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Indien-Trip abgesagt
Die Wettervorhersage für Darjeeling (Indien) war so
miserabel, dass ich in Kathmandu beschloss auf diesen Abstecher zu verzichten.
Darjeeling, bei Regen und Nebel, nein danke, das kenne ich zur Genüge.
Kurzfristig beschloss ich auch auf die Weiterreise nach Mumbai und Goa zu
verzichten und nach Thailand zurückzukehren. „Sorry Fritz, ich hoffe, Du bist
mir deswegen nicht Böse“. Einen Monat früher als geplant stehe ich in Bangkok um
Mitternacht am Schalter der Cebu Pacific. Cebu ist eine der aufstrebenden
Billigfluggesellschaften Asiens. Geschickt nutzen sie ihre Flugzeuge für
Nachtflüge aus. Die Preise sind entsprechend unschlagbar. Ein dreistündiger Flug
von Bangkok nach Manila kostet, online gebucht, nur gerade 5'063 Baht (172.75).
Restriktiv sind sie allerdings mit dem Fluggepäck: statt den üblichen zwanzig
Kilos sind nur fünfzehn Kilos erlaubt. Auch das Handgepäck wird strenger
kontrolliert. Die Eincheckzeiten werden genau eingehalten. Recht so, die
Passagiere sollen lernen pünktlich zu sein. Dies hat sich auch bereits positiv
ausgewirkt, denn laut Analyse der Fluggesellschaft konnten im Monat Oktober 2008
die Flüge zu 85% ohne Verspätung durchgeführt werden. Ein grosser Vorteil für
die Passagiere von Cebu Pacific ist zudem, dass die Fluggesellschaft seit
letztem Sommer für alle ihre Flüge, In- und Ausland, den neuen, grösseren,
Terminal NAIA 3 benützt. Neue Destinationen kommen ständig dazu, so seit kurzem
auch die lang ersehnte Direktverbindung Bangkok - (Clark) Angeles City. Bei
solch raschem Wachstum kann ich als Flugpassagier aber nur hoffen, dass der
technische Unterhalt nicht darunter leidet.

Flughafen NAIA 3; Flugzeuge der Cebu Pacific

Morgenflug um 04.20 Uhr
Als Alibi-Ausreiseticket, ohne
welches niemanden für einen Flug in die Philippinen zugelassen wird, habe ich
diesmal einen Flug der Air Asia von Clark nach Kota Kinabalu (Ost-Malaysia)
gebucht. Kostenpunkt: 2’359 Pesos (58.85). Das Fräulein am Eincheckschalter muss
allerdings zweimal bei Vorgesetzten nachfragen wo sich denn Kota Kinabalu
befinde, bevor sie mir die Boarding card aushändigt!
Kaum in Manila gelandet muss ich mich bereits wieder über die Disziplinlosigkeit
der Filipinos ärgern. Die Aufforderung über Bordlautsprecher in Englisch und
Tagalog, die Händys aus Sicherheitsgründen erst nach Erreichen des Terminals
einzuschalten, ist kaum erfolgt, schon „fingerlet“ mein Sitznachbar an seinem
Händy und muss ein SMS senden. Hinter mir, vor mir, überall ertönt der
verräterische Einschaltton. Und dass Kabinenpersonal schaut einfach zu! Entweder
ist die Sicherheit mit dem Einschalten der Händys wirklich gefährdet und dann
schreitet das Flugpersonal ein oder, wenn kein Risiko besteht, kann auf die
Durchsage verzichtet werden. Alles andere macht keinen Sinn.
Für den Anschlussflug nach Tacloban um 04.20 Uhr bin ich zu spät, für den Flug
um 12.20 Uhr noch etwas zu früh. Dreiundzwanzig Stunden nach meiner Abreise in
Pattaya bin ich wieder in Maydolong zurück.


Besuch in AC
Ich bin keine vierundzwanzig Stunden in Maydolong zurück, schon gibt es den
ersten Stromausfall! Nichts, gar nichts hat sich scheinbar verändert. Im
einzigen Einkaufszentrum in Borongan, dem Up Town Mall, gibt es auch nach sechs
Monaten noch immer nur gesalzene Butter und in den Regalen gibt es lediglich
„tonnenweise“ Heidelbeere Konfitüre. Ach, wie rückständig hier doch alles ist!
Seit meiner Abreise hat sich jedoch dennoch etwas getan. Es gibt nun Direktflüge
von Manila nach Borongan und im Januar soll mit der Reparatur der Strasse
begonnen werden. Es wird allerdings bereits gemunkelt, dass das Geld dafür
letztes Jahr für die Finanzierung der Wahlkampagne ausgegeben worden sei!


Highway Projekt "2'520 Km" - Hätte letzten September gestartet werden sollen...

Die Baumaschinen sind da, aber...
Ohne Visum, nur mit den
einundzwanzig Tagen Einreise, ist mein Plan die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung mit unserem jährlichen Besuch in Angeles zu kombinieren.
Unsere Anreise über Ormoc, Cebu, Bohol und von Cebu direkt nach Angeles fällt
jedoch buchstäblich ins Wasser. Tja, Reisen in den Philippinen ist wegen den
klimatischen Bedingungen oft nicht so einfach und man muss immer genügend Zeit
einplanen. Als ob ich es geahnt hätte, starten wir zu unserem Trip nach Ormoc
einen Tag später. Wir erfahren, dass wegen des Taifuns „Quita“ am Vortag in Cebu
„Signal 1“ ausgerufen wurde. Seit dem tragischen Fährunglück der „MV Princess of
the Stars“ darf bei Signal 1 kein Schiff mehr auslaufen. Einige Hundert Reisende
sind in der Folge in Ormoc und Cebu gestrandet. Auch wir hätten in Ormoc dazu
gehört. Als wir in Cebu ankommen ist das Wetter so schlecht, dass wir den Besuch
zu den „Schokoladenhügeln“ auf Bohol absagen. Kurzfristig buchen wir die Tickets
um und fliegen statt nach Clark am nächsten Nachmittag nach Manila. Auch dieser
Entscheid hat sich als goldrichtig erwiesen, als sich nämlich am gleichen Tag, „Rolly“,
der 18. tropische Taifun, der Stadt Tagbilaran näherte. Nach Bohol wären wir
sicher noch gekommen, aber zurück nach Cebu?

Supercat Ormoc - Cebu

Swagman Hotel in Manila
In Angeles City treffe ich am
Stammtisch des Sunset Gardens erneut einige bekannte Gesichter. Während einer
Woche geniesse ich die Küche: Käseschnitte, Käse- und Wurstsalat, Cordon Bleu
und anderes. Am liebsten bestelle ich „Zürcher Geschnetzeltes“ schon nur weil
das Personal es so lustig ausspricht. Eine Woche in AC kommt mich jedoch
jedesmal recht teuer zu stehen. Da in Borongan und Tacloban, viele Sachen nicht
erhältlich sind, respektiv die Auswahl sehr eingeschränkt ist, profitieren wir
hier mit Einkaufen. Schon nur der Einkauf bei Bretto (Delikatessenladen) hat
beinahe soviel gekostet wie die beiden Flugtickets von Manila nach Tacloban!

Der Stammtisch im Sunset - Reini und Alois
Massaker von Balangiga
Der Rückflug nach Tacloban mit unserem Gepäck ist jedes Mal eine kleine
Expedition. Das zugelassene Gewicht bei Inlandflügen ist bei der Cebu Pacific
ebenfalls auf fünfzehn Kilos beschränkt worden und das Kilo Übergewicht kostet
seit letztem Sommer dreimal mehr (mit 3.- pro Kilo immer noch recht günstig.
Gemäss Fahrplan starten die Kleinbusse von „Van-Van“ stündlich ab 06.00 Uhr
morgens, dies aber nur wenn es genügend Passagiere hat. So warten wir wieder
einmal geduldig auf die Abfahrt. Bis ein Bus endlich losfährt geht es aber
meistens chaotisch zu und her. Und wenn dann endlich alle Passagiere ihre Sitze
eingenommen haben und für die Abfahrt bereit sind, fehlt sicher der Fahrer. Zum
Glück gibt es mit „Duptours“ die Konkurrenz. Wettbewerb in der Wirtschaft
bewirkt, dass der Verbraucher bessere Produkte zu besseren Preisen erhält. Im
Dienstleistungssektor sollte die Folge davon bessere Leistungen und vor allem
ein besserer Kundenservice sein. Ob mit oder ohne Konkurrenz, dies scheint in
diesen Breitengraden keine grosse Rolle zu spielen. Als wir mit „Duptours“
bereits eine halbe Stunde Richtung Samar unterwegs sind, meldet sich der Fahrer,
dass er nach Tacloban zurück müsse weil er vergessen habe zu tanken! Mir ist es
eigentlich noch egal, denn die Fahrt über die Meeresenge von San Juanico war
landschaftlich so schön, zudem sollte ich dringend auf’s WC. Auch bei der
zweiten Überquerung von San Juanico bin ich begeistert. Die Landschaft, mit
dunklen, tief hängenden Wolken über den von der Sonne erleuchteten, mit
Kokospalmen bewachsenen Hügeln, ist bezaubernd. Eine Stimmung wie in der Südsee.
 Tacloban

San Juanico


Bild links: Provinzgrenze Samar - Eastern Samar

In der Umgebung von Laawan
Wer würde bei der Durchfahrt des
friedlichen Dorfes von Balangiga ahnen, dass hier während des
Philippinisch-amerikanischen Krieges im August 1901 die Amerikaner eine der
schlimmsten Niederlagen in ihrer bisher damaligen Geschichte erlitten! Fünfzig
amerikanische Soldaten des 9. US Infanterieregiments wurden bei einem Überfall
durch philippinische Guerilleros getötet. Dieser Hinterhalt und die daraus
resultierenden Vergeltungsmassnahmen – Tausende von Filipinos wurden getötet,
ist noch heute einer der strittigsten Angelegenheiten zwischen den Philippinen
und den USA. Einer der Streitpunkte ist die Rückgabe der Kirchenglocken von
Balangiga, die von den Amerikanern als Kriegsbeute entwendet wurden. Eine der
Glocken befindet sich im Besitz des 9. Infanterieregiments auf ihrer Base in
Südkorea, während die beiden anderen in einer ehemaligen Base des 11. US
Infanterieregiments auf der F.F. Warren Air Force Base in Cheyenne befinden. Mit
der Wahl des neuen US-Präsidenten haben die Bewohner von Samar grosse Hoffnung,
die Kirchenglocken zurück zu bekommen.

Balangiga River

Die Kirche von Balangiga - Werden die Kirchenglocken bald wieder hier hängen?

Auf dem Weg nach Quinapondan

McArthur

Die Küste von McArthur
Rezession
Die derzeitige weltweite Rezession scheint die Philippinen nicht oder noch nicht
gross getroffen zu haben. Während meines Aufenthaltes in Angeles und Manila habe
ich beim Besuch der grossen Malls wie Robinson oder SM nie den Eindruck einer
Rezession empfunden. Es ist jedoch zu befürchten, dass bei den massiven
Entlassungen im Ausland, voraussichtlich die ausländischen Gastarbeiter, so auch
die Filipinos, als Erste betroffen sein werden. Die Folge daraus wird einen
Rückgang der Überweisungen in die Philippinen bedeuten, die nach Schätzungen
bisher 16 Milliarden US $ betragen haben. Die Regierung sieht den kommenden
Tagen jedoch mit Optimismus entgegen. Die Arbeitslosenquote soll im Oktober
einen Rückgang auf 6,8% verzeichnet haben und die Präsidentin hat es zum Ziel
gemacht, jährlich eine Million Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegensatz zu
Nachbarländern wie Singapur und Japan wird auf den Philippinen im 2009 sogar mit
einem Wirtschaftswachstum von 3,7 bis 4,7 Prozent gerechnet.
Auch die Zahlungsbilanz verzeichnet für den Zeitraum Januar bis November, nach
Angaben der philippinischen Zentralbank, einen Überschuss von 364 Millionen US
Dollar. In 2007 lag dieser noch bei 8,58 Milliarden US Dollar. Der Rückgang
begründet sich durch die teuren Öl-Importe und einen schwächeren Export.
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Kleine Freude des Lebens: grüne Spargeln mit Roastbeef oder Fleischkäse mit Spiegelei
Eile mit Weile
Erneut hat es in unserer Nachbarschaft einen Todesfall gegeben. Eine junge Frau
ist an typhoid Fieber, Typhus, gestorben. Auch dieser Fall hätte bestimmt
verhindert werden können. Völlig ungewohnt, hat es während mehreren Tagen keinen
Stromausfall mehr. Dann endlich, am Nachmittag des 4. Dezembers war es wieder
einmal so weit. Eine fast unheimliche Periode ging zu Ende.
In der Zwischenzeit ist der Schreiner mit unserem Tischtennis-Tisch fertig
geworden. Eine Attraktion im Quartier. Am meisten Begeisterung hat jedoch das
von Martin aus der Schweiz mitgebrachte Spiel „Eile mit Weile“ ausgelöst. Vielen
Dank Martin.


Grosse Begeisterung: Eile mit Weile und Tischtennis
Weihnachten in den Philippinen
Regelmässig werde ich von Kollegen gefragt, ob man denn in den Philippinen auch
Weihnachten feiert? Und ob! Es sei daran erinnert, dass die Philippinen das
einzige christliche Land in ganz Asien ist. Die Weihnacht beginnt hier schon im
September. In den Shoppingcentern werden die Kunden mit bunt geschmückten
Christbäumen aus Plastik an das grosse Ereignis erinnert. Aus den Lautsprechern
ertönen von Morgens bis Abends Weihnachtslieder. Auch hier ist Weihnachten ein
gutes Geschäft. So richtig los geht es aber am 16. Dezember mit der Morgenmesse
um 04.00 Uhr. An vielen grösseren Orten muss die Messe wegen des grossen
Andrangs staffelweise abgehalten werden. Hier in der Provinz geht es ruhiger zu.
Die Häuser werden mit Girlanden und Davidsternen beschmückt, die „Besseren“
haben sogar einen Weihnachtsbaum! Dieses Jahr war in unserem Dorf allerdings
kaum etwas davon zu sehen. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Leute weniger Geld
haben.
Schon seit Tagen haben sich die Kinder auf das „Caroling“, das Singen,
vorbereitet. Aus Büchsen haben sie Trommeln gebastelt. Einige sind dabei ganz
erfinderisch und haben ganze Schlagzeuganlagen zusammengestellt. Bei Einbruch
der Dunkelheit geht es dann los. Gruppe um Gruppe halten ihr Ständchen vor
unserem Sari-Sari. Alle kriegen dafür einen Obulus. Dies spricht sich natürlich
schnell umher und so erscheinen immer mehr Gruppen. Das geht dann ganz schön ins
Geld, doch ich finde dies ein ganz schöner Brauch. Einige der Sänger sind echt
gut und talentiert, andere wiederum sehr scheu.

Caroliners 2008

Am 23. ziehen dann auch die Erwachsenen von Haus zu Haus.

Am 24. ist die Mitternachtsmesse.
Danach gibt es das Weihnachtsessen „Noche Buena“ an der Familienangehörige und
Freude eingeladen sind. Dies ist auch der grosse Moment für die Kinder: Päckli
werden geöffnet. Weihnachten ohne zu frieren, nur im T-Shirt, ist schon etwas
ganz anderes. Mir gefällt es auf jeden Fall besser so.

Die Zeit des Jahreswechsels
bedeutet für mich aber auch die Buchhaltung abzuschliessen. Da kommt meistens
keine Euphorie auf. Dass der SMI oder Dow Jones abgestürzt sind, das kümmert in
meiner Nachbarschaft niemanden. Es wird weiter gesungen als ob nichts geschehen
wäre. Unsereins macht sich jedoch grosse Sorgen, denn wenn es weiterhin so
bergab geht, wird es für mich langsam kritisch, denn bis zum AHV Alter sind es
noch fünf Jahre.
Neue Besucher
Im Dezember durften wir auch
wieder einige neue Besucher begrüssen. Vielen Dank Mario und Heinz „Calbo“, dass
ihr Euch die Mühe genommen habt zu uns zu kommen.

Besuch von Mario...

Heinz "Calbo" sowie Markus und Nida
Wettergeschichten
Die erste tropische Depression des Jahres liess nicht lange auf sich warten.
Schon am 3. Januar näherte sich „Auring“ drohend der Küste von Samar, drehte
dann allerdings Richtung Nord-Osten ab. Dies hat uns jedoch viel Regen gebracht
und durch die hohen Wellen hat es erneut viel Holz angeschwemmt. Das Wetter hier
in Samar ist von November bis März vom Nord-Ost Monsun „Hangin Amihan“
beeinflusst. Dies hat uns, kombiniert mit den Auswirkungen von „La Niña“ in der
2. Hälfte Januars stark getroffen. Innerhalb einer Stunde, verwandelte sich der
Prachtstag in einen fünfstündigen Sturm. Erneut wurden die Papayabäume und
einige Bananenstauden im Garten geknickt. Während zehn Tagen, Tag und Nacht,
hielt der starke Wind mit zeitweise sintflutartigem Regen an. Die
Stromversorgung hat natürlich darunter auch stark gelitten, doch diesmal konnten
wir die Situation mit unseren Notlampen und dem Generator gut überbrücken. Von
diesem unerwartenden Sturm waren vor allem die Fischer getroffen. Unzählige
Boote sollte gesunken sein, so auch die von zwei Fischer aus dem Dorf die von
den starken Wellen abgetrieben in Hernani (30 km von Maydolong) die Küsten mit
Schwimmen erreicht haben!
 So sieht die Wetterlage of aus


Keine Fische aber Holz

Zehn Tage ununterbrochen schlechtes Wetter: der Grund dafür

Mangelware Reis
Zehn Tage solches Wetter bedeutet für die Fischer auch zehn Tage keine
Selbstversorgung mit Fischen und kein Einkommen. Dazu kommt, dass die
Reisversorgung mit verbilligtem NFA-Reis wieder knapp scheint. Die ganze
Verteilung des subventionierten Reises scheint mir sowieso etwas konfus und es
würde mich nicht überraschen, wenn Manila gar nicht wüsste wie es in der Provinz
zugeht. Der verbilligte Reis (18.50 Pesos das Kilo), ein Hilfsprogramm der
Präsidentin, ist eigentlich für Leute mit niedrigem Einkommen gedacht.
Allerdings in beschränkter Menge, die von Woche zu Woche variiert: letztlich
konnte eine Familie pro Woche Maximum deren fünf Kilos beziehen. Es gibt
Wochen, da hat es gar keinen Reis. Eigenartigerweise haben aber alle
Staatsangestellten die Möglichkeit monatlich einen Sack zu fünfzig Kilos zu
kaufen. Wir, als lizenzierte Sari-Sari Reishändler, konnten bis vor kurzem
subventionierten Reis nur in Grocery’s zum Preis von 1330 Pesos (50 Kg) kaufen.
Plötzlich war es möglich ihn wieder im NFA-Hauptdepot zu beziehen, aber zu 1400
Pesos. Mit diesem Preis haben aber vor allem die kleinen Sari-Saris grosse
Probleme, denn wer kann schon kurzfristig 14'000 Pesos für den Kauf der
Mindestmenge von zehn Säcken aufbringen? Von ganz Maydolong konnten dies nur
gerade zwei Sari-Sari’s. Wir waren dabei. Mit der Gratisabgabe von zwanzig Kilo
Reis an jede Familie mit einem Kind das den öffentlichen Kindergarten besucht,
hat sich die Versorgungslage zusätzlich verschärft. Der billigste „Commercial“
Reis kostet derzeit 34 Pesos das Kilo, da ist der NFA Reis immer noch billiger.
Unser Reislager
Lustige Geschichte
Taxifahrer: Aus der Tageszeitung Philippines Inquirer: Wie es so üblich ist,
werden viele Ausländer, vor allem aber „Promdis“ – so nennt man die Filipinos
die ohne grosse Ahnung aus der Provinz nach Manila kommen – von den nicht
offiziellen Flughafentaxis mit überhöhten Preisen übers Ohr gehauen. So
geschehen, ausserhalb des Niño Aquino Flughafens. Als der Passagier den
Taxifahrer aufforderte den Taxmeter einzuschalten, weigerte sich dieser und wies
stattdessen auf eine angeblich offizielle Preisliste der Flughafenbehörde hin.
Für die Strecke nach Quezon verlangte der Fahrer 700 Pesos. Auch nach der
zweiten Aufforderung den Taxmeter einzuschalten geschah nichts. So fuhren sie
Richtung Stadt. Als ihn der Gast dann bittet bei der LTO (Land Transportation
Office) vorzufahren wird der Fahrer nervös. „Was wollen wir hier? Wer sind Sie?“
Es war der Big Boss der LTO selber! Der Taxifahrer konnte seinen Ausweis an Ort
und Stelle abgeben und das Auto wurde beschlagnahmt!
Fahrausweis: Einen Fahrausweis in den Philippinen zu erwerben scheint in der Tat
einfach zu sein. Zuerst wird auf dem LTO (Land Transportation Office) ein
Lernfahrausweis beantragt. Danach meldet man sich zum Theorie-Test an. Ist
dieser erfolgreich verlaufen ist die Prüfung schon bestanden. Ohne je einmal
hinter dem Steuerrad eines Autos gesessen zu haben oder den Motor des Trikes
anlassen zu können! Der Grund weshalb keine Praxis-Prüfung durchgeführt wird
ist, weil die meisten Leute den Fahrausweis gar nicht zum Fahren benötigen. Der
Fahrausweis der LTO ist ein sog. „computerisierter“ Ausweis, ein anerkannter
Ausweis, den es vor allem braucht um eine Kreditkarte oder einen Pass zu
beantragen.
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