Im
letzten Bericht waren wir zu Besuch auf den Reisfeldern. Der Reis wurde
inzwischen an der Sonne getrocknet und gesäubert. Nach dieser Reinigung
blieb nur noch Dreiviertel des Reises übrig.
Die Mühle kostet 45 Pesos für einen Sack. Übrig bleibt am Schluss noch etwa die
Hälfte. Enttäuschend wenig, wenn ich an die harte Arbeit der Reisbauern denke.
Zuerst wird der Reis wird gesäubert...
... dann in die Mühle gebracht
Einen 60 Kilos Sack "Native - Einheimischer" Reis kostet 1'700 Pesos (42.-)
Besuch der Bäckerei
Brot hat in Asien in etwa der gleiche Stellenwert wie Reis für uns in Europa. In
jeder grösseren Stadt und in touristischen Hochburgen ist Brot jedoch in vielen
Varianten erhältlich. Etliche Deutsche oder Schweizer Bäcker haben sich in den
Philippinen niedergelassen und in den grossen Malls findet man Unternehmen wie
Délifrance oder Frenchbaker die Vollkornbrote und Schwarzbrote anbieten. Denn
auch die Filipinos haben entdeckt was gut ist! In der Provinz sieht es etwas
anders aus. Als Brot bezeichnet man hier das „Tasty bread“ ein süssliches
viereckiges Toastbrot. Das „Tasty“ – schmackhaft –
könnte man aber ruhig weglassen. Als Brotliebhaber hat man da andere Vorstellungen.
Tinapai wird ebenfalls als Brot bezeichnet. Dies sind süssliche Gebäcke in
verschiedenen Formen und Farben, von violett bis rosa. Etliche unserer Kunden
kaufen zum Frühstück ein Tinapai mit einem Beutel Schokoladegetränk von Milo
oder einem Kaffe von Nescafé.
In Maydolong gibt es insgesamt vier Bäckereien. Ich habe diejenige von Frau Boroy,
unser Lieferant, besucht.
li: Simada - re: bunte Brötli
1. Mai - Feier
Demonstrationen und Umzüge von Gewerkschaften zum 1. Mai gibt es in unserem
Dorf nicht. Es gibt hier ja auch auch keine Industrie. Gefeiert wird an diesem
Tag der 78. Gründungstag von Maydolong. Bereits
um halb fünf Morgens zieht die Musikkapelle durch das Dorf um die Feierlichkeiten
anzukündigen. Um halb sieben herrscht bei uns bereits grosser Stress. Die Kinder
müssen sich für den Umzug vorbereiten. Wie immer, muss alles immer im
allerletzten Moment erledigt werden. Angeführt durch die Miss Maydolong und der
Dorfpolizei folgt die Parade der Gemeindeangestellten. Winkend begrüsse ich den
Bürgermeister und sein Gefolge vom Balkon herab.
Miss Maydolong führt den 1. Mai Umzug an
Parade der Gemeindeangestellten - Local Governemenrt Unit
Trommler und Majoretten
Nipa
Von Nipahütten haben die meisten von Ihnen sicher schon gehört. Es sind Hütten
aus Nipa. Doch was ist Nipa? Es handelt sich um die Nipapalme (Nypa fruticans),
auch Mangrovenpalme genant. Ihr typischer Standort ist im Küstengewässer und in
Flussmündungen. Die Blätter werden vor allem als Baumaterial für Wände und
Dächern eingesetzt und finden auch bei der Herstellung von Flechtwerk
Verwendung. In Nipahütten zu wohnen ist bei den hiesigen tropischen Temperaturen
recht angenehm. Weniger lustig ist es allerdings bei den zahlreich herrschenden
Stürmen und Taifunen.
Nipahütten
Bevorzugter Standort der Nipapalme ist in Küstengewässer oder Flussmündungen
Ein Stück Nipa wird für 10 Pesos verkauft
Swine flu - Die Schweinegrippe
Auch die Philippinen sind in der Zwischenzeit von der Schweinegrippe „Swine fluh“
betroffen worden. Ende Mai meldete das Ministerium für Gesundheit sechs Fälle,
per 19. Juni waren es schon deren 344.
Ausgerechnet zum Zeitpunkt des Ausbruches in Mexiko, wollten wir unsere vier
Schweine verkaufen. Der Preis fiel prompt um einige Tausend Pesos. So behielten
wir sie noch eine Woche lang bevor zwei geschlachtet und zwei verkauft wurden.
Mit dem Schlachten und Direktverkauf des Fleisches an Kunden konnte ein
wesentlich höherer Ertrag erzielt werden. Statt dem vom Metzger angebotenen 5000
Pesos ergab der Verkauf für das eine Tier etwa 6700 Pesos.
Metzgete am Sonntagmorgen um 03.30 Uhr
Ein Kilo "boneless" - ohne Knochen kostet 170 Pesos (4.25)
"Unser" Säuli wurde für 6000 Pesos (150.-) verkauft
Ein neues Ferkel kostet 2200 Pesos (55.-)
Die Geschichte eines Ei
Die meiste Zeit der vergangenen Wochen war ich mit meinen Hühnern beschäftigt.
Viel Hilfe zu meiner „Hühnergeschichte“ habe ich von meinen Lesern nicht gerade
erhalten. Entweder hat es niemand gelesen oder, wie ich vermute, hatten die meisten davon selber keine Ahnung wie
ein Ei entsteht. Einmal mehr war es meine Schwester die bei einigen Leuten
umfragte, so auch bei ihrem sonntäglichen Besuch unserer Mutter im Seeländischen
Pflegeheim Biel/Mett. Für einmal war das Tagesgespräch die Hühner und nicht das
Wetter oder belangloses Zeug. Dem lieben Herrn Hofer, Hühnerexperte, sei für
seine Hilfe bestens gedankt, doch seine Auskunft, dass es keine weissen Hähne
gibt, trifft nicht zu. Vielleicht trifft dies in der Schweiz zu, aber es gibt
eben überall auf der ganzen Welt Hühner (Tiere!). Ich kam zum Schluss, dass
keine Eier zu erwarten waren. Da das Futter in der Zwischenzeit ausgegangen war,
war klar, sie würden im Topf landen.
Eine dramatische Wende gab es zwei Tage später als Frühmorgens
jemanden ein Ei im Hühnerstall vorfand! Zunächst glaubte ich an einen Jux. Doch
es war ein kleines, bräunliches Ei, also nicht eines von unserem Laden.
Tatsächlich, wir hatten unser 1. Ei. Eine Sensation! Schnurstracks kaufte ich
drei Kilos Spzialfutter für Leghühner. Das Verhalten der Hühner machte mich
jedoch zusehends skeptisch. Ich war der Meinung, dass ein gelegtes Ei danach
gebrütet wird. Unsere Hühner schienen sich einen „Scheiss“ um dieses Ei zu
kümmern, tja, diese „Tschaupihünd“ traten sogar noch darauf. Via Internet nahm
ich Kontakt zum Verband Schweizer Eierproduzenten auf. Klar ist, dass Hähne
Sporen und ausgeprägtere Kamme und Kehlkappen haben und den bekannten Hahnenschrei von sich geben. Aufgrund dieser Beschreibung muss ich davon
ausgehen, dass wir einen Hahn und zwei Hühner haben. Dies muss wohl so sein,
denn mehrmals habe ich nun beobachtet wie er auf die Hühner „aufhockte“. Es sei denn, es seien schwule Hühner…
Die Sensation: das 1. Ei - Unser Geflügertrio! Links eine der Hennen, in der Mitte der Hahn
Doch Spass bei Seite. Um Gewissheit zu erfahren habe ich via Internet den Verband
Schweizer Eierproduzenten kontaktiert. Je nach Rasse und mit viel Routine soll
es möglich sein Hennen und Hähne schon als Kücken voneinander unterscheiden zu
können. Mastkücken und Legekücken kann man aufgrund der unterschiedlichen
Wachstumgeschwindigkeit sehr gut voneinander halten, bei Masttieren sind die
Kämme auch kleiner und der Körperbau viel breiten. Hennen können auch streiten
und sehr wohl braune Eier legen (wenn sie rote Ohrenscheiben haben).
Leistungsfähige Legerassen brüten in der Regel auch nicht und interessieren sich
tatsächlich nicht gross um ihre Eier. Je nach Jahreszeit und Lichtprogramm sollen Hühner zwischen der 18.
und 25. Alterswoche mit Legen beginnen. Für unsere Hühner, daher noch etwas zu
früh. Alle diese Informationen verdanke ich
Herrn Andreas Gloor, Redaktor der Schweizer Geflügelzeitung Aviforum.
Der endgültige Beweis, dass wir zwei Legehennen besitzen brachte mein Nachbar Andy der in einer Hühnerfarm in Balangiga Fotos
von Hennen machte die den unseren gleichen. Der „Schreihals“ ist im Topf gelandet und die Legehühner
sind eingesperrt damit sie die Eier ja nicht anderswo legen.
Fortsetzung folgt!
Barangay fiesta
Wie jedes Jahr Mitte Mai, finden die verschiedenen Barangay Fiestas statt. Es werden
hierzu Volleyball- und Basketball, Grümpelturniere, Tanzwettbewerbe und allerlei
Aktivitäten für die Kinder organisiert. Jeder Bewohner des Quartiers erhält an
diesem Tage auch ein Essen, meistens Pancit Canton (Nudelgericht) mit etwas
Fleisch. Das grosse Fest steigt am Abend. Der Höhepunkt bildet der Kuratsa. Dies ist ein typischer
volkstümlicher Tanz der Visayas-Einwohner, insbesondere der Warais. Es tanzt
immer nur ein Paar und wirft dabei Geldscheine als Spenden auf den Boden.
Für uns bedeutet die Fiesta immer viel Arbeit, aber auch ein
gutes Geschäft. Heuer haben wir allerdings bereits um Mitternacht geschlossen. Das
Fest aber ging bis 03.00 Uhr weiter. Das Barangay Fest sollte eigentlich ein
Fest für alle gewöhnlichen Leute sein, doch soll es,
so habe ich gehört, immer mehr zu einer Angelegenheit der „Mehrbesseren“ werden.
Je nachdem was im laufenden Jahr für Lokalwahlen anstehen, sollen die Anlässe
mehr als Bühne der lokalen Politik dienen. Wer etwas auf sich hat spendet beim „Kuratsa“
um sich die Gunst der Wähler zu erhaschen. Dieses Jahr sollen
so 21'000 Pesos zusammen gekommen sein. Hoffen wir, dass der Organisator etwas
Gescheites damit anfängt.
Das Volleyball-Grümpelturnier
Übung für den Tanzwettbewerb auf der Musik des neuesten Hits
Wir sind dieses Jahr bisher glücklicherweise von tropischen Depressionen und
Taifunen verschont geblieben. Die Blüten der Mangobäume sind daher nicht
vernichtet worden und erstmals seit drei Jahren tragen die Bäume Früchte.
Meine Versuche auf dem Balkon mit Karotten und Petersilie sind vorerst
gescheitert. Das Klima scheint dazu hier einfach zu heiss zu sein. Erfreulich
ist dagegen der Wachstum von Basilikum, der Radieschen und der Zucchetti. Neu in
experimenteller Phase sind Wassermelonen und Auberginen. Nach dem schönen Erfolg
mit den Pepperonis ist mir eine Zweite und Dritte Saat auf unerklärliche Weise
nicht mehr gelungen. Nichts ist gewachsen! Schuld waren die Ameisen. Rein
zufällig habe ich drei Ameisen inflagranti erwischt, wie sie zu Dritt daran
waren ein Samenkorn davon zu tragen! Diese „Saucheibe“.
Die ersten Radieslii
Aus unserem provisorischen Garten gibt es derzeit noch nicht viel zu berichten.
Mehr dann das nächste Mal. Ich war hingegen zu Besuch in Momoy’s Garten. Derzeit
werden gerade die „Sitau“ – Schlangenbohnen oder Spargelbohnen geerntet. Alle
zwei bis drei Tage werden zwischen 500 bis 700 Stück abgelesen. Ein Bündel zu 10
Stück kostet 10 Pesos. Die „Sitau“ wachsen schnell, sind pflegeleicht und sehr
ertragreich. Ich begreife nicht, weshalb unsere Nachbarn nicht auch solche
anpflanzen. Wenn die Leute schon klagen sie würden es nicht vermögen Gemüse zu
kaufen, weshalb pflanzen sie denn nicht selber an? Auch Pechay ist ein Gemüse
welches leicht wächst. Ein Stück Land gibt es hier
überall, auch wenn’s nur einen Quadratmeter ist. Würde man all das unbenützte
Land in unserer Umgebung bepflanzen, man könnte das ganze Quartier mit Gemüse
versorgen. Man könnte die Bohnen auch trocknen, so wie wir es früher gemacht
haben. Etwas Gemüse mit dem täglichen Reis wäre doch eine wertvolle und wichtige
Ergänzung vor allem für die Kinder. Das Saatgut würden sie von der Gemeinde
sogar Gratis erhalten. Weshalb nur helfen sich die Leute nicht ein
wenig selber? Ich begreife so was einfach nicht.
Die Farm von Momoy
Tomaten, Schlangenbohnen und Wassermelonen
Municipal ordinance no 03/2009
Alles wird hier mehr oder weniger in den Abfall geworfen. Bei diesem enormen
Konsum von Büchsen, Petflaschen und Plastiksäcke wächst der Abfallberg ziemlich
schnell an. Die Kehrichtabfuhr, einmal wöchentlich, hat bisher ziemlich gut
funktioniert. Dass man viele Sachen recyceln und dabei erst noch etwas verdienen
kann, haben einige begriffen. Regelmässig besuchen „Alteisen- und Lumpensammler“
die Quartiere um „scrap“ einzukaufen. Für ein Kilo Petflaschen wird drei Pesos
bezahlt, für ein Kilo Büchsen fünfzig Centavos und für eine grosse Flasche GSM
einen Peso. Dies ist nicht viel, gibt jedoch jedes Mal einige Pesos für
Schleckereien der Kinder.
Die Scrap-Frau
Der Umgang mit Kehricht ist weltweit ein grosses Problem und muss durch die
Behörden unbedingt geregelt werden. Eine entsprechende Regelung ist bei uns seit
einem Monat in Kraft. Jeder Haushalt wurde mit einem Flugblatt informiert, dass
die wöchentliche Kehrichtabfuhr eingestellt wird und der „Güsel“ inskünftig zu
sortieren und getrennt an vorgegebenen Stellen selber zu entsorgen ist. Eine
vorbildliche Regelung gewiss, doch wird es vermutlich noch einige Zeit brauchen
bis die Leute von ihrer „wegschmeiss“ Mentalität abkommen. Wie lange hat es bei
uns im Westen gebraucht bis das Bewusstsein der Leute geweckt wurde? Alleine mit
der Aussortierung unserer Abfälle für den Kompost, können wir den Kehricht um
die Hälfte verringern. Kompost ist jedoch für Viele etwas Fremdes. Man muss
ihnen daher zuerst Zweck und Sinn erklären. Es ist wie bei einem Schüler. Um
diesem das Lesen beizubringen muss man ihm auch zuerst die Buchstaben lernen.
Wie schwierig, manchmal fast hoffnungslos, so ein Vorhaben ist, davon kann
ich selber ein „Liedchen“ singen. Hundertmal habe ich „meinen“ Leuten schon
erklärt, dass Plastik nicht in den Kompostkübel gehört.
Die Initiative der Behörden von Maydolong ist zu begrüssen und ist ein Schritt
in die richtige Richtung. Die Councilors (Gemeinderäte/Stadträte) werden
schliesslich mit 20'000+ Pesos pro Monat plus verschiedenen Vergünstigungen auch
fürstlich entlöhnt damit sie Verbesserungen für die Gemeinschaft vorschlagen. Das Schwierige, wie bei allen neuen Gesetzen, ist
meistens deren Durchführung. Oft sind Gesetze nicht ganz durchgedacht und vielmals hapert es
auch an der fehlenden Koordination zwischen Legislative und Exekutive. Ein schönes
Beispiel hier bei uns. Seit mehr als einem Monat warten wir auf die angekündigte
Errichtung der Entsorgungsplätze. Wenig bis Nichts ist geschehen. Seit mehr als
fünf Wochen hat es keine Kehrrichtabfuhr mehr gegeben! Und der Kehricht häuft
sich zu Hause jeden Tag mehr an! Wohin damit? Würde so was in der Schweiz
passieren, würde ich meine Abfälle demonstrativ vor dem Gemeindehaus
ausschütten! Doch, wie ich schon früher berichtet habe, wird hier nicht reklamiert.
Seit der letzten Müllabfuhr sind bereits fünf Wochen vergangen!
Ob diese Regelung funktionieren wird ist verfrüht zu sagen. Den Kehricht
zu trennen und dann noch selber zu entsorgen ist eine grosse Umstellung. Die Behörden werden die
Leute mit Rat und Hilfe beistehen müssen. Gesetzte oder Regelungen sind von allen einzuhalten und
wer dies nicht tut, muss logischerweise gebüsst werden. So ist beim 1. Verstoss
eine Busse zwischen 300 und 1'000 Pesos, beim 2. Verstoss sogar zwischen 500 und
1500 Pesos angedroht. Nun, alleine Bussen anzudrohen wird nicht viel nützten,
wenn Verstosse nicht auch sanktioniert werden. Wird jemanden die Einhaltung der
Regelung kontrollieren? Gegen den Verstoss der Helmpflicht auf Motorräder hat
die LTO auch eine Busse von 1500 Pesos angedroht. Habe ich in den letzten drei
Jahren schon je einmal einen Polizisten gesehen der dies kontrollierte? Es wird
vermutlich, wie üblich nichts geschehen. Als ich den Sohn von Jennifer (15)
fragte, ob er denn beim Fahren des Trikes ohne Fahrausweis keine Angst habe von
der Polizei gebüsst zu werden, meinte er nur, dass dies ja alle Jungs und
Mädchen tun würden! Ein typisches Beispiel das das Problem hierzulande der schon
oft beschriebenen Disziplinlosigkeit bestens veranschaulicht. Es gibt zwar
Gesetzte aber sie werden nicht eingehalten. Kommt dazu, dass etliche Leute
meinen sich nicht an Regelungen und Gesetzte halten zu müssen, nur weil sie ein
Verwandter des Bürgermeisters oder eines Politiker sind. Dies ist, glaube ich,
ein weiteres tiefes Übel in dieser Gesellschaft hier. Ein Polizist wird es sich
zweimal überlegen, ob er jemanden büssen wird wenn man ihm mit „Ich bin ein
guter Freund von …“ droht. Er könnte nämlich grosse „Schwierigkeiten“ bekommen,
denn der Bürgermeister bestimmt den Polizeichef. Dies sind alles noch kleine,
nicht tragische Delikte, bedenklicher wird es aber wenn es um Mord geht. Die
einzigen die bis jetzt versagt haben sind die Behörden… Ob dies wohl ein
vereinzeltes Beispiel ist?
Instruktionen für die neue Regelung, doch seit Wochen warten wir auf die Erstellung des Kehrrichtsammelplatz!
Schulferien überlebt
Mit dem Schulbeginn am 1. Juni hat für 19,4 Mio
Schüler der öffentlichen Schule, inklusive „Kindergärteler“, der Ernst des
Lebens wieder begonnen. Die Schulzeugnisse der Kinder waren unterschiedlich.
Währenddem der Sohn für sein erstes Jahr Private High School in Borongan
erstaunlicherweise gut abschnitt, hat die Tochter mit einer Minimalleistung
gerade mal das nächste, letzte Schuljahr der Elementary School erreicht.
Bedenklicher ist allerdings ihre Bewertung in Benehmen, Disziplin, Ehrlichkeit
und Kameradschaft, die sich gegenüber dem Vorjahr drastisch verschlechtert hat. Dies
widerspiegelt auch die Situation zu Hause. Richtige Erziehung ist nicht einfach.
Gut zureden hat bisher nichts genützt, Schreien auch nichts. Wir sind an einem
Punkt angelangt, wir wissen schlichtweg nicht mehr weiter. Mädchen in diesem
Alter machen eine grosse Wandlung durch, haben bereits Mens, die Brüste wachsen,
wenn sich doch nur auch das "Hirni" etwas entwickeln würde!
Sommerschulferien bedeuten für mich jedes Mal ein Horror. Während zwei Monaten eine lärmige Horde von Kindern um sich zu haben braucht Nerven. Diejenigen Kinder die
nicht auf dem Reisfeld arbeiten müssen „hängen“ dann den ganzen Tag herum oder
sitzen vor dem Fernsehkasten um dekadente Videos anzuschauen. Um
ja nicht im Laden oder Haushalt helfen zu müssen, sind sie oft schon frühmorgens
verschwunden und kommen erst im Verlaufe des Nachmittags wieder zum Vorschein. So
musste der Onkel Willy halt einige Male eine „Gardinenpredigt“ halten. Man muss
die Kinder daher etwas beschäftigen. So haben wir alle Fenstergitter
mit Sandpapier gereinigt und neu gestrichen. Die Hilfe war allerdings nicht sehr
gross. Und endlich haben wir auch die total verrostete Wasserhandpumpe gestrichen.
Es sieht nun wenigstens etwas „hygienischer“ aus, doch so was scheint die Leute
hier überhaupt nicht zu stören.
Die öffentliche Schule in den Philippinen kostet, abgesehen von einer
Grundgebühr von 115 Pesos, nichts. Kommt allerdings noch der
Mitgliedschaftsbeitrag von 40 Pesos für die Pfadfinder dazu. Kosten die also für
jedermann tragbar sind. Die Privatschule des Sohnes kostet dagegen pro Jahr
7000 Pesos, dazu Bücher für 3000 Pesos plus die Kosten der täglichen Fahrten und
Mahlzeiten. Dies können sich schon weniger Leute leisten. Nach den ersten beiden
Schulwochen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Kinder das Wenige was sie
vor den Ferien gelernt haben, schon wieder vergessen haben. Das Ministerium für
Erziehung müsste sich mal überlegen ob zwei Monate Schulferien nicht zu lange
sind. Diese Einschätzung ist auf eine individuelle Erfahrung basiert und darf
daher nicht verallgemeinert werden. Tatsache ist, dass ich mit der Tochter im
neuen Schuljahr Mathematik- und Englischaufgaben büffle, Stoff den sie schon vor
einem halben Jahr lernte! Die Schuld weshalb das Niveau so tief ist,
liegt vermutlich nicht nur bei den Schülern. Man munkelt, dass die Lehrer auch
nicht die „schlausten“ sein sollen. Anderseits haben es die Lehrer bei Klassen
bis zu 50 Schülern auch nicht leicht zu unterrichten. Und langweiliger
Unterricht wird das Lernen nicht fördern sondern eher dazu beitragen, dass sich
die Schüler desinteressieren. Es liegt daher eher am System. Man muss die Kinder
begeistern können. Anhand eines interessanten Experiments mit unseren Kindern
kann ich dies eindeutig bewiesen. Innerhalb einer Woche haben sie mit einem Landkarten
Computerspiel sämtliche Länder und Hauptstädte Asiens gelernt! Kinder sind daher
nicht dumm. Man muss nur ihr „Computer“ - Gehirn - mit Software laden.
Sinnvolle Beschäftigung während den Schulferien
TV 5 Monde
Auf meine Intervention vor einem Jahr bei der Französischen Botschaft wegen dem
„Rauswurf“ des Fernsehprogramms TV 5 Monde aus dem Angebot des Satelliten-TV
Anbieters Dream, hatte ich nichts mehr gehört. Seit kurzem ist der Sender wieder
“drauf“. Damit kann ich jeden Tag die Tagesschau des Westschweizer Fernsehens
vom Vorabend sehen! Diese wird in den Philippinen allerdings etwas früh
ausgestrahlt, um 05.30! Seit dem 11. Juni hat auch das Einkaufszentrum
Robinson in Tacloban seine Pforten geöffnet. Wenn jetzt noch die Telefonanbieter Globe und Smart
Broadband-Internet für Ihre Kunden anbieten würden die im Umkreis einer Antenne
wohnen, habe ich bald nichts mehr zu reklamieren!
Tagesschau der TSR
Abendstimmung in Maydolong
Letzte Meldung: Enttäuschung im Hühnerstall
Die Ereignisse im Hühnerstall haben sich kurz vor
Redaktionsschluss überstürzt: die beiden vermeintlichen
Leghühner haben plötzlich begonnen zu krähen! Damit ist klar, dass unser Menu
nächste Woche vermehrt Pouletfleisch betragen wird.