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Mabuhay Besucher in Maydolong (MP 07 / 18.03.2008)

Fingerabdrücke

Die gesetzlichen Aufenthaltsbestimmungen für Ausländer in den Philippinen sind sehr grosszügig. Ohne Visum kann man sich 21 Tage im Lande aufhalten, wer länger bleiben möchte kann eine Verlängerung auf 59 Tage beantragen. Wem es noch immer gefällt, und es soll deren geben, kann bis nach Ablauf eines Jahres seinen Aufenthalt jeweils für weitere 59 Tage verlängern. Dann muss man jedoch das Land verlassen (neuerdings soll man nun sogar 16 Monate bleiben können). Wer sich länger als sechs Monate im Lande aufhält, muss allerdings vor der Ausreise eine Exit Clearance in Manila einholen (siehe auch Bericht „Einen Tag auf der Immigration in Manila“ unter der Rubrik Neue Destinationen/Swiss Frey’s Peak BC Trekking). Um den Kampf gegen Verbrechen und Terrorismus zu verstärken, hat der neue Immigration-Boss Marcelino Libanan die Bestimmung eingeführt, von jedem Ausreisenden der eine EC benötigt, die Fingerabdrücke zu registrieren! Um sich nicht allzu sehr über den Sinn dieses Prozedere zu ärgern, nimmt man das Ganze am Besten auf die leichte Schulter. Die Leute der Immigration sind freundlich und sehr hilfsbereit. Um die Unterschrift des Chefs schneller zu erhalten, wird einem auch geraten, dem Pass dreihundert Pesos beizulegen! Nach zwei Stunden hatte ich bereits mein Papier. Tja, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich auch den Abendflug nach Bangkok buchen können. In den Philippinen muss man jedoch immer mit dem „worst case“ rechnen.
Aus meinen Reisezielen nach Kambodscha und Vietnam wurde leider nichts. Schon vorher hatte ich aus Preisgründen und ohne Trekkingbegleiter den Flug nach Kathmandu abgesagt. Mit zunehmenden Alter scheine ich immer weniger motiviert zu sein alleine etwas zu unternehmen. Ziemlich bald war mir klar, dass ich frühzeitig in die Philippinen zurückkehren würde. Die ganze Umbucherei des Fluges kam mich schlussendlich recht teuer zu stehen.

  
Bild links: Meine Exit Clearance - Bild rechts: der neue Immigration Boss

Dream - Der Traum von TV5 Monde

Zurück in Maydolong beschliesse ich mir das Satellitenfernsehen von „DREAM“ mit dem Programm von TV5 Monde zu leisten. Das französische Programm mit Beiträgen aus der Schweiz u.a. das Téléjournal, ist das einzige „echte“ Fernsehprogramm das im Kabelprogramm angeboten wird. Noch während die Schüssel montiert wird, versichert mir der Monteur wiederholt, dass TV5 Monde wie im Prospekt vermerkt, auch wirklich angeboten wird. Bei der Einstellung der Kanäle ist jedoch kein TV5 zu finden! Ich erkundige mich beim Kundendienst von DREAM und erfahre, dass die unpopulärsten Sender seit Mitte August auf dem Angebot gestrichen wurden, darunter eben der französische Sender. TV5 ein unpopuläres Programm? Welch eine Frechheit! Ich bin wütend darüber und interveniere bei der Direktion. Ich informiere gleichzeitig die Alliance Française sowie die Botschaften von Frankreich, Kanada und Belgien. Nur drei Tage später meldet sich die französische Botschaft. Der Beauftragte für audio-visuelle Angelegenheiten teilt mir mit, dass eine Unterredung mit der Direktion von Dream verlangt wurde. Ob das Treffen stattgefunden hat und was dabei rausgekommen ist, habe ich leider bisher nicht erfahren. Doch auch ohne TV5 Monde bin ich mit der Übertragung des Tennis-Masters Turnier in Shanghai erstmals von meinem Satellitenfernsehen entzückt.

  

Kein Taifun, dafür Unwetter und Erdbeben

Im Jahr 2007 sind wir von Taifunen glücklicherweise verschont geblieben. Einzig In der letzten Novemberwoche wütet Taifun „Mina“ mit Windspitzengeschwindigkeiten bis zu 195 Std/Km. Dieser zieht aber nordwestlich an unserer Provinz Richtung Catandunas und Camarines vorbei. Die Ausläufer von „Mina“ bringen starke Winde die im MEG einige Bananen- und Papayabäume knicken, heftige Regenfälle und eine stürmische See. Wie oft hatte ich den befreundeten Hausbewohnern direkt am Strand meine Bedenken geäussert und ihnen vorgeschlagen, zum Schutz vor hohen Wellen, eine kleine Steinmauer zu bauen oder Sandsäcke zu errichten! Nichts ist geschehen. Obwohl die Wellen nur mittelstark sind, treten diese prompt übers Ufer. Durch grössere Wellen wären einige Häuser ernsthaft in Gefahr gewesen. So wird vermutlich weiterhin nichts geschehen bis die Leute eines Tages ihr Hab und Gut verlieren werden…

    

    

    

Wegen der stürmischen See können die Fischer während Tagen nicht auslaufen. Statt Fische schenkt ihnen das Meer jedoch ein anderer Segen: Holz! Durch die heftigen Regenfälle in den Berghügeln der Umgebung hat es viele Bäume von den Flüssen ins Meer gespült, das von den Anwohnern als kostbares Brennholz oder als Bauholz verwendet wird. Auch viele Kokosnüsse hat es ins Meer gespült. Diese werden bei Ebbe von den Kindern eingesammelt und daraus Kopra erzeugt (getrocknetes Kernfleisch aus dem Kokosöl gewonnen wird), das für vierzehn Pesos das Kilo verkauft werden kann.

    

  

Vierzehn Tagen später bebt um 05.43 Uhr die Erde mit einer Stärke von 5,4. Solche Beben sind in den Philippinen keine Seltenheit. Das Epizentrum des Bebens liegt zweiundneunzig Kilometer nördlich von Borongan. Klirrende Scheiben reissen uns an diesem Morgen aus dem Halbschlaf. In den meisten Fällen wacht man bei nächtlichen Erdbeben erst kurz vor deren Ende auf. Diesmal erleben wir es von Beginn weg und es schien kein Ende nehmen zu wollen. Tja, ein Leben am Pazifik ist nicht ungefährlich. Die Gefahr eines Tsunamis erwähnen wir lieber gar nicht. Da würden auch Sandsäcke nichts nützen…

Caroling: eine Weihnachtstradition

Einige Leser haben mich anlässlich der Weihnachts- und Neujahrsgrüssen gefragt, ob es denn so was bei uns auch gebe? Und wie! Es sei daran erinnert, dass die Philippinen das einzige katholische Land in Südostasien ist. Bereits Anfang Oktober startet in den grossen Einkaufszentren das Weihnachtsgeschäft. Nicht alle katholische Filipinos feiern jedoch Weihnachten. Für eine Million Menschen, Mitglieder der Kirche "Igesia ni Cristo" ist Christus nicht am 24. Dezember geboren! Für mich ein weiterer Beweis wie die naiv doch die Menschheit ist, die seit Jahrhunderten alles glauben was ihnen erzählt wird ohne zu hinterfragen ob es auch die Wahrheit ist. Von der Morgenmessen um 04.00 Uhr bin ich glücklicherweise verschont geblieben.

  
Unser Weihnachtsbaum

Ab 16. Dezember ziehen die Kinder zum „caroling“ – singen - von Haus zu Haus. Sie bekommen dafür einen Peso. Einige zeigen sich dabei recht erfinderisch. Aus leeren Büchsen werden Trommeln und mit Coladeckel Tamburine gebastelt. So etwas verdient einen extra Peso. Allzu grosszügig darf man allerdings nicht sein, denn das spricht sich schnell umher. Unser Laden wird jeden Abend von Sängern derart bestürmt, sodass wir einige Male frühzeitig schliessen müssen! Eine Woche vor Weihnachten wird jeden Morgen die Messe um 04.00 Uhr abgehalten. Weihnachten wie Neujahr wird hier mit ohrenbetäubenden Feuerwerken, Petarden und Krachern begleitet. Nicht ungefährlich. Jedes Jahr werden dabei mehre Hundert Leute von Feuerwerkskörpern und Querschlägern von Pistolenschüssen verletzt, sogar getötet (siehe auch Bericht hierzu unter der Rubrik Mabuhay, Bericht 8 – „Wer schiesst wird gefeuert“). Über die Festtage 2006/2007 meldeten die Spitäler landesweit mehr als 600 Verletzte und mindestens sieben Tote. Gemäss Polizeichef General Avelino Raton soll es dieses Jahr, im Vergleich zu anderen Jahren, friedlicher zugegangen sein. Es wurden lediglich 450 Verletzte gemeldet. Er führt diesen Rückgang auf die Kampagne der Polizei und des Gesundheitsministeriums zurück, gefährliche selbst gebastelte Kracher zu beschlagnahmen.

Die Festtage zum Jahresende sind für mich kein Anlass um überschwänglich zu Feiern, im Gegenteil. Dass der Dow Jones und der SMI in den letzten Tagen „abgesackt“ sind, kümmert ausser mir, hier wohl niemanden. Auch der monatliche Geschäftsabschluss des Ladens und des Trikes sind unter den Erwartungen geblieben.

    

    

    

    

    
Drei Tage vor Weihnachten mischen sich auch die Erwachsenen unter die Sänger

  

Acht Jahre im Ausland

So geht für mich bereits das achte Jahr in Südostasien zu Ende. Tja, die Zeit geht überall schnell vorbei. Mit den Einheimischen zusammenleben zu müssen ist nicht immer einfach, denn ihre Denk- und Lebensweise ist Abbild ihrer Erziehung und Ausbildung. Je länger ich hier wohne, umso mehr bestätigt sich meine erste Einschätzung, wonach viele Leute oft aus Eigenverschulden zu „nichts“ kommen. Mit einer solchen Passivität, Interessen- und Ideenlosigkeit kann es ja zu keinem Fortschritt kommen. Dass der durchschnittliche Filipino zudem als faul bezeichnet wird, stammt nicht von mir, sondern von den Ehefrauen selber. Wenn ich aber sehe wie die Buben erzogen werden, haben die Frauen teilweise selber Schuld daran. Tja, eine gute Kindererziehung und Schulausbildung, dies sind die Grundvoraussetzung um, in einem Lande das bald eine Bevölkerung von Hundert Millionen Menschen aufweisen wird, überhaupt eine Zukunftschance zu haben. Dass ich mit 59 Jahren noch mit Kindererziehung konfrontiert werde, hätte nicht unbedingt sein müssen. Das beinahe tagtägliche „Gstürm“ mit „unseren“ Kindern – das Mädchen ist 10, der Bube 14 – bringt mich des öfteren in Rage. Aber wem erzähl ich das, die meisten von Euch haben dies sicher auch durchgemacht. Obwohl nicht immer alles vom Westen übernommen werden muss, gibt es bestimmte Anstandsregeln die weltweit gelten und es ist sicher nicht zuviel verlangt, dass die Kinder z.B. zuerst fragen bevor sie etwas aus dem Laden nehmen und „Danke“ sagen wenn sie etwas erhalten. Kinder müssen auch lernen Sorge zu den Sachen zu tragen. Von woher müssen sie es aber lernen. Nicht umsonst sagt man von den Erwachsenen, dass sie „grosse“ Kinder sind. Natürlich, dies gilt nicht für alle, für den durchschnittlichen Filipino trifft es aber halt zu. Vielleicht ist es in anderen Provinzen anders. Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren. Ein kleiner Sonnenschein ist derzeit die Tochter von Jennifers Schwester, Tricia (2). Ob sie eine bessere Erziehung haben wird? Solange sich ihr Vater lieber um seinen „Güggel“ kümmert, bezweifle ich es sehr.

Als Ausländer hat man sich in seinem Gastland anzupassen. Am meisten zu „schaffen“ macht mir, dass dieses schöne Land so furchtbar „veramerikanisert“ ist. Schade. Der Filipino ist auch nicht einer der reklamiert. So was gehört sich nicht. Aber gerade deshalb funktioniert so vieles nur mangelhaft in diesem Lande. Es geht sogar so weit, dass es unhöflich ist Leute an ihre Schulden zu erinnern! Eine solche unkritische Gesellschaft, die sich auch politisch viel zu viel gefallen lässt, wird natürlich von der Regierung gerne gesehen. Und laut geht es hier zu. Wenn der Nachbar Musik abspielt, muss es immer das ganze Quartier mit anhören! Rücksicht auf den Mitmenschen ist ein Fremdwort. Von der Sauberkeit sprechen wir lieber gar nicht. Des öfters habe ich mich schon gefragt, wie ich es hier überhaupt aushalte. Der Grund ist einfach: wie Eingangs dieses Berichtes erwähnt sind die Aufenthaltbestimmungen sehr entgegenkommend und ich habe hier nun ein Zuhause in welchem ich, obwohl das Leben auch hier ständig teurer wird (Inflationsrate 4,9%), relativ günstig leben kann. Hier zu leben ist auch eine Herausforderung an sich selbst. Mann muss lernen sich zu organisieren. Seinen Salat, Schnittlauch oder Koriander selber zu pflanzen, sein Brot selber zu backen sind Erfolgserlebnisse. Hier ist nichts selbstverständlich und so lernt man vieles wieder zu schätzen. Man muss sich auch zu beschäftigen wissen. Nach wie vor bin ich tagtäglich bemüht mein Büchlein „CH-8000“ zu vertreiben, (in der Zwischenzeit habe ich deren 382 Exemplare verkauft) sowie meine umfangreiche Dokumentation über die Schweizer Bergsteiger im Himalaya und Karakorum zu komplettieren. Meine Internetverbindung bedeutet für mich das Tor zur Welt. Leider ermöglicht die langsame Verbindung keine Gratis-Telefongespräche von PC zu PC mit Skype, aber „chatten“ geht. So freue ich mich jedes Mal riesig wenn ich mit der Schweiz verbunden bin. Ich wünschte mir noch mehr Kollegen, um mit ihnen ab und zu „chatten“ zu können, ansonsten gibt es ja auch noch das Telefon (75 Rappen für fünf Minuten!)

Geschichten aus dem Alltag

Vogelgeschichten
Wie Kinder so sind: da wird gestürmt ein Haustier besitzen zu dürfen und nach zwei Tagen kümmern sie sich nicht mehr darum. Tiere sind keine Spielzeuge! So bin ich wiederum derjenige der sich um die Vögel sorgen muss. Jedes mal wenn’s ums Fressen geht sind diese am streiten, dass die Federn fliegen. Ich stelle ihnen zwei Näpfe in den Käfig. Der eine ist jedoch ein kleiner Streitvogel. Er gönnt dem anderen das Fressen nicht und jagt in immer vom Fressnapf weg. Bis ich ihn aus dem Käfig werfe... Seitdem haben wir Ruhe!

Ärztliche Versorgung
Ein Unfall ist so schnell passiert. So geschehen an einem Samstagmorgen. Es regnet wie aus Kübeln, als Kinder plötzlich in unseren Laden stürzen und melden, dass „unser“ Bube von einem Baum gefallen sei. Er wird in den Laden getragen und liegt vom Schock benommen bewegungslos auf dem Boden. Ausser einer blutenden Wunde unter dem Kinn sind keine äusserlichen Verletzungen zu erkennen. Es herrscht allgemeine Panik. Einen Arzt gibt es hier nicht, nur das Health Center. Dieses ist jedoch geschlossen! Einen Notfall- oder Pikettdienst gibt es auch nicht. Mit einem Trike wird er nach Borongan (20 Km) gefahren. Es ist zum Glück nicht so schlimm. Diagnose: Armbruch. Tja, da können wir uns in der Schweiz mit einer durchschnittlichen Ärztedichte von einem Arzt auf 491 Einwohner glücklich schätzen.

Teilmondfinsternis
Seit langem habe ich keine so schöne Mondfinsternis miterlebt. Für einige ältere Leute der Nachbarschaft ist dies jedoch mit Aberglauben verbunden. Diese glauben nämlich, dass der Mond von einer Schlage gefressen wird. Mama Pujan ist mit einem Stock ums Quartier unterwegs und klopft rhythmisch mit einem Holzstock auf den Boden um die Schlange zu vertreiben. Schwangere Frauen, haben bei einer Mondfinsternis auf dem Reismörser zu sitzen, während jemand mit dem Stössel solange stampft bis der Mond wieder befreit ist.

Abzahlungsgeschäft
Wie in früheren Beiträgen schon beschrieben, läuft hier ohne Kredit „nichts“. Statt jeden Monat hundert oder zweihundert Pesos auf die Seite zu legen um sich ein neues Händy bar zu kaufen, müssen die Leute immer alles sofort besitzen. Dass ihr Händy nach erfolgter Abzahlung das Doppelte gekostet hat, stört sie nicht. Kredit- und Abzahlungsgeschäfte sind in den Philippinen ein riesiges Geschäft. Auch wir sind ins Geschäft eingestiegen und geben kleine Darlehen mit einem monatlichen Zins von 10%! Dies ist was ich „meinen“ Leuten immer versuche beizubringen: ihr müsst schlauer sein als die anderen!

Schadenfreude
Zu allem Übel hat mein Schwager nun auch einen Kampfhahn angeschafft. Das „Sauviech“ kräht den halben Tag neben unserem Haus. Er lebte jedoch nicht lange. So viele Schadenfreude habe ich wohl noch nie gehabt! Die Freude ist aber kurz, er hat wieder einen Neuen.

Neues aus dem “MEG“
Durch die fast täglichen sintflutartigen Regengüsse wächst im MEG nichts mehr. Meine Setzlinge wurden erbarmungslos ersäuft. So habe ich die Plantage auf den Balkon verlegt. Und hier, von Unwettern geschützt, wächst mein chinesischer Senfkohl und chinesischer Broccoli prächtig. Mein Salat leidet jedoch unter der langen Regenperiode. Er wird von Raupen befallen und sieht in Kürze wie ein Fischernetz aus!

Aus dem Sari-Sari
Bei jeder längeren Schlechtwetterperiode fällt auf, dass unsere Sari-Sari Kasse immer von Kleingeld überschwemmt wird. Da die Fischer während dieser Zeit eine grosse Einkommenseinbusse verzeichnen, werden die in guten Zeiten gesparten Pesogeldstücke aus der Sparbüchse genommen um Sardinenbüchsen und Reis zu kaufen.

Eine Woche Provinzleben erleben

Mal eine Woche lang das tägliche Provinzleben abseits von Touristen und ohne Stress, zwischen Bananenstauden und Reisfelder zu erleben, wäre dies nicht reizvoll? Mit dem Sari-Sari ist bei uns zudem immer etwas los. Obwohl etwas abgelegen, ist die Anreise nach Maydolong (eine Stunde Flug nach Tacloban und drei Stunden mit dem Minibus) aber ohne Probleme machbar. Dem Martin, Pierre und Therese hat es jedenfalls gefallen und es würde uns sehr freuen, wenn wir noch weitere Besucher begrüssen dürften.

    
Besucher in Maydolong: v.l.n.r. Martin, Pierre, Therese

Besuch von Pierre und Nanette

    
Lieber Pierre, nochmals herzlichen Dank für das Super Fondue mit Kirsch und St. Saphorin

Besuch des McArthur Landing Memorial in Palo/Leyte

Mit der Mission, die Philippinen von der japanischen Besatzung zu befreien, landete am 20. Oktober 1944 unter Führung McArthurs und in Geleit des Präsidenten des Philippinischen Commonwealth Sergio Osmeña und Carlos P. Romulo, eine der grössten Flottenverbände von Transport- und Kriegsschiffen in der Geschichte der Vereinigten Staaten an der Red Beach in Palo, Leyte. Nach der Landung kam es zur japanischen Gegenoffensive, die zur grössten See- und Luftschlacht der Geschichte führte.

Das Landungsdenkmal markiert den Punkt, an dem die Befreiungstruppen die Insel Leyte betreten hatten. In einer Lagune steht eine lebensgroße Statue, die Gen. McArthur mit seinen Männern abbildet, wie sie durch das knöcheltiefe Wasser an Land waten. (Siehe auch Bericht „Der Kampf um Corregidor“ und „Die Befreiung der Philippinen“ unter Rubrik Mabuhay, Folge 3)

    

    
Mac Arthur Park Resort

    

Besuch meiner Schwester Therese

Pierre hat bei seinem Besuch unheimliches Wetterglück gehabt. Kaum war er abgereist folgt eine vierzehntägige Schlechtwetterperiode mit sintflutartigen Regenfällen die mit den als Nordostmonsun bezeichneten kühlen Winden zusammenfällt. Noch nie seit Menschengedenken hat man hier so viel Regen erlebt. Es kommt zu grösseren Überschwemmungen die Teile der Reisfelder vernichten. Besonders hart betroffen sind die Leute „up stream“ in den Hügeln im Landesinneren. Mit grosser Besorgnis studiere ich täglich das Wetter-Satellitenbild mit der Hoffnung auf eine Wetterbesserung bis zur Ankunft meiner Schwester. Noch bevor wir nach Manila starten um sie abzuholen, wird die Brücke im Dorf McArthur von den reissenden Fluten weggeschwemmt. Die Strasse zum Airport nach Tacloban ist unterbrochen. Man kann sie nur zu Fuss auf einer schmalen, behelfsmässigen Passage überqueren. Um unseren Flug nach Manila ja nicht zu verpassen, starten wir einen Tag früher und übernachten in Tacloban. Bei solch misslichen Wetterbedingen kann so vieles passieren, unser Flug könnte zum Beispiel annulliert werden. Für alle Reisende in den Philippinen ist es deshalb ratsam nie zu knapp zu planen. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung erarbeite ich einen Plan A – B – C aus, mit dem „worst case“ Szenario, sollten wir meine Schwester nicht in Manila abholen können.

  
Die Brücke in Gen Mc Arthur wurde von den Fluten weggerissen

Als wir um 13.20 Uhr in Manila landen, sehen wir durch das Fenster die Maschine der Singapore Airlines welche wenige Minuten vor uns angekommen ist. Vom Domestic Airport "schnell" zum Nino Aquino International Airport und nach zehn Minuten Wartezeit winkt uns bereits die Schwester zu. Alles hat perfekt geklappt.
Die Nacht in Manila ist kurz. Um 03.30 Uhr sind wir bereits wieder zum Domestic Airport unterwegs. Nach einem etwas unruhigen Flug freuen wir uns auf die Landung, als wenige Augenblicke vor dem „touch down“ der Pilot durchstartet! Was ist passiert? Der Pilot meldet sich: wegen mangelnder Sicht konnte er nicht landen, er werde es von der anderen Seite des Flughafens noch einmal versuchen. Diesmal klappt es. Mit einem Trike fahren wir zu Dritt mitsamt Gepäck in die Stadt zum Van-Van Minibusterminal. Die Brücke in McArthur ist noch immer in Reparatur, so müssen alle Passagiere erneut umsteigen und die Brücke zu Fuss überqueren. Die Reparatur wird wohl noch einige Tage in Anspruch nehmen. Für einmal haben „meine“ Leute gut reagiert und nach Bekanntwerden des Einsturzes sofort vierzig Liter Benzin als Reserve für unser Trike eingekauft.

    
04.50: Morgenflug Manila - Tacloban

    
City of Tacloban


Der Van-Van Minibus Terminal

    
Auf dem Rückweg: Umsteigen in Gen McArthur. Die Reparatur wird noch einige Tage andauern

Ich kann es kaum fassen, dass meine Schwester in Maydolong ist. Alles ging so schnell. Tja, wenn sie einmal den Entschluss gefasst hat, dann geht es bei ihr „ruckzuck“. Und was sie alles mitgebracht hat! Einen Koffer voll von Ragusa, Schoggi, Fondue-Käse, Greyerzer, Aromat, Thommy Mayonnaise und Thommy Senf, Kartoffelstock, Risotto milanese, Risotto ai funghi porcini und Wildreis. Merci viu mau. Un merci auch an Gérard (Ehemann), dass er Dich hat gehen lassen. Von ihrer Anwesenheit profitierend, wird der Besuch fast zu einer kleinen kulinarischen Entwicklungshilfe.

    
Schweizer Entwicklungshilfe im Züpfe backen

Leider ist das Wetter mehrheitlich regnerisch. Vorteil: die Temperatur ist dadurch erträglicher. Riesiges Glück haben wir bei unseren Ausflügen die wir bei schönstem Wetter durchführen. Bei der Rückfahrt von der „4 Coconut Island“ öffnet der Himmel allerdings seine Schleusen und werden Tropfnass. Auch meine Digitalkamera hat an diesem Tag etwas Meerwasser abgekriegt und funktioniert seither nicht mehr. Schade, denn damit kann ich meine weiteren Beiträge nicht mehr illustrieren. Es sei denn, dass mir jemanden eine günstige Secondhand anbieten kann.

Ausflug zur Omawas Beach

    
Der Besuch der Omawas Beach erfreut sich unter westlichen Touristen immer grösserer Beliebtheit. Seit dem Besuch
 von Martin im vergangenen Dezember hat sich die Besucherzahl in einem Quartal verdreifacht!

    
Ausflug zur "Blue Lagoon" in Llorente

    

    

    
Ausflug zur "4 Coconut island"

    
Start um 05.30

    
Bild mitte: die Insel ist in Sicht

    





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©1999-2012 Text und Foto Willy Blaser, willyblaser@hotmail.com