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Fingerabdrücke
Die gesetzlichen Aufenthaltsbestimmungen für
Ausländer in den Philippinen sind sehr grosszügig. Ohne Visum kann man sich 21
Tage im Lande aufhalten, wer länger bleiben möchte kann eine Verlängerung auf 59
Tage beantragen. Wem es noch immer gefällt, und es soll deren geben, kann bis
nach Ablauf eines Jahres seinen Aufenthalt jeweils für weitere 59 Tage
verlängern. Dann muss man jedoch das Land verlassen (neuerdings soll man nun
sogar 16 Monate bleiben können). Wer sich länger als sechs Monate im Lande
aufhält, muss allerdings vor der Ausreise eine Exit Clearance in Manila einholen
(siehe auch Bericht „Einen Tag auf der Immigration in Manila“ unter der Rubrik
Neue Destinationen/Swiss Frey’s Peak BC Trekking). Um den Kampf gegen Verbrechen
und Terrorismus zu verstärken, hat der neue Immigration-Boss Marcelino Libanan
die Bestimmung eingeführt, von jedem Ausreisenden der eine EC benötigt, die
Fingerabdrücke zu registrieren! Um sich nicht allzu sehr über den Sinn dieses
Prozedere zu ärgern, nimmt man das Ganze am Besten auf die leichte Schulter. Die
Leute der Immigration sind freundlich und sehr hilfsbereit. Um die Unterschrift
des Chefs schneller zu erhalten, wird einem auch geraten, dem Pass dreihundert
Pesos beizulegen! Nach zwei Stunden hatte ich bereits mein Papier. Tja, wenn ich
das gewusst hätte, hätte ich auch den Abendflug nach Bangkok buchen können. In
den Philippinen muss man jedoch immer mit dem „worst case“ rechnen.
Aus meinen Reisezielen nach Kambodscha und Vietnam wurde leider nichts. Schon
vorher hatte ich aus Preisgründen und ohne Trekkingbegleiter den Flug nach
Kathmandu abgesagt. Mit zunehmenden Alter scheine ich immer weniger motiviert
zu sein alleine etwas zu unternehmen. Ziemlich bald war mir klar, dass ich frühzeitig in
die Philippinen zurückkehren würde. Die ganze Umbucherei des Fluges kam mich
schlussendlich recht teuer zu stehen.

Bild links: Meine Exit Clearance - Bild rechts: der neue Immigration Boss
Dream - Der Traum von TV5 Monde
Zurück in Maydolong beschliesse ich mir das
Satellitenfernsehen von „DREAM“ mit dem Programm von TV5 Monde zu leisten. Das
französische Programm mit Beiträgen aus der Schweiz u.a. das Téléjournal, ist
das einzige „echte“ Fernsehprogramm das im Kabelprogramm angeboten wird. Noch während
die Schüssel montiert wird, versichert mir der Monteur wiederholt, dass TV5
Monde wie im Prospekt vermerkt, auch wirklich angeboten wird. Bei der
Einstellung der Kanäle ist jedoch kein TV5 zu finden! Ich erkundige mich beim
Kundendienst von DREAM und erfahre, dass die unpopulärsten Sender seit Mitte
August auf dem Angebot gestrichen wurden, darunter eben der französische Sender.
TV5 ein unpopuläres Programm? Welch eine Frechheit! Ich bin wütend darüber und
interveniere bei der Direktion. Ich informiere gleichzeitig die Alliance
Française sowie die Botschaften von Frankreich, Kanada und Belgien. Nur drei
Tage später meldet sich die französische Botschaft. Der Beauftragte für
audio-visuelle Angelegenheiten teilt mir mit, dass eine Unterredung mit der
Direktion von Dream verlangt wurde. Ob das Treffen stattgefunden hat und was
dabei rausgekommen ist, habe ich leider bisher nicht erfahren. Doch auch ohne
TV5 Monde bin ich mit der Übertragung des Tennis-Masters Turnier in Shanghai
erstmals von meinem Satellitenfernsehen entzückt.

Kein Taifun, dafür Unwetter und Erdbeben
Im Jahr 2007 sind wir von Taifunen
glücklicherweise verschont geblieben. Einzig In der letzten Novemberwoche wütet
Taifun „Mina“ mit Windspitzengeschwindigkeiten bis zu 195 Std/Km. Dieser zieht
aber nordwestlich an unserer Provinz Richtung Catandunas und Camarines vorbei.
Die Ausläufer von „Mina“ bringen starke Winde die im MEG einige
Bananen- und Papayabäume knicken, heftige Regenfälle und eine stürmische
See. Wie oft hatte ich den befreundeten Hausbewohnern direkt am Strand meine
Bedenken geäussert und ihnen vorgeschlagen, zum Schutz vor hohen Wellen, eine
kleine Steinmauer zu bauen oder Sandsäcke zu errichten! Nichts ist geschehen.
Obwohl die Wellen nur mittelstark sind, treten diese prompt übers Ufer. Durch
grössere Wellen wären einige Häuser ernsthaft in Gefahr gewesen. So wird
vermutlich weiterhin nichts geschehen bis die Leute eines Tages ihr Hab und Gut
verlieren werden…



Wegen der stürmischen See können die Fischer
während Tagen nicht auslaufen. Statt Fische schenkt ihnen das Meer jedoch ein anderer Segen: Holz!
Durch die heftigen Regenfälle in den Berghügeln der Umgebung hat es viele Bäume
von den Flüssen ins Meer gespült, das von den Anwohnern als kostbares Brennholz
oder als Bauholz verwendet wird. Auch viele Kokosnüsse hat es ins Meer gespült.
Diese werden bei Ebbe von den Kindern eingesammelt und daraus Kopra erzeugt
(getrocknetes Kernfleisch aus dem Kokosöl gewonnen wird), das für vierzehn Pesos
das Kilo verkauft werden kann.


Vierzehn Tagen später bebt um 05.43 Uhr die Erde
mit einer Stärke von 5,4. Solche Beben sind in den Philippinen keine Seltenheit.
Das Epizentrum des Bebens liegt zweiundneunzig Kilometer nördlich von Borongan.
Klirrende Scheiben reissen uns an diesem Morgen aus dem Halbschlaf. In den
meisten Fällen wacht man bei nächtlichen Erdbeben erst kurz vor deren Ende auf.
Diesmal erleben wir es von Beginn weg und es schien kein Ende nehmen zu wollen.
Tja, ein Leben am Pazifik ist nicht ungefährlich. Die Gefahr eines Tsunamis
erwähnen wir lieber gar nicht. Da würden auch Sandsäcke nichts nützen…
Caroling: eine Weihnachtstradition
Einige Leser haben mich anlässlich der
Weihnachts- und Neujahrsgrüssen gefragt, ob es denn so was bei uns auch gebe?
Und wie! Es sei daran erinnert, dass die Philippinen das einzige katholische
Land in Südostasien ist. Bereits Anfang Oktober startet in den grossen
Einkaufszentren das Weihnachtsgeschäft. Nicht alle katholische Filipinos feiern
jedoch Weihnachten. Für eine Million Menschen, Mitglieder der
Kirche "Igesia ni Cristo" ist Christus nicht am 24. Dezember geboren! Für
mich ein weiterer Beweis wie die naiv doch die Menschheit ist, die seit
Jahrhunderten alles glauben was ihnen erzählt wird ohne zu hinterfragen ob es
auch die Wahrheit ist. Von der Morgenmessen um 04.00 Uhr bin ich glücklicherweise
verschont geblieben.
 Unser Weihnachtsbaum
Ab 16. Dezember ziehen die Kinder zum „caroling“
– singen - von Haus zu Haus. Sie bekommen dafür einen Peso. Einige zeigen sich
dabei recht erfinderisch. Aus leeren Büchsen werden Trommeln und mit Coladeckel
Tamburine gebastelt. So etwas verdient einen extra Peso. Allzu grosszügig darf man
allerdings nicht sein, denn das spricht sich schnell umher. Unser Laden wird
jeden Abend von Sängern derart bestürmt, sodass wir einige Male frühzeitig
schliessen müssen! Eine Woche vor Weihnachten wird jeden Morgen die Messe um
04.00 Uhr abgehalten. Weihnachten wie Neujahr wird hier mit ohrenbetäubenden
Feuerwerken, Petarden und Krachern begleitet. Nicht ungefährlich. Jedes Jahr
werden dabei mehre Hundert Leute von Feuerwerkskörpern und Querschlägern von
Pistolenschüssen verletzt, sogar getötet (siehe auch Bericht hierzu unter der
Rubrik Mabuhay, Bericht 8 – „Wer schiesst wird gefeuert“). Über die Festtage
2006/2007 meldeten die Spitäler landesweit mehr als 600 Verletzte und mindestens
sieben Tote. Gemäss Polizeichef General Avelino Raton soll es dieses Jahr, im
Vergleich zu anderen Jahren, friedlicher zugegangen sein. Es wurden lediglich
450 Verletzte gemeldet. Er führt diesen Rückgang auf die Kampagne der Polizei
und des Gesundheitsministeriums zurück, gefährliche selbst gebastelte Kracher zu
beschlagnahmen.
Die Festtage zum Jahresende sind für mich kein
Anlass um überschwänglich zu Feiern, im Gegenteil. Dass der Dow Jones und der
SMI in den letzten Tagen „abgesackt“ sind, kümmert ausser mir, hier wohl
niemanden. Auch der monatliche Geschäftsabschluss des Ladens und des Trikes sind
unter den Erwartungen geblieben.






Drei Tage vor Weihnachten mischen sich auch die Erwachsenen unter die Sänger

Acht Jahre im Ausland
So geht für mich bereits das achte Jahr in
Südostasien zu Ende. Tja, die Zeit geht überall schnell vorbei. Mit den
Einheimischen zusammenleben zu müssen ist nicht immer einfach, denn ihre Denk-
und Lebensweise ist Abbild ihrer Erziehung und Ausbildung. Je länger ich hier
wohne, umso mehr bestätigt sich meine erste Einschätzung, wonach viele Leute oft
aus Eigenverschulden zu „nichts“ kommen.
Mit einer solchen Passivität, Interessen- und Ideenlosigkeit kann es ja zu keinem
Fortschritt kommen. Dass der durchschnittliche Filipino zudem als faul
bezeichnet wird, stammt nicht von mir, sondern von den Ehefrauen selber. Wenn
ich aber sehe wie die Buben erzogen werden, haben die Frauen teilweise selber
Schuld daran. Tja, eine gute Kindererziehung und Schulausbildung, dies sind die
Grundvoraussetzung um, in einem Lande das bald eine Bevölkerung von Hundert
Millionen Menschen aufweisen wird, überhaupt eine Zukunftschance zu haben. Dass
ich mit 59 Jahren noch mit Kindererziehung konfrontiert werde, hätte nicht
unbedingt sein müssen. Das beinahe tagtägliche „Gstürm“ mit „unseren“ Kindern –
das Mädchen ist 10, der Bube 14 – bringt mich des öfteren in Rage. Aber
wem erzähl ich das, die meisten von Euch haben dies sicher auch durchgemacht. Obwohl nicht immer alles
vom Westen übernommen werden muss, gibt es bestimmte Anstandsregeln die weltweit
gelten und es ist sicher nicht zuviel verlangt, dass die Kinder z.B. zuerst
fragen bevor sie etwas aus dem Laden nehmen und „Danke“ sagen wenn sie etwas
erhalten. Kinder müssen auch lernen Sorge zu den Sachen zu tragen. Von woher
müssen sie es aber lernen. Nicht umsonst sagt man von den Erwachsenen, dass sie
„grosse“ Kinder sind. Natürlich, dies gilt nicht für alle, für den
durchschnittlichen Filipino trifft es aber halt zu. Vielleicht ist es in anderen
Provinzen anders. Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren. Ein kleiner
Sonnenschein ist derzeit die Tochter von Jennifers Schwester, Tricia (2). Ob sie
eine bessere Erziehung haben wird? Solange sich ihr Vater lieber um seinen
„Güggel“ kümmert, bezweifle ich es sehr.
Als Ausländer hat man sich in seinem Gastland anzupassen. Am meisten zu
„schaffen“ macht mir, dass dieses schöne Land so furchtbar „veramerikanisert“
ist. Schade. Der Filipino ist auch nicht einer der reklamiert. So was gehört
sich nicht. Aber gerade deshalb funktioniert so vieles nur mangelhaft in diesem
Lande. Es geht sogar so weit, dass es unhöflich ist Leute an ihre Schulden zu
erinnern! Eine solche unkritische Gesellschaft, die sich auch politisch viel zu
viel gefallen lässt, wird natürlich von der Regierung gerne gesehen. Und laut
geht es hier zu. Wenn der Nachbar Musik abspielt, muss es immer das ganze
Quartier mit anhören! Rücksicht auf den Mitmenschen ist ein Fremdwort. Von der
Sauberkeit sprechen wir lieber gar nicht. Des öfters habe ich mich schon
gefragt, wie ich es hier überhaupt aushalte. Der Grund ist einfach: wie Eingangs
dieses Berichtes erwähnt sind die Aufenthaltbestimmungen sehr entgegenkommend
und ich habe hier nun ein Zuhause in welchem ich, obwohl das Leben auch hier
ständig teurer wird (Inflationsrate 4,9%), relativ günstig leben kann. Hier zu
leben ist auch eine Herausforderung an sich selbst. Mann muss lernen sich zu
organisieren. Seinen Salat, Schnittlauch oder Koriander selber zu pflanzen, sein
Brot selber zu backen sind Erfolgserlebnisse. Hier ist nichts selbstverständlich
und so lernt man vieles wieder zu schätzen. Man muss sich auch zu beschäftigen
wissen. Nach wie vor bin ich tagtäglich bemüht mein Büchlein „CH-8000“ zu
vertreiben, (in der Zwischenzeit habe ich deren 382 Exemplare verkauft) sowie
meine umfangreiche Dokumentation über die Schweizer Bergsteiger im Himalaya und Karakorum zu komplettieren. Meine Internetverbindung bedeutet für mich das Tor
zur Welt. Leider ermöglicht die langsame Verbindung keine
Gratis-Telefongespräche von PC zu PC mit Skype, aber „chatten“ geht. So freue
ich mich jedes Mal riesig wenn ich mit der Schweiz verbunden bin. Ich wünschte
mir noch mehr Kollegen, um mit ihnen ab und zu „chatten“ zu können, ansonsten gibt es
ja auch noch das Telefon (75 Rappen für fünf Minuten!)
Geschichten aus dem Alltag
Vogelgeschichten
Wie Kinder so sind: da wird gestürmt ein Haustier besitzen zu dürfen und nach
zwei Tagen kümmern sie sich nicht mehr darum. Tiere sind keine Spielzeuge! So
bin ich wiederum derjenige der sich um die Vögel sorgen muss. Jedes mal wenn’s
ums Fressen geht sind diese am streiten, dass die Federn fliegen. Ich stelle
ihnen zwei Näpfe in den Käfig. Der eine ist jedoch ein kleiner Streitvogel.
Er gönnt dem anderen das Fressen nicht und jagt in immer vom Fressnapf weg. Bis
ich ihn aus dem Käfig werfe... Seitdem haben wir Ruhe!
Ärztliche Versorgung
Ein Unfall ist so schnell passiert. So geschehen an einem Samstagmorgen. Es
regnet wie aus Kübeln, als Kinder plötzlich in unseren Laden stürzen und melden,
dass „unser“ Bube von einem Baum gefallen sei. Er wird in den Laden getragen und
liegt vom Schock benommen bewegungslos auf dem Boden. Ausser einer blutenden
Wunde unter dem Kinn sind keine äusserlichen Verletzungen zu erkennen. Es
herrscht allgemeine Panik. Einen Arzt gibt es hier nicht, nur das Health Center.
Dieses ist jedoch geschlossen! Einen Notfall- oder Pikettdienst gibt es auch
nicht. Mit einem Trike wird er nach Borongan (20 Km) gefahren. Es ist zum Glück
nicht so schlimm. Diagnose: Armbruch. Tja, da können wir uns in der Schweiz mit
einer durchschnittlichen Ärztedichte von einem Arzt auf 491 Einwohner glücklich
schätzen.
Teilmondfinsternis
Seit langem habe ich keine so schöne Mondfinsternis miterlebt. Für einige ältere
Leute der Nachbarschaft ist dies jedoch mit Aberglauben verbunden. Diese glauben
nämlich, dass der Mond von einer Schlage gefressen wird. Mama Pujan ist mit
einem Stock ums Quartier unterwegs und klopft rhythmisch mit einem Holzstock auf
den Boden um die Schlange zu vertreiben. Schwangere Frauen, haben bei einer
Mondfinsternis auf dem Reismörser zu sitzen, während jemand mit dem Stössel
solange stampft bis der Mond wieder befreit ist.
Abzahlungsgeschäft
Wie in früheren Beiträgen schon beschrieben, läuft hier ohne Kredit „nichts“.
Statt jeden Monat hundert oder zweihundert Pesos auf die Seite zu legen um sich
ein neues Händy bar zu kaufen, müssen die Leute immer alles sofort besitzen.
Dass ihr Händy nach erfolgter Abzahlung das Doppelte gekostet hat, stört sie
nicht. Kredit- und Abzahlungsgeschäfte sind in den Philippinen ein riesiges
Geschäft. Auch wir sind ins Geschäft eingestiegen und geben kleine Darlehen mit
einem monatlichen Zins von 10%! Dies ist was ich „meinen“ Leuten immer versuche
beizubringen: ihr müsst schlauer sein als die anderen!
Schadenfreude
Zu allem Übel hat mein Schwager nun auch einen Kampfhahn angeschafft. Das
„Sauviech“ kräht den halben Tag neben unserem Haus. Er lebte jedoch nicht lange.
So viele Schadenfreude habe ich wohl noch nie gehabt! Die Freude ist aber kurz,
er hat wieder einen Neuen.
Neues aus dem “MEG“
Durch die fast täglichen sintflutartigen Regengüsse wächst im MEG nichts mehr.
Meine Setzlinge wurden erbarmungslos ersäuft. So habe ich die Plantage auf den
Balkon verlegt. Und hier, von Unwettern geschützt, wächst mein chinesischer
Senfkohl und chinesischer Broccoli prächtig. Mein Salat leidet jedoch unter der
langen Regenperiode. Er wird von Raupen befallen und sieht in Kürze wie ein
Fischernetz aus!
Aus dem Sari-Sari
Bei jeder längeren Schlechtwetterperiode fällt auf, dass unsere Sari-Sari Kasse
immer von Kleingeld überschwemmt wird. Da die Fischer während dieser Zeit eine
grosse Einkommenseinbusse verzeichnen, werden die in guten Zeiten gesparten
Pesogeldstücke aus der Sparbüchse genommen um Sardinenbüchsen und Reis zu kaufen.
Eine Woche Provinzleben erleben
Mal eine Woche lang das tägliche Provinzleben
abseits von Touristen und ohne Stress, zwischen Bananenstauden und Reisfelder zu
erleben, wäre dies nicht reizvoll? Mit dem Sari-Sari ist bei uns zudem immer
etwas los. Obwohl etwas abgelegen, ist die Anreise nach Maydolong (eine Stunde
Flug nach Tacloban und drei Stunden mit dem Minibus) aber ohne Probleme machbar.
Dem Martin, Pierre und Therese hat es jedenfalls gefallen und es würde uns sehr
freuen, wenn wir noch weitere Besucher begrüssen dürften.

Besucher in Maydolong: v.l.n.r. Martin, Pierre, Therese
Besuch von Pierre und Nanette

Lieber Pierre, nochmals herzlichen Dank für das Super Fondue mit Kirsch und St. Saphorin
Besuch des McArthur Landing Memorial in Palo/Leyte
Mit der Mission, die Philippinen von der
japanischen Besatzung zu befreien, landete am 20. Oktober 1944 unter Führung
McArthurs und in Geleit des Präsidenten des Philippinischen Commonwealth Sergio
Osmeña und Carlos P. Romulo, eine der grössten Flottenverbände von Transport-
und Kriegsschiffen in der Geschichte der Vereinigten Staaten an der Red Beach in
Palo, Leyte. Nach der Landung kam es zur japanischen Gegenoffensive, die zur
grössten See- und Luftschlacht der Geschichte führte.

Das Landungsdenkmal markiert den Punkt, an dem
die Befreiungstruppen die Insel Leyte betreten hatten. In einer Lagune steht
eine lebensgroße Statue, die Gen. McArthur mit seinen Männern abbildet, wie sie
durch das knöcheltiefe Wasser an Land waten. (Siehe auch Bericht „Der Kampf um
Corregidor“ und „Die Befreiung der Philippinen“ unter Rubrik Mabuhay, Folge 3)


Mac Arthur Park Resort

Besuch meiner Schwester Therese
Pierre hat bei seinem Besuch unheimliches
Wetterglück gehabt. Kaum war er abgereist folgt eine vierzehntägige
Schlechtwetterperiode mit sintflutartigen Regenfällen die mit den als
Nordostmonsun bezeichneten kühlen Winden zusammenfällt. Noch nie seit
Menschengedenken hat man hier so viel Regen erlebt. Es kommt zu grösseren
Überschwemmungen die Teile der Reisfelder vernichten. Besonders hart betroffen
sind die Leute „up stream“ in den Hügeln im Landesinneren.
Mit grosser Besorgnis studiere ich täglich das Wetter-Satellitenbild mit der
Hoffnung auf eine Wetterbesserung bis zur Ankunft meiner Schwester. Noch bevor
wir nach Manila starten um sie abzuholen, wird die Brücke im Dorf McArthur von
den reissenden Fluten weggeschwemmt. Die Strasse zum Airport nach Tacloban ist
unterbrochen. Man kann sie nur zu Fuss auf einer schmalen, behelfsmässigen
Passage überqueren. Um unseren Flug nach Manila ja nicht zu verpassen, starten
wir einen Tag früher und übernachten in Tacloban. Bei solch misslichen
Wetterbedingen kann so vieles passieren, unser Flug könnte zum Beispiel
annulliert werden. Für alle Reisende in den Philippinen ist es deshalb ratsam
nie zu knapp zu planen. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung erarbeite ich einen
Plan A – B – C aus, mit dem „worst case“ Szenario, sollten wir meine Schwester
nicht in Manila abholen können.
 Die Brücke in Gen Mc Arthur wurde von den Fluten weggerissen
Als wir um 13.20 Uhr in Manila landen, sehen wir
durch das Fenster die Maschine der Singapore Airlines welche wenige Minuten vor
uns angekommen ist. Vom Domestic Airport "schnell" zum Nino Aquino International
Airport und nach zehn Minuten Wartezeit winkt uns bereits die Schwester zu.
Alles hat perfekt geklappt.
Die Nacht in Manila ist kurz. Um 03.30 Uhr sind wir bereits wieder zum Domestic
Airport unterwegs. Nach einem etwas unruhigen Flug freuen wir uns auf die
Landung, als wenige Augenblicke vor dem „touch down“ der Pilot durchstartet! Was
ist passiert? Der Pilot meldet sich: wegen mangelnder Sicht konnte er nicht
landen, er werde es von der anderen Seite des Flughafens noch einmal versuchen.
Diesmal klappt es. Mit einem Trike fahren wir zu Dritt mitsamt Gepäck in die
Stadt zum Van-Van Minibusterminal. Die Brücke in McArthur ist noch immer in
Reparatur, so müssen alle Passagiere erneut umsteigen und die Brücke zu Fuss
überqueren. Die Reparatur wird wohl noch einige Tage in Anspruch nehmen. Für
einmal haben „meine“ Leute gut reagiert und nach Bekanntwerden des Einsturzes
sofort vierzig Liter Benzin als Reserve für unser Trike eingekauft.

04.50: Morgenflug Manila - Tacloban

City of Tacloban

Der Van-Van Minibus Terminal

Auf dem Rückweg: Umsteigen in Gen McArthur. Die Reparatur wird noch einige Tage andauern
Ich kann es kaum fassen, dass meine Schwester in
Maydolong ist. Alles ging so schnell. Tja, wenn sie einmal den Entschluss
gefasst hat, dann geht es bei ihr „ruckzuck“. Und was sie alles mitgebracht hat!
Einen Koffer voll von Ragusa, Schoggi, Fondue-Käse, Greyerzer, Aromat, Thommy
Mayonnaise und Thommy Senf, Kartoffelstock, Risotto milanese, Risotto ai funghi
porcini und Wildreis. Merci viu mau. Un merci auch an Gérard (Ehemann), dass er
Dich hat gehen lassen. Von ihrer Anwesenheit profitierend, wird der Besuch fast
zu einer kleinen kulinarischen Entwicklungshilfe.

Schweizer Entwicklungshilfe im Züpfe backen
Leider ist das Wetter mehrheitlich regnerisch.
Vorteil: die Temperatur ist dadurch erträglicher. Riesiges Glück haben wir bei
unseren Ausflügen die wir bei schönstem Wetter durchführen. Bei der Rückfahrt
von der „4 Coconut Island“ öffnet der Himmel allerdings seine Schleusen
und werden Tropfnass. Auch meine Digitalkamera hat an diesem Tag etwas Meerwasser
abgekriegt und funktioniert seither nicht mehr. Schade, denn damit kann ich
meine weiteren Beiträge nicht mehr illustrieren. Es sei denn, dass mir jemanden
eine günstige Secondhand anbieten kann.
Ausflug zur Omawas Beach

Der Besuch der Omawas Beach erfreut sich unter
westlichen Touristen immer grösserer Beliebtheit. Seit dem Besuch
von Martin im vergangenen Dezember hat sich die Besucherzahl in einem
Quartal verdreifacht!

Ausflug zur "Blue Lagoon" in Llorente



Ausflug zur "4 Coconut island"

Start um 05.30

Bild mitte: die Insel ist in Sicht

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