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Schlemmertour in Puerto Princesa
Der Wind hat zwar nachgelassen, von einem weiteren Insel-Hüpfen ist heute wegen
dem hohen Wellengang keine Rede mehr. Unsere Sorge gilt dem morgigen Flug nach
Puerto Princesa. Einmal mehr bestätigt sich, wie schnell man beim Reisen auf den
Philippinen in der Klemme sitzen kann und daher immer auf alles gefasst sein
muss. Wer sich an abgelegene Orte begibt, tut deshalb gut daran immer genügend
Geld mitzubringen. Vorsichtshalber erkundigen wir uns nach den Busverbindungen
nach PP. Wollen wir unser Anschlussflug nach Cebu nicht verpassen, sind wir
gezwungen morgen mit dem Bus weiterzufahren. Ach, das wäre ja nicht so eine
Sache, obwohl eine solche Busfahrt jedesmal zu einem Abenteuer werden kann. Der
Abschnitt von El Nido nach Tatay wird derzeit verbessert, in Kürze wird die
Strecke nach Roxas in der Trockenzeit in der halben Fahrzeit möglich sein.
Bei der mitternächtlichen Blasenentleerung riskiere ich einen Blick aus dem
Fenster. Sterne sind keine sichtbar, doch der Wind hat sich vollends gelegt. Ein
gutes Zeichen! Bei Tagwache um 06.00 Uhr ist der Himmel noch immer stark
bewölkt, doch vom Osten her hellt es auf. Wir haben gepackt und warten auf den
Trikefahrer der uns zum Airport bringen soll. Inzwischen hat sich die Sonne im
Kampf mit den Wolken durchgesetzt und scheint als ob nichts geschehen wäre. Der
Flug wird stattfinden, dessen bin ich mir nun, etwas erleichtert, fast sicher.
Ganz sicher bin ich mir aber erst, als auch das Personal der SEAIR im Check-in
Terminal eintrifft. Wir haben nochmals Glück gehabt!
Der Flug nach Puerto Princesa ist durch die ausgedehnte Wolkendecke nicht gerade
spektakulär. Einzig beim Anflug muss der Pilot wegen den Windverhältnisse eine
Gratis-Zusatzschleife über den Hafen drehen. Unser Aufenthalt in Puerto Princesa
ist von kurzer Dauer. Im Prinzip hätten wir gleich mit den nachmittäglichen Flug
der Cebu Pacific weiterfliegen können. Das Essen hat uns bei unserem letzten
Besuch derart begeistert, dass ich diesen Aufenthalt rein aus kulinarischen
Gründen geplant habe. Eine Nudelsuppe im Viet Village, die Sea-Food Plate bei
Jean-Pierre im Deep Forest und im Kalui, dies sind drei Adressen die alleine
schon eine Reise nach Puerto Princesa Wert sind.

Mördermuscheln als Dekoration: solche Muscheln sind in Puerto Princesa überall anzutreffen, z.B. als Lavabo in Restaurants! Diese können eine Grösse bis zu 1½ Meter erreichen
Taifun „Winnie“
Nach fünf Tagen ohne Fernseher entdecken wir in unserem Hotel die schrecklichen
Bilder der Verwüstung, welche der Taifun „Winnie“ einen Tag zuvor in den
Provinzen Quezon, Bulacan, Nueva Ecija (alle nord-östlich von Manila gelegen)
angerichtet hat. Gegen Tausend Sturmopfer forderte der Taifun! Die Filipinos
sind wirklich nicht zu beneiden. Da leben die Leute auf dem Lande schon
mehrheitlich in armen Verhältnissen und dann verlieren diese durch
Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Taifune regelmässig noch ihr gesamtes
Hab und Gut. Wie ungerecht doch die Welt ist!
Als sich die Depression während der Nacht von Sonntag auf den Sonntag der Küste
näherte, die gleichen Gebiete die bereits durch die Taifune „Unding“ und
„Violeta“ in Mitleidenschaft gezogen waren, wurde über Samar und anderen
gefährdeten Regionen Signal 1 ausgerufen. Dies wurde in der Tagespresse wohl
erwähnt, in einem Land, dass jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht wird,
einige davon mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Std/km, schien „Winnie“ jedoch
ein harmloser Taifun zu sein. Die Bevölkerung ignorierte daher mehrheitlich die
Warnungen über Erdrutsche und Überschwemmungen: „Winnie“ war doch nur ein Sturm
von max. 50 Std/km!.
Wie konnte ein so „schwacher“ Taifun so viele Opfer und Verwüstung anrichten?
Die Experten sind sich einig: es war eine unglückliche Kombination von
ungewöhnlich schweren Niederschlägen auf ein Gebiet, dass bereits von den beiden
vorausgegangenen Taifunen mit Wasser gesättigt war. Alleine am Sonntag fiel 144
mm Regen. Das Grundwasser erreichte dadurch seinen Saturationspunkt und die
Leute haben die Konsequenzen der starken Regenfälle über die letzten Wochen
nicht oder total falsch eingeschätzt. Jahrzehntelange illegale Abholzung hat
dasseinige dazu beigetragen. Ein kürzlich erschienener Bericht kam zum Schluss,
dass in den Philippinen jedes Jahr 100'000 Hektaren Wald abgeholzt wird. Dass
die Regierung diesbezüglich endlich strengere Gesetze erlassen müsste, darin
sind sich alle einig. Dies wurde jedoch auch nach der verheerenden Katastrophe
von Ormoc City im Jahre 1991, als 5000 Menschen ums Leben kamen, und letzten
Dezember, als starke Regenfälle Erdrutsche im Süden von Leyte den Tod von 150
Menschenleben verursachte, gefordert. Geschehen ist jedoch bisher nichts.
Ob illegale oder legale Abholzung, spielt im Prinzip gar keine Rolle. Beides
kann zu solch verheerenden Katastrophen führen. Ich habe für die illegale
Abholzung noch fast eher Verständnis als für die Legale, denn von irgendetwas
müssen die Leute ja schliesslich leben. Ein weiterer Grund weshalb sich dieses
Unwetter so tödlich auswirkte, mag auch darin liegen, dass viele Filipinos,
besonders auf dem Lande, keine oder wenig Disziplin haben und die Anweisungen,
sofern es auch deren gibt, nicht befolgen. Das klassischste Beispiel dafür ist
der Ausbruch des Mt. Pinatubo im Jahre 1991. Die Amerikaner hatten alle ihre
Leute vor dem Ausbruch rechtzeitig evakuiert, nicht aber die Filipinos, diese
sind geblieben. Eine vielleicht verständliche Haltung, wenn ich damit befürchten
muss, dass mein Haus während dieser Zeit geplündert wird…
Schätzungsweise 13,62 Mio Menschen wurden in den drei Provinzen von diesen
schweren Taifunen betroffen, 170'000 Häuser und über 1'118 Schulen müssen neu
gebaut werden. In der Hauptstadt Manila blieben die Schulen und
Regierungsgebäude geschlossen. Fast der ganze Reiseverkehr wurde lahm gelegt.
Die Küstenwache untersagte das Auslaufen von Schiffen, Flugzeuge mussten am
Boden bleiben. So blieben in Matnoc (Fähre nach Northern Samar) rund 340
Personen stecken und in Batangas (Verbindungen nach Mindoro Oriental und Romblon)
strandeten 600 Personen. Wir selber wurden glücklicherweise nur am Rande von
dieser Schlechtwetterperiode getroffen.
Wie entsteht eigentlich ein Taifun?
Der Entstehungsherd tropischer Wirbelstürme ist typischerweise die Region der so
genannten innertropischen Konvergenzzone, kurz ITC genannt. Es ist eine Zone,
welche von der tropischen Sonne am stärksten aufgeheizt wird. Durch die Energie
der starken Sonneneinstrahlung wird eine grosse Menge von Wasser verdunstet und
als unsichtbarer Wasserdampf in die Atmosphäre befördert. Heisse
wasserdampfhaltige Luft ist sehr leicht und steigt deshalb schnell in grosse
Höhen. Je weiter sich die Luft von der Erdoberfläche entfernt, umso stärker
dehnt sie sich infolge des abnehmenden Luftdruckes aus. Die Energie, welche die
aufsteigende Luft für dieses Ausdehnen benötigt, schöpft sie aus der
mitgebrachten Wärme, und ihre Temperatur sinkt. Als Folge dieser Abkühlung
beginnt ab einer bestimmten Höhe der gasförmige Wasserdampf wieder zu
Wassertropfen zu kondensieren und es entstehen Gewitterwolken, auch
Gewitterzellen genannt. Da bei der Kondensation von Wasser jene Wärme wieder
freigegeben wird, welche für die Verdunstung des Wassers aufgewendet wurde,
gewinnen die Gewitterzellen grosse Mengen an Wärme zurück, was das weitere
aufsteigen der Luft beschleunigt. In den Tropen wachsen sie zu riesigen Gebilden
heran und erreichen Höhen von 18'000 Meter.
Die an den ITC entstandenen Gewitterzellen sind eine der Voraussetzungen für die
spätere Entstehung eines Wirbelsturmes. Eine weitere Voraussetzung ist eine
genügend grosse Entfernung vom Äquator, damit daraus überhaupt ein Wirbel
entstehen kann. Der Grund hierfür ist die so genannte Corialoskraft, welche ihre
Ursache in der Erdumdrehung hat. Durch die Corioliskraft beginnt die in ein
Tiefdruckgebiet einfliessende Luft auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn
um das Tiefzentrum zu zirkulieren. Auf der Südhalbkugel ist es gerade umgekehrt.
Die Corioliskraft vermag jedoch ihre Wirkung erst nördlich oder südlich des 5.
Breitengrades genügend zu entfalten. In der Nähe des Äquators ist sie
wirkungslos. Eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Wirbelsturmentstehung
ist schliesslich eine grosse Meeresfläche mit einer Wassertemperatur von 27 ºC
und höher. Nur unter diesen Bedingungen gelangt genügend Wasserdampf in die
Atmosphäre, um die Weiterentwicklung vom tropischen Gewittertief zum tropischen
Sturmtief, der Wirbelsturm, zu ermöglichen.
Tropische Wirbelstürme werden im Atlantik und im Ostpazifik Hurrikane (Hurricanes),
im zentralen und westlichen Pazifik Taifune (Typhoons) und im Raum
Indien-Australien Zyklone (Cyclones) genannt.
Quelle: Meteo Schweiz
Noch ein Taifun!
Als ob noch nicht genug Schaden durch die vergangenen drei Taifune angerichtet
worden wäre, melden die Nachrichten bereits eine weitere, noch viel stärkere
tropische Depression. Taifun „Yoyong“ soll mit Spitzengeschwindigkeit bis zu 210
Std/Km bereits 150 km vor der Küste liegen und wiederum den genau gleichen Weg
der drei vorausgegangen Stürme nehmen! Vier Taifune innerhalb von wenigen Tagen,
so was hatte es bisher in den Philippinen noch nie gegeben. Man befürchtet
bereits das Schlimmste und die Vorbereitungen laufen diesmal auf Hochtouren. „Yoyong“
bringt zum Glück keine grossen Regenfälle mehr und verläuft weit weniger
vernichtend als die drei Vorgänger. Mit seinem 700 Kilometer breiten Wolkenband,
beeinflusst er jedoch das Wetter in Leyte stark. Die Sicht auf dem Flug von
Puerto Princesa nach Cebu ist sehr eingeschränkt. Infolge der meteorologischen
Bedingungen musst der Pilot auch einen kleinen Umweg über Iloilo City (Panay)
machen, eher er Kurs über Negros Occidental und Negros Oriental auf die Insel
Cebu nimmt.
Fünf Jahre nach meinem ersten Besuch bin ich wieder zurück in Cebu City (siehe
Reisebericht Nr. 3). Cebu City ist mit 800'000 Einwohner die Drittgrösste Stadt
der Philippinen. Cebu ist eine aufstrebende Metropole und gilt als
Handelszentrum von ganz Visaya. Ausser dem geschäftigen Stadtteil beim Hafen ist
Cebu City eine angenehme, saubere Stadt.
    
Bild links: Fuente Osmena - Bild mitte: Weihnachtsbaum - Bild rechts: Provincial Capitol
Cebu ist für uns nur ein Durchgangsziel. Unsere Destination ist Moalboal an der Nordküste der Insel. Moalboal war vor dreissig Jahren der
absolute Hit zum Tauchen. 1974 zerstörte ein heftiger Sturm einen erheblichen
Teil der sehenswerten Hausriffs. Zum Glück konnte die bunte Unterwasserwelt bei
der vorgelagerten kleinen Insel Pescador den Sturm unbeschadet überstehen und
bietet heute ausgezeichnete Tauchmöglichkeiten. Nach Moalboal zu gelangen ist
auch sehr leicht. Der Aircon Bus der Ceres Tours fährt ab dem Southern
Busterminal und benötigt für die Strecke 2 ½ Stunden. Kostenpunkt: 67 Pesos,
etwa Fr. 1.40. Wer viel Gepäck hat oder ein Taxi mit anderen Passagieren teilen
kann, muss mit etwa 1600 Pesos rechnen. Es ist eine schöne Fahrt der Küste
entlang bis nach Carcar. Hier zweigt die Strasse nach Norden ab und überquert
auf einer kurvenreichen Strecke die Insel auf die Nordküste, nach Barili. Von
hier geht’s wiederum Richtung Süden. In Moalboal selber gibt es nichts. Die
Hotels und Cottages liegen alle auf einer kleinen Halbinsel an der Panagsama
Beach. Die Hinfahrt zur Beach legt man am besten mit einem Trike zurück und
kostet 30 Peso pro Person. Wer einen schönen Sandstrand erwartet, wird
enttäuscht sein. Die Panagsama Beach ist steinig, zum Baden gar nicht ideal. Wer
einen Sandstrand sucht, muss mit einem Trike zur White Beach, einige Kilometer
nördlich davon, fahren.
  
Die Fahrt mit dem Aircon Bus nach Moalboal dauert 2½ Stunden
  
Moalboal
    
Die Panagsama Beach ist zum Baden nicht ideal
    
Fahrt zur White Beach
Die Kawasan Wasserfälle
Wir sind nicht zum Baden nach Moalboal gekommen. Als mir letzten Frühling
Kollege Jens Bilder von den Kawasan Wasserfällen zeigte, war es klar. Hier musst
Du auch hin! Für uns Schweizer sind mittelgrosse Wasserfälle keine besondere
Sehenswürdigkeit. Es gibt deren bei uns so viele und so schöne. Dieser hier ist
aber einzigartig. Einige Kilometer südlich von Moalboal befinden sich bei Matutinao,
in den nicht weit von der Küste liegenden Bergen, die attraktivsten Wasserfälle
von Cebu. Beim Parkplatz wird man versuchen alle möglichen Gründe aufzuzählen
damit ein Guide dich für 150 Pesos zu den Fällen führt. Man könne sich leicht
verlaufen, der Weg sei weit etc. Dies ist alles absolut lächerlich. Der Weg
flussaufwärts ist so breit und überall sind Wegweiser angebracht, dass es ein
"Blinder" finden kann. Die Fälle sind die grosse Attraktion der Umgebung und am
Wochenende kommen die Touristen in Scharen von Cebu City. Als wir früh am morgen
bei den Fällen eintreffen sind nur wenige Leute anwesend. Man kann bei den
Fällen im Willy’s Place (hat mit mir nichts zu tun!) Übernachten und Essen.
Die Fälle sind nicht allzu gross, das Schwimmen im kühlen, kristallklaren Wasser
des natürlichen Pools, ist jedoch etwas vom Schönsten was ich bisher erlebt
habe! Mit Flossen aus Bambus, die an festgemachten Seilen über das Wasser
gezogen werden, begibt man sich zur linken Seite der Fälle. Alle müssen flach
auf das Floss liegen, denn es geht unter den Felsen hindurch hinter die
Wasserfälle. Langsam wird das Floss nun unter den Wasserfall geführt! In
tosendem Lärm prasselt das Wasser auf Dich herunter. Es ist so stark, dass es
einem beinahe die Badehose auszieht! Mit Mühe kann ich Aufrecht stehen. Es
spritzt von allen Seiten. Ach, welch ein sensationelles Erlebnis. Buben klettern
die Felsen hoch und tauchen im Acapulco-Stil in den Pool. Oberhalb des 1. Falles
gibt es noch zwei weitere Pools, die weniger besucht werden. Dieser Tag bei den
Kawasan Falls war auf jeden Fall der absolute Plausch.

In der Nähe von Matutinao sind die schönsten Wasserfälle von Cebu
    
   
Eine wunderschöne und
empfehlenswerte Unterkunft an der Panagsama Beach ist das Sunshine Pensionhouse
von Hugo. Die Gartenanlage mit Swimmingpool ist gepflegt, die Lage ruhig und die
Unterkunft erst noch preiswert. Zum Zmorge ist unbedingt das Swiss Breakfast mit
Käse und Salami zu bestellen!
    
Zu Gast bei Hugo
Zurück in Angeles City
Um 10.30 Uhr sind wir bereits in
Manila. Das Wetter ist regnerisch. Zum Glück müssen wir nicht lange auf den
Anschlussflug nach Clark warten. Als ich mein Händy wieder einschalte, finde ich
eine Nachricht von meinem Reisebüro vor: „Ihr Flug ist auf 18.00 Uhr verschoben
worden!“. Ach, diese SEAIR, dass die ihren Flugplan nie einhalten können! Als
ich mich am Schalter der Fluggesellschaft über die Verschiebung erkundige,
bestätigt mir das „liebe“ Fräulein, dass der Flug wie geplant um 14.00 Uhr
stattfindet! Weshalb ich denn frage? Ich erkläre es ihr. Sie erkundigt sich. Ja,
effektiv, der Flug ist verschoben, aber auf 16.00 Uhr! Um 15.00 Uhr heisst es er
sei auf 16.30 Uhr verschoben! Mit dieser SEAIR bekommt man noch „Vögel“. Denen
ist auch zuzumuten, dass der Flug noch ganz annulliert wird. Schlussendlich tut
sich endlich etwas: um 16.20 besteigen wir zusammen mit drei weiteren
Passagieren die Maschine nach Clark. That’s SEAIR.
Wir sind zurück in Angeles. Inzwischen sind einige Touristen mehr angekommen und
die Schweizer Kolonie ist beinahe komplett. Was sich während unserer Abwesenheit
doch alles verändert hat! Der frühere Astro Park gibt’s nicht mehr. Stattdessen
ist auf dessen Gelände ein schöner Park wie Phoenix aus der Asche entstanden.
Für einmal wirklich eindrücklich was die Filipinos hier innert kürzester Zeit
hingezaubert haben. Sogar die Strasse beim alten „Black Jack“ ist betoniert!
Wunder gibt’s, kaum zu glauben.
Wünsche und Gedanken zum neuen Jahr
Mein 5. Reisejahr geht zu Ende. Noch nie wie zuvor bin ich davon überzeugt,
dass, Gesundheit und Finanzen vorausgesetzt, ein Leben in der Schweiz kaum mehr
in Frage kommt. Die Freiheit ist einfach unbezahlbar.
Wenn ich mir zum neuen Jahr zwei Dinge wünschen könnte, dann wäre dies keine
Naturkatastrophen und vor allem keine Kriege mehr. Beides ist illusorisch.
Solange es religiöse Extremistengruppen gibt, wird es auch Kriege geben. Mit der
Wiederwahl von US-Präsident Bush weiss man nun wenigstens wolang es die nächsten
vier Jahre geht. Der einzige Unterschied zwischen Bush und Kerry liegt darin,
dass viele Leute mit einer Wahl von Kerry Hoffnungen auf eine bessere Welt
hatten, Hoffnungen die aber vermutlich auch nicht erfüllt worden wären. Viel
wird sich auch im Jahre 2005 nicht ändern: die Reichen werden reicher und die
Armen ärmer werden….
Zum neuen Jahr wünschte ich mir auch, dass die islamische Welt toleranter wird.
Diese werfen der westlichen Welt immer wieder vor, ihnen gegenüber zu wenig
tolerant zu sein. Ist dem wirklich so? Wenn jemand untolerant ist, dann sie
selber. Fragen Sie doch mal einen Ausländer der in einem islamischen Land lebt,
wie sich dieser punkto Bekleidung und Verhaltensregeln strikte an die lokalen
Sitten und Gesetzte zu halten hat? Ist es daher zuviel verlangt, wenn wir das
Gleiche von Ausländern in der Schweiz verlangen?
Unserein geht ja sogar schon so weit, dass Heiraten zwischen Homosexuellen oder
Lesben in einigen Ländern gesetzlich legalisiert wurde! Ob dies nicht schon ein
Anzeichen von fortgeschrittener Dekadenz unserer westlichen Gesellschaft ist?
Lob für die amerikanische Katastrophenhilfe
Nur wenige Tage sind nach dem Verfassen meiner Neujahrswünsche vergangen, als
eine neue Naturkatastrophe die Welt erschüttert. Vor knapp drei Wochen waren wir
noch von den Bildern der Verwüstung in den Philippinen geschockt. Was aber am
26. Dezember passiert ist, ist eine Tragödie von immensem Ausmasse. Zahlreiche
Freunde und Bekannte, die über meinen genauen Aufenthaltsort nicht genau im
Bilde waren, haben sich besorgt via E-mail und Telefon über mein Wohlergehen
erkundigt. Ich möchte mich hiermit bei allen dafür recht herzlich danken. Es ist
doch schön zu wissen, dass man in solchen Momenten von den zu Hause gebliebenen
nicht vergessen wurde. Doch die Gedanken gehen an all jene, welche in dieser
schrecklichen Katastrophe Familienangehörige, Freunde oder Bekannte verloren
haben. Es gibt noch so viele Vermisste, die Ungewissheit, ob sich vielleicht
darunter auch jemand aus meiner Bekanntschaft befinden könnte, ist bedrückend.
Wenn ich mich bisher über das Verhalten der USA nicht immer positiv geäussert
habe, muss ich diese für ihre humanitäre und zivile Hilfe bei Katastrophen
diesmal loben. Schon der sofortige Einsatz des 700köpfigen 3rd Expeditionary
Maritime Corps (in Okinawa stationiert) unter der Leitung von Brigadier Glueck
in den durch den Taifun „Mammie“ zerstörten drei Provinzen war exemplarisch.
Wenn die USA manchmal als „Grossmaul“ kritisiert werden, so bieten diese jedoch,
im Gegensatz zu anderen Mächten, punkto Logistik und Effizienz, etwas was kein
anderes Land in der Welt nur annähernd tun kann.
Bereits einen Tag nach der Tsunami-Katastrophe wurde das 3rd EM Corps nach
Thailand und Sri Lanka verschoben. Dazu stehen 15'000 Mann der West Pazifischen
Truppen sowie der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor der Küste Indonesiens
im Einsatz. Dies kostet die USA 20 – 30 Mio US $ pro Tag. So was musste auch mal
gesagt werden.
Heimreise auf Umwegen
An den Plänen meiner Rückreise in die Schweiz (Besuch) ändert sich mit dieser
Katastrophe nichts. Diese wird am 31. Januar 2005 mit dem Flug Manila – Bangkok
beginnen. Sie wird allerdings rund 2 ½ Monate in Anspruch nehmen. Sofern alles
klappt, sollte ich via Thailand, Malaysia, Sri Lanka, Süd-Indien gegen Mitte
März in Kathmandu (Nepal) eintreffen.
Um den Flug nach Genf anzutreten, muss ich dann allerdings wieder nach Bangkok
zurück. Dort wird sich dann herausstellen, ob die Kuwait Airways, den Flug
Kuwait – Genf nun wirklich aus ihrem Flugplan gestrichen hat oder nicht (letzten
Juni hiess es sie würden ab 31.10.2004 Genf nicht mehr anfliegen). Für Spannung
ist auf jeden Fall schon gesorgt!

Meine geplante Rückreise in die Schweiz
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