Utor: Ein gewöhnlicher Taifun So erlebte ich meinen ersten Wirbelsturm
(MP 02 / 14.01.2007)
Leider hört man in den Nachrichten in Europa
meistens nichts Gutes aus den Philippinen. Naturkatastrophen sind an der
Tagesordnung. Wenn nicht Vulkanausbrüche, dann sind es Schlammlawinen, Erdbeben,
Überschwemmungen oder Wirbelstürme die für Zerstörung sorgen. Vorletzte Woche
gab es in der Region von Albay/Legaspi (Süd-Luzon) wieder so eine Katastrophe
welche über Tausend Menschenleben forderte. Und immer sind die Ärmsten am
schlimmsten getroffen. Was so eine Katastrophe für die Menschen bedeutet, können
wir gar nicht nachvollziehen.
Viele von Euch haben sich, wie beim Tsunami, wiederum Sorgen um mich gemacht.
Diejenigen, welche in der Zwischenzeit noch nicht wissen wo ich genau wohne,
geht auf meine Webseite, klickt „Neue Destinationen“ an, unter „Sari Sari und Trike“, dort hat es eine Landkarte.
Letzten Samstag, am 9. Dezember, sind allerdings auch wir von einem
mittelstarken Wirbelsturm voll getroffen worden. Einige Familien mussten aus
ihren einfachen Nippahütten direkt am Meer flüchten und fanden in unserem Haus
Zuflucht. Es gab zum Glück nur Sachschaden. Seither sind wir jedoch ohne Strom
und es ist zu befürchten, dass diese Situation noch einige Wochen andauern wird.
Zum Glück funktionieren in der 20 km entfernten Provinzhauptstadt Borongan
wenigstens die Telefonverbindungen, die Internets und die ATM’s. Weihnachten
werden wir also sicher bei Kerzenlicht verbringen.
Ich bin gefragt worden wie man denn so etwas miterlebt? Nun, wie gesagt, Taifune
sind hier in den Philippinen keine Seltenheit. Es gibt deren jedes Jahr etwa
dreissig davon. Wie solche entstehen habe ich übrigens unter der Rubrik
„Mabuhay“,
Teil 36 – Taifun Winnie, beschrieben. Es gibt ein Frühwarnsystem. Sobald sich im
Pazifik „etwas“ zusammenbraut und auf die Küste zukommt, gibt es Signal 1. Man
weiss zu diesem Zeitpunkt aber manchmal noch nicht wie sich das Ganze entwickeln
wird, ob es bei einer tropischen Depression bleibt und welche Richtung diese
nehmen wird. Je nachdem wo man wohnt, nimmt man dies eher gelassen. In Angeles zB. bedeutete dies für uns einfach Regen und Wind. An der Küste hier sieht es
aber etwas anders aus. Vor allem die Fischer sind betroffen. Sie sind daher
immer bestens informiert. Am Freitagmorgen kam Signal 1 heraus, am Nachmittag
schon Signal 2. Der Taifun lag zu diesem Zeitpunkt noch 600 Km von der Küste
entfernt. Für die Fischer bedeutet dies an Land zu bleiben und die
Katamaranboote an Land zu ziehen. Die Sturmwarnung wird auch in Radio und TV
mitgeteilt. Nur, wer hat hier schon Radio und Fernsehen? Und was wenn eine
solche Meldung in eine Periode mit Stromausfall fällt? Die Warnung wird daher
auch über die Händys mitgeteilt. Für mehr Infos muss man bezahlen. Auch wir
haben eine solche Meldung erhalten, uns aber nicht speziell darum gekümmert.
Es hat die ganze Nacht hindurch stark geregnet. Als ich am frühen morgen die
Küche betrete, steht diese einen Zentimeter unter Wasser. Der peitschende Wind
hat den Regen durch die noch unbeglasten Fenster der Küche und des 2. Stockes
geblasen. Mit einer Holzplatte können wir den eindringenden Regen stoppen und
die Küche wieder wohnbar machen. Der Taifun liegt nun 180 km von der Küste
entfernt und kommt direkt auf uns zu. Signal 3 ist herausgegeben worden. Auch zu
diesem Zeitpunkt mache ich mir keinerlei Sorgen. Unsere Arbeiter erscheinen wie
üblich um sieben Uhr zur Arbeit. Der Maurer und die Schreiner wollen des Wetters
wegen wieder nach Hause. Na, wegen ein bisschen Wind, er blies nun schon recht
heftig, wird man doch wohl nicht gleich davonrennen! Auf der windgeschützten
Seite arbeiten die Maler weiter. Der Wind wird immer stärker. Ich will mal
schauen wie sich das Draussen anfühlt. „Geh nicht raus, es ist gefährlich!“ werde
ich gewarnt. Doch, wie wir Ausländer halt sind, gehe ich trotzdem. Ich muss
heftig gegen den Wind kämpfen um einen Schritt nach vorne machen zu können. Es
ist keine „Sau“ draussen, nur ich alleine. Der schöne Papayabaum hinter dem Haus
hat es bereits geknickt. Ach, wie jammerschade! Der kleine Arbeitsplatz unserer
Schreiner hat es auch abgedeckt. Das Wellblech liegt einige Meter daneben. Ja,
richtig, man sollte bei einem solchen Sturm nicht raus, Die Gefahr von
herumfliegenden Trümmern getroffen zu werden ist gross. Es könnte ja auch eine
Kokosnuss herunterfallen.
Hinter unserem Haus hat es den Papaya- und Bananenbaum bereits geknickt...
Ich
besuche kurz unsere befreundete Familie in ihrer kleinen Hütte direkt am Meer.
Mensch! dort drin ist es schon ganz anders als gemütlich. Die ganze Familie ist
zusammen gekauert. Auf den Gesichtern der Kinder ist Angst zu lesen. Die
Erwachsenen nehmen es mit Humor. Ist ja schliesslich nicht der erste solche
Sturm den sie erleben. Jede Böe heult und pfeift durch die Ritze und scheint
jeden Moment das Blechdach abdecken zu wollen. Zurück in unserem Haus verfolge
ich vom 2. Stock aus vergnügt wie die beiden Kokospalmen vis-à-vis von uns von
den Sturmwinden zersaust werden. Der Sturm hat nochmals an Intensität
zugenommen und die vorher besuchte Familie ist zu uns in die schon vom Hausumbau
her völlig überfüllte Küche geflüchtet. Etwa zwanzig Personen, vom Bebé bis
zum Grossvater finden bei uns Zuflucht. Ihr Allerwichtigstes haben sie in
Plastiksäcken und Taschen mitgebracht. Gegen Mittag tobt der Sturm am
schlimmsten. Die Bananenbäume um unser Haus hat es wie Streichhölzer geknickt.
Unsere beiden Kokospalmen schwanken immer drohender. Ich warte schon darauf,
dass diese bei der nächsten Böe auch fallen, doch wie ein Wunder halten sie den
Sturmwinden stand. Der im 2. Stock eintretende Regen tröpfelt nun in die Küche
hinunter. Alles ist nass. Wind und Regen lassen urplötzlich nach, als ob man
diese mittels Knopfdruck abgeschaltet hätte. Unsere Freunde kehren in ihr Haus
zurück. Na also, war ja gar nicht so schlimm! Es ist gespenstisch ruhig. Eine
trügerische Windstille. Nach einer halben Stunde kommt der Wind, so wie er
verschwunden ist wieder auf. Diesmal aber von der anderen Seite! Tja, wir
standen für eine kurze Zeit im Zentrum, im Auge des Taifuns. Der Wind bläst nun
direkt auf unseren Ladeneingang zu. Wir müssen schliessen. Die Böen sind derart
heftig, dass es droht die Ladentür aus Alublech einzudrücken. Während einer
halben Stunde muss ich mich regelrecht dagegen stemmen. Ich finde dies aber
noch lustig. Gegen 16.00 Uhr ist der Sturm zum Glück vorüber. Beim ersten
Rundgang in der Umgebung beobachte ich, dass einige Dächer der Nippahütten in
Mitleidenschaft gezogen worden sind, bei den grösseren, etwas stärker gebauten
Hütten, scheint es nur kleine bis mittlere Schäden gegeben zu haben. Am meisten
bin ich von den unzählig geknickten Bananenstauden beeindruckt. Welch ein
desolates Bild. Viel wichtiger ist aber, dass anscheinend keine Menschen zu
Schaden gekommen sind.
Die Roxas Street nach dem Taifun
Nach dem Sturm
Die Leute beginnen sofort um ihre Häuser aufzuräumen. So was habe ich bisher bei
den Filipinos noch selten gesehen. Es braucht scheinbar einen Taifun damit sich
die Leute auf solche Tätigkeiten besinnen. Voll mit Aufräumarbeiten beschäftigt,
habe ich gar nicht bemerkt, dass der Strom ausgefallen ist. Auch so was gehört
hier zur Tagesordnung, Manchmal sind die Unterbrüche kürzer, manchmal länger. Da
regt sich niemanden auf. Da es um diese Jahreszeit bereits um 17.30 dunkel wird,
gilt es sich auf die Nacht einzurichten. Bei Einbrechen der Dunkelheit gibt es
einen kleinen Andrang vor unserem Ladeneingang. Kerzen und vor allem Petrol für die
Petrollampen werden verlangt. Zum Glück hatten wir wenige Tage zuvor noch
zwanzig Liter eingekauft. Durch den Stromausfall funktionieren auch die Händys
nicht. Auch die Wasserpumpe läuft nicht. Dies trifft im ganzen Quartier
allerdings nur Wenige, denn überall anderswo wird das Wasser in Kübeln von der
manuellen Wasserpumpe herbeigetragen. Dies ist für uns ungewohnt, vor allem für
„unsere“ Kinder, die sind in dieser Beziehung schon total verwöhnt und es gibt jedes
Mal ein „Theater, wenn Wasser geholt werden muss. Es ist feuchtheiss und
windstill. Wie werde ich ohne Ventilator schlafen können? Nun, ich habe schon
drei Wochen ohne Klimaanlage überlebt, auch dies werde ich wohl überleben..
Business ohne Strom
Es ist eine unheimlich lange Nacht. Kunststück wenn man bereits um 19.00 Uhr
Schlafen geht. Als ich zum ersten Mal erwache um den Comfort Room zu besuchen,
bin ich im Glauben, dass es bereits frühmorgens ist. Es ist aber erst 22.00 Uhr.
Ich muss in dieser Nacht noch weitere zweimal aufs Klo. Anscheinend wirkt meine
Höhenakklimatisation vom Trekking in Sikkim noch immer! Selten wie noch nie
ersehne ich mich nach dem Tagesanbruch. Um 05.15 Uhr bin ich auf. Die erste
Nacht ist überstanden. Eine Nacht im Schweiss gebadet, eine furchtbare Nacht.
Bei Kälte kann man wenigstens etwas anziehen, aber bei dieser Hitze! Was kann
man „füdleblut“ noch ausziehen? Und dann diese verdammten Mücken! „Lamuk“ wie
sie hier in Warai heissen, sind wirklich ekelhafte „Sauviecher“. Draussen
herrscht bereits eine rege Tätigkeit. Überall werden die abgebrochenen Äste
eingesammelt und auf der Strasse zur Abfuhr deponiert. In der Ferne höre ich
eine Motorsäge. Unzählige Bäume sollen angeblich den National Highway nach
Borongan blockieren. Ich begegne zufällig dem Bürgermeister. Laut ihm soll der
Stromausfall in vier bis fünf Tagen wieder behoben sein. Einheimische rechnen
aber eher mit ein bis zwei Monaten! Schöne Aussichten! Dadurch können unsere
Schreiner und der Plättlileger nicht arbeiten. Der Kauf eines Generators ist
plötzlich Priorität geworden.
Zwei Tage nach dem Unwetter fahren wir nach Borongan. Unzählige Bäume liegen
noch auf der Strasse, die inzwischen bei den betroffenen Stelle einseitig
befahrbar ist. Es sind vor allem Paper Trees, Bäume mit Flachwurzeln die es
entwurzelt hat. Die Stromleitzng ist an etlichen Stellen durch die umfallenden
Bäumen beschädigt, auch Elektrizitätsmasten sind geknickt. Die Reparatur wird
ganz bestimmt länger als die vom Bürgermeister erwähnte Zeit dauern. Es ist zu
befürchten, dass wir Weihnachten bei Kerzenlicht feiern werden. Ein solcher
Sturm hat aber auch seine Vorteile, es gibt Holz. Holz ist nämlich sehr teuer
und geschützt. Etliche Leute sind damit beschäftigt dieses „legale“ Holz zu
gewinnen. Diejenigen mit Motorsägen sagen aus den geknickten Stämmen gleich
Holzbretter, die meisten haben aber nur Äxte und machen daraus Bündel Brennholz,
die zu 100 Pesos verkauft werden. In Borongan scheint das übliche Tricycle-Chaos
noch schlimmer zu sein als bisher. Offensichtlich sind viele Leute der Umgebung
in die Stadt gekommen um Material für die Häuserreparatur einzukaufen. Das so
dringend notwendige Petrol für die Lampen ist an den drei Tankstellen schon
ausverkauft. Dank den Generatoren laufen wenigstens die Bankautomaten und das
Internet im Upmall Town. Auch das Signal für mein Händy funktioniert hier. So
kann ich wenigsten meinen Freunden und Kollegen im In- und Ausland Entwarnung
geben.
Eine Woche ist seit dem Sturm vergangen. Die Gemeindeverwaltung hat es noch
nicht geschafft die Abfälle des Sturmes abzuführen. Wenn die Arbeiter der
ESAMELCO, unser lokales Elektrizitätswerk, auch so „lauere“, dann haben wir
nächsten Sommer noch keinen Strom. Das Leben hat sich inzwischen normalisiert.
Für viele der Leute geht das Leben, mit oder ohne Strom, normal weiter.
Betroffen sind nur diejenigen die Kühlschrank, Fernseher, Händys besitzen. Wir
haben nun aber selber Strom. Der Kauf eines secondhand Generators war eigentlich
für später vorgesehen, die Investition musste aber, der aussergewöhnlichen
Situation zufolge, jetzt gemacht werden. Damit haben wir gleich zwei Fliegen auf
einen Schlag getroffen. Die Arbeiter können weiter arbeiten und unsere
Kühlschränke sind wieder in Betrieb. Wir sind damit der einzige Sari-Sari in
unserem Barangay der gekühltes Coke, Pepsi, Sprite, 7up und Bier verkaufen kann,
mit einem Aufschlag von zwei Pesos natürlich. Ach, ihr könnt Euch gar nicht
vorstellen wie nach drei Tagen lauwarmen Wasser ein eiskaltes San Miguel Bier
schmeckt: himmlisch! Wenn das so weitergeht werde ich noch zum Biertrinker! Der
Renner ist Eiswasser. Mit dem Erlös hoffen wir einen Teil der Dieselkosten
decken zu können. Dieser ist derzeit 34.86 Pesos für einen Liter. Dazu brauchen
wir aber auch noch regelmässig Öl, das auch 165 Pesos die Büchse kostet. Auch
ich profitiere von unserer Stromproduktion und kann meinen Laptop wieder in
Betrieb nehmen.
Unser 2nd hand Generator mit dem Kabelanschluss an Netz!
Es hat sich schnell herumgesprochen, dass bei uns ein Generator läuft. Als am
Sonntag mehrere Leute im Laden erscheinen um ihr Händy aufzuladen, setzten wir
unsere „Maschine“ wieder in Betrieb. Ein Händy aufladen kostet 10 Pesos. So
haben wir ein neues Geschäft. Und dieses floriert mit jedem Tag mehr. Gestern
waren es 290 Pesos. Zum Vergleich, ein Hilfsarbeiter auf dem Bau erhält einen
Tageslohn von 150 Pesos, eine Verkäuferin in einem Laden etwa 50 Pesos. Solches
Business scheint jedoch in abgelegenen Gebieten ohne Strom üblich zu sein. Eine
Frau im Generatorladen in Borongan erzählte uns, dass die Stromerzeugung ihr
Business sei. Sie erzeugen Strom von 18.00 bis 21.00 Uhr und verlangen den
Haushalten pro Birne für eine Stunde 10 Pesos, für das TV 20 Pesos.
Um 21.00 Uhr ist auch meistens bei uns Schluss und wir kehren wieder zum
Kerzenlicht zurück.
Das Geschäft mit dem Händy aufladen floriert
Meine Erfahrung
Meine erste Erfahrung mit einem Wirbelsturm war eigentlich recht amüsant. Mit
120 bis 150 Km/Std. handelte es sich nur um einen mittelstarken Sturm, also
eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Solche Stürme gibt es auch in der Schweiz,
nur dass hier ein Wirbelsturm einen Durchmesser von mehreren Hundert Kilometern
hat. Unsere Häuser sind auch wesentlich stärker gebaut. Für die Leute hier in
ihren einfachen Hütten sieht die Geschichte schon ganz anders aus. Wenn dazu
noch menschliches Leid dazu kommt, es kein sauberes Wasser und keine Nahrung
gibt, kann ich mir ganz gut vorstellen, wie schnell die Lage kritisch werden
kann. Wenn man zudem noch von der Aussenwelt abgeschnitten ist und dringend auf
erste Hilfe angewiesen ist, dauert jede Stunde bei dieser unerträglichen Hitze
eine Ewigkeit. Ein solch langer Stromausfall war für mich aber eine echte
Erfahrung. Was es heisst ohne Strom zu sein, kann man sich gar nicht so richtig
vorstellen. Es läuft gar nichts mehr. Nicht nur das Licht, der Ventilator oder
die Aircon geht nicht, es gibt auch kein Fernsehen, das Händy hat kein Signal
oder ist nicht aufgeladen, der Kühlschrank läuft nicht womit die Ware verdirbt.
Besonders ärgerlich für meine aus Angeles mitgebrachten Kalbsbratwürste und das
Kilo Greyerzer-Käse! Noch vor einigen Jahren hätte ich mir nicht vorstellen
können an einem solchen Ort wohnen zu können. Die Vorstellung von der Aussenwelt
abgeschnitten zu sein, wäre für mich zu sehr beängstigend gewesen...
Nachträglich bin ich erstaunt, wie wenig „meine“ Leute Vorkehrungen zu diesem
Sturm getroffen haben. Spätestens bei Signal 2 hätte man doch reagieren sollen
und dafür sorgen müssen, dass genügend Reis, Kerzen, Petrol, Diesel, Batterien
am Lager sind. Wir hatten nicht einmal eine Taschenlampe! Aber da es in der
Taifunzeit (Dezember bis März) fast jede Woche eine Sturmwarnung gibt, gilt es
sowieso immer genügend Ware am Lager zu haben. Dies können die meisten Leute
aus finanziellen Gründen aber gar nicht.
Weihnachtsgeschenk
Auch am 14. Tag nach dem Sturm gibt es noch immer keinen Strom. Aufgrund des
guten Geschäfts mit dem Eiswasser und Händy-Aufladen, kann diese Situation von
mir aus ruhig noch einige Tage andauern, denn wir haben für Weihnachten 19
Kisten Bier am Lager…
Am 24. Dezember ertönt um 09.00 Uhr plötzlich wieder die lautstarke Musik von
der am Strand gelegenen Karaoke. Der Strom ist zurück, juhui. Welch ein
Weihnachtsgeschenk. Aber damit ist es leider auch mit der Ruhe vorbei. Bis 02.30 Uhr morgens
dröhnt der Bass zu uns hinüber. Wie können so was die direkten Nachbarn nur
aushalten? Das ist ja furchtbar! Auch bei uns geht es wieder laut zu. Der
Fernseher läuft mit voller Power. Ach, waren diese vierzehn Tage doch
eine schöne Zeit.
Eine Woche nach dem Sturm (Bild links): die Bananenstauden wachsen schnell nach
Back to normal
Es vergehen gerade mal 39 Stunden, schon erleben wir den nächsten „brown out“,
Stromausfall. Was für Zustände in diesem Lande doch herrschen! Und da verkündet die
Präsidentin noch mit Stolz, dass die Philippinen nun ein „Zweitweltland“ sei. Die „gute“
Frau müsste einmal hierher kommen, aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln,
nicht mit der Luxuslimousine oder mit dem Helikopter wie es die hohen Politiker
ja meistens tun. Leider können wir nicht sofort auf unsere Notstromgruppe
umschalten, der Tank ist
leer...!
PS. Die Müllabfuhr ist noch immer nicht vorbei gekommen.