minimum 4 Personen). Wer alleine ein Boot chartern will wie wir, bezahlt im Lally-Abbet Tausend Pesos für eine Tagestour. Nach wenigen Minuten tuckern wir an der vorgelagerten Insel Cadlao vorbei. Versteckt hinter den zahlreichen Buchten kommen einladende weisse Sandstrände zum Vorschein. Vor uns liegt die Helicopter-Island. In der Ferne, durch den Dunst kaum voneinander zu trennen, die lang gezogene Matinloc-Island und links davon die Miniloc-Island auf welche wir zusteuern.

  
Bild links: rechts im Bild, Cadlao Island - Bild rechts: Helicopter island

Die See ist ruhig. Zwischen den schroffen Kalksteinfelsen führt ein Einschnitt zu einer herrlichen Lagune, die Small Lagoon. Eingangs davon wird der Bootsmotor abgestellt und das Boot gleitet in einer immensen Ruhe lautlos über das kristallklare Wasser. Leider sind die Korallenbänke bereits sehr stark beschädigt, dennoch ist das Schnorcheln inmitten der zahlreichen bunten Fische der Plausch. Einige Fische sind sehr frech und beissen mich in den Oberschenkel! Durch einen Tunnel schwimmen wir in die hintere Lagune. Herrlich wie die Felsen rund um uns steil aus dem Wasser aufragen, einfach sagenhaft! Wir tuckern weiter. Am Miniloc Island Resort vorbei, auch keine billige Anlage, geht’s nördlich zur Big Lagoon, die grosse Lagune. Leider bedeckt sich der Himmel immer mehr und es beginnt sogar leicht zu regnen. So ein Pech! Dass wir ausgerechnet beim Insel-Hüpfen keinen schönen Tag erwischt haben, ärgert mich. Gestern war es doch noch so schön. Die grosse Lagune ist noch eindrücklicher. Da Ebbe herrscht, muss das Boot im Eingang ankern. Zu Fuss geht es entlang der rechten Seite ins Innere der Lagune.

    
Bild links: Einfahrt in die kleine Lagune - Bild mitte: das Tunnel - Bild rechts: die grosse Lagune

Es ist Mittagszeit. Wir verlassen die Lagune Richtung Simizu Island. Hier wird grilliert. Wir sind nicht alleine. Alle Bootstouren machen hier ihren Mittagaufenthalt. Unser Menu ist Lapu-Lapu, der beste und teuerste Fisch, sowie Poulet. Die Wolken haben sich verzogen und die Sonne lässt die Insellandschaft wieder in vollen Farben erleuchten. Als nächste Insel steuert unser Kapitän, Edmund, die Intalula Island an. Die Insel scheint nicht besonders reizvoll zu sein, als wir jedoch die Ostküste anpeilen, leuchtet von weitem ein kleiner, wunderschöner weisser, von Kokospalmen besetzter Sandstrand. Ist dies das Paradies?


Edmund beim grillieren


Weiterfahrt zur Insel Simizu

    
Die Beach von Intalula Island


Fahrt zurück nach El Nido

Nebel, 5 Grad Celsius!

Soeben habe ich von meiner Schwester Therese aus Biel ein SMS erhalten. Nebel und 5 Grad Celsius soll es dort sein! Brrrr… Wie kann man in einem solchen Klima leben? Nach der gestrigen Bootsfahrt geht es heute zu Wasserfällen. Jonathan, unser Trike-Fahrer, hat uns diesen Vorschlag gemacht. Mann müsse allerdings dahin marschieren, aber es sei nicht weit, meint er. Wenn dies ein Filipino sagt, dann kann es wirklich nicht weit gehen. Die Wasserfälle befinden sich auf dem Wege zum Flughafen, weiter Richtung Pasadena, etwa 15 Kilometer von El Nido entfernt. Alleine wäre es nur schwer möglich die Abzweigung zu den Fällen zu finden. Jonathan fungiert daher zugleich als unser Führer. Der Marsch führt anfänglich zwischen Reisfeldern hindurch. Nach wenigen hundert Metern stehen wir vor dem ersten Problem: ein Wadentiefer Bach muss durchquert werden. Schuhe aus, Socken aus, Socken an, Schuhe an. Doch es ist nur der Erste von acht Bächen! Beim zweiten behalten wir die Schuhe gleich an. Es geht immer tiefer in den Dschungel. Von einer Viertelstunde Marsch kann keine Rede sein. Wir haben erst drei Bäche durchquert, fünf stehen noch bevor. Unser Jonathan muss ein ganz spezielles Zeitgefühl haben, oder hat er vielleicht absichtlich die Marschzeit untertrieben um uns nicht abzuschrecken? Der Pfad steigt nun immer steiler an. Wir glauben bereits das Rauschen des Wasserfalls zu hören und freuen uns schon. Es geht unentwegt weiter. Haben wir schon Halluzinationen? Nach einem flacheren Stück geht es nochmals bergauf. Endlich, nach vierzig Minuten, hören wir ganz Klar plätscherndes Wasser. Vom Weg geht es links zum Bach hinunter. Wir folgen dem Wasserlauf noch einige Meter hinauf und stehen total verschwitzt vor "unserem" Wasserfall. Die Versuchung auf ein erfrischendes Bad wegen fehlender Badehose zu verzichten ist zu gross! „Füdli blut“ ist es umso schöner.

    
Nasse Füsse und das erfrischendes Bad im Wasserfall

Zurück in El Nido verschlechtert sich das Wetter. Es herrscht ein starker Wind. Es seien die Auswirkungen des Taifuns „Violeta“, erklärt man uns. Und es soll gleich nochmals einer, Taifun "Winnie", vom Pazifik her auf die Ostküste der Philippinen zusteuern! Es beginnt zu Regnen. Sollte sich das Wetter bis übermorgen nicht wesentlich bessern, müssen wir damit rechnen, dass unser Weiterflug nach Puerto Princesa wohl ausfallen wird! Den ganzen Tag stürmt und regnet es heftig. Erst gegen Abend beruhigt sich das Wetter ein wenig. Sollten wir nicht fliegen können, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als mit dem Bus nach Puerto Princesa zu gelangen. So schlimm wäre diese Fahrt ja auch wieder nicht, aber auch ich ziehe den 45minüten Flug einer acht- bis zwölfstündigen holprigen Busfahrt vor! Wir müssen abwarten…

    
Unsere Variante für die Weiterreise: 45 Minuten Flug oder 12 Stunden mit dem Bus...


top Mabuhay top

©1999-2008 Text und Foto Willy Blaser, info@willyblaser.ch