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Mabuhay Die Geschichte eines Ei (MP 11 / 20.06.2009)

In der Reismühle

Im letzten Bericht waren wir zu Besuch auf den Reisfeldern. Der Reis wurde inzwischen an der Sonne getrocknet und gesäubert. Nach dieser Reinigung blieb nur noch Dreiviertel des Reises übrig. Die Mühle kostet 45 Pesos für einen Sack. Übrig bleibt am Schluss noch etwa die Hälfte. Enttäuschend wenig, wenn ich an die harte Arbeit der Reisbauern denke.


Zuerst wird der Reis wird gesäubert...

    
... dann in die Mühle gebracht

  
Einen 60 Kilos Sack  "Native - Einheimischer" Reis kostet 1'700 Pesos (42.-)

Besuch der Bäckerei

Brot hat in Asien in etwa der gleiche Stellenwert wie Reis für uns in Europa. In jeder grösseren Stadt und in touristischen Hochburgen ist Brot jedoch in vielen Varianten erhältlich. Etliche Deutsche oder Schweizer Bäcker haben sich in den Philippinen niedergelassen und in den grossen Malls findet man Unternehmen wie Délifrance oder Frenchbaker die Vollkornbrote und Schwarzbrote anbieten. Denn auch die Filipinos haben entdeckt was gut ist! In der Provinz sieht es etwas anders aus. Als Brot bezeichnet man hier das „Tasty bread“ ein süssliches viereckiges Toastbrot. Das „Tasty“ – schmackhaft – könnte man aber ruhig weglassen. Als Brotliebhaber hat man da andere Vorstellungen. Tinapai wird ebenfalls als Brot bezeichnet. Dies sind süssliche Gebäcke in verschiedenen Formen und Farben, von violett bis rosa. Etliche unserer Kunden kaufen zum Frühstück ein Tinapai mit einem Beutel Schokoladegetränk von Milo oder einem Kaffe von Nescafé. In Maydolong gibt es insgesamt vier Bäckereien. Ich habe diejenige von Frau Boroy, unser Lieferant, besucht.

    

  
li: Simada - re: bunte Brötli

1. Mai - Feier

Demonstrationen und Umzüge von Gewerkschaften zum 1. Mai gibt es in unserem Dorf nicht. Es gibt hier ja auch auch keine Industrie. Gefeiert wird an diesem Tag der 78. Gründungstag von Maydolong. Bereits um halb fünf Morgens zieht die Musikkapelle durch das Dorf um die Feierlichkeiten anzukündigen. Um halb sieben herrscht bei uns bereits grosser Stress. Die Kinder müssen sich für den Umzug vorbereiten. Wie immer, muss alles immer im allerletzten Moment erledigt werden. Angeführt durch die Miss Maydolong und der Dorfpolizei folgt die Parade der Gemeindeangestellten. Winkend begrüsse ich den Bürgermeister und sein Gefolge vom Balkon herab.


Miss Maydolong führt den 1. Mai Umzug an

    
Parade der Gemeindeangestellten - Local Governemenrt Unit


Trommler und Majoretten

Nipa

Von Nipahütten haben die meisten von Ihnen sicher schon gehört. Es sind Hütten aus Nipa. Doch was ist Nipa? Es handelt sich um die Nipapalme (Nypa fruticans), auch Mangrovenpalme genant. Ihr typischer Standort ist im Küstengewässer und in Flussmündungen. Die Blätter werden vor allem als Baumaterial für Wände und Dächern eingesetzt und finden auch bei der Herstellung von Flechtwerk Verwendung. In Nipahütten zu wohnen ist bei den hiesigen tropischen Temperaturen recht angenehm. Weniger lustig ist es allerdings bei den zahlreich herrschenden Stürmen und Taifunen.

  
Nipahütten

    
Bevorzugter Standort der Nipapalme ist in Küstengewässer oder Flussmündungen

    
Ein Stück Nipa wird für 10 Pesos verkauft

Swine flu - Die Schweinegrippe

Auch die Philippinen sind in der Zwischenzeit von der Schweinegrippe „Swine fluh“ betroffen worden. Ende Mai meldete das Ministerium für Gesundheit sechs Fälle, per 19. Juni waren es schon deren 344. Ausgerechnet zum Zeitpunkt des Ausbruches in Mexiko, wollten wir unsere vier Schweine verkaufen. Der Preis fiel prompt um einige Tausend Pesos. So behielten wir sie noch eine Woche lang bevor zwei geschlachtet und zwei verkauft wurden. Mit dem Schlachten und Direktverkauf des Fleisches an Kunden konnte ein wesentlich höherer Ertrag erzielt werden. Statt dem vom Metzger angebotenen 5000 Pesos ergab der Verkauf für das eine Tier etwa 6700 Pesos.

  
Metzgete am Sonntagmorgen um 03.30 Uhr

    

  
Ein Kilo "boneless" - ohne Knochen kostet 170 Pesos (4.25)

  
"Unser" Säuli wurde für 6000 Pesos (150.-) verkauft


Ein neues Ferkel kostet 2200 Pesos (55.-)

Die Geschichte eines Ei

Die meiste Zeit der vergangenen Wochen war ich mit meinen Hühnern beschäftigt. Viel Hilfe zu meiner „Hühnergeschichte“ habe ich von meinen Lesern nicht gerade erhalten. Entweder hat es niemand gelesen oder, wie ich vermute, hatten die meisten davon selber keine Ahnung wie ein Ei entsteht. Einmal mehr war es meine Schwester die bei einigen Leuten umfragte, so auch bei ihrem sonntäglichen Besuch unserer Mutter im Seeländischen Pflegeheim Biel/Mett. Für einmal war das Tagesgespräch die Hühner und nicht das Wetter oder belangloses Zeug. Dem lieben Herrn Hofer, Hühnerexperte, sei für seine Hilfe bestens gedankt, doch seine Auskunft, dass es keine weissen Hähne gibt, trifft nicht zu. Vielleicht trifft dies in der Schweiz zu, aber es gibt eben überall auf der ganzen Welt Hühner (Tiere!). Ich kam zum Schluss, dass keine Eier zu erwarten waren. Da das Futter in der Zwischenzeit ausgegangen war, war klar, sie würden im Topf landen.
Eine dramatische Wende gab es zwei Tage später als Frühmorgens jemanden ein Ei im Hühnerstall vorfand! Zunächst glaubte ich an einen Jux. Doch es war ein kleines, bräunliches Ei, also nicht eines von unserem Laden. Tatsächlich, wir hatten unser 1. Ei. Eine Sensation! Schnurstracks kaufte ich drei Kilos Spzialfutter für Leghühner. Das Verhalten der Hühner machte mich jedoch zusehends skeptisch. Ich war der Meinung, dass ein gelegtes Ei danach gebrütet wird. Unsere Hühner schienen sich einen „Scheiss“ um dieses Ei zu kümmern, tja, diese „Tschaupihünd“ traten sogar noch darauf. Via Internet nahm ich Kontakt zum Verband Schweizer Eierproduzenten auf. Klar ist, dass Hähne Sporen und ausgeprägtere Kamme und Kehlkappen haben und den bekannten Hahnenschrei von sich geben. Aufgrund dieser Beschreibung muss ich davon ausgehen, dass wir einen Hahn und zwei Hühner haben. Dies muss wohl so sein, denn mehrmals habe ich nun beobachtet wie er auf die Hühner „aufhockte“. Es sei denn, es seien schwule Hühner…

  
Die Sensation: das 1. Ei - Unser Geflügertrio! Links eine der Hennen, in der Mitte der Hahn

Doch Spass bei Seite. Um Gewissheit zu erfahren habe ich via Internet den Verband Schweizer Eierproduzenten kontaktiert. Je nach Rasse und mit viel Routine soll es möglich sein Hennen und Hähne schon als Kücken voneinander unterscheiden zu können. Mastkücken und Legekücken kann man aufgrund der unterschiedlichen Wachstumgeschwindigkeit sehr gut voneinander halten, bei Masttieren sind die Kämme auch kleiner und der Körperbau viel breiten. Hennen können auch streiten und sehr wohl braune Eier legen (wenn sie rote Ohrenscheiben haben). Leistungsfähige Legerassen brüten in der Regel auch nicht und interessieren sich tatsächlich nicht gross um ihre Eier. Je nach Jahreszeit und Lichtprogramm sollen Hühner zwischen der 18. und 25. Alterswoche mit Legen beginnen. Für unsere Hühner, daher noch etwas zu früh. Alle diese Informationen verdanke ich Herrn Andreas Gloor, Redaktor der Schweizer Geflügelzeitung Aviforum. Der endgültige Beweis, dass wir zwei Legehennen besitzen brachte mein Nachbar Andy der in einer Hühnerfarm in Balangiga Fotos von Hennen machte die den unseren gleichen. Der „Schreihals“ ist im Topf gelandet und die Legehühner sind eingesperrt damit sie die Eier ja nicht anderswo legen. Fortsetzung folgt!

Barangay fiesta

Wie jedes Jahr Mitte Mai, finden die verschiedenen Barangay Fiestas statt. Es werden hierzu Volleyball- und Basketball, Grümpelturniere, Tanzwettbewerbe und allerlei Aktivitäten für die Kinder organisiert. Jeder Bewohner des Quartiers erhält an diesem Tage auch ein Essen, meistens Pancit Canton (Nudelgericht) mit etwas Fleisch. Das grosse Fest steigt am Abend. Der Höhepunkt bildet der Kuratsa. Dies ist ein typischer volkstümlicher Tanz der Visayas-Einwohner, insbesondere der Warais. Es tanzt immer nur ein Paar und wirft dabei Geldscheine als Spenden auf den Boden.
Für uns bedeutet die Fiesta immer viel Arbeit, aber auch ein gutes Geschäft. Heuer haben wir allerdings bereits um Mitternacht geschlossen. Das Fest aber ging bis 03.00 Uhr weiter. Das Barangay Fest sollte eigentlich ein Fest für alle gewöhnlichen Leute sein, doch soll es, so habe ich gehört, immer mehr zu einer Angelegenheit der „Mehrbesseren“ werden. Je nachdem was im laufenden Jahr für Lokalwahlen anstehen, sollen die Anlässe mehr als Bühne der lokalen Politik dienen. Wer etwas auf sich hat spendet beim „Kuratsa“ um sich die Gunst der Wähler zu erhaschen. Dieses Jahr sollen so 21'000 Pesos zusammen gekommen sein. Hoffen wir, dass der Organisator etwas Gescheites damit anfängt.

  
Das Volleyball-Grümpelturnier


Übung für den Tanzwettbewerb auf der Musik des neuesten Hits

Nr. 1 in der Hitparade: Sabay-Sabay Tayo
(zum abspielen des Videos benötigen Sie einen Flashplayer.)
Zum installieren bitte hier klicken

    
Barangay Fiesta 2009


LGU - Band

Aus dem Garten

Wir sind dieses Jahr bisher glücklicherweise von tropischen Depressionen und Taifunen verschont geblieben. Die Blüten der Mangobäume sind daher nicht vernichtet worden und erstmals seit drei Jahren tragen die Bäume Früchte. Meine Versuche auf dem Balkon mit Karotten und Petersilie sind vorerst gescheitert. Das Klima scheint dazu hier einfach zu heiss zu sein. Erfreulich ist dagegen der Wachstum von Basilikum, der Radieschen und der Zucchetti. Neu in experimenteller Phase sind Wassermelonen und Auberginen. Nach dem schönen Erfolg mit den Pepperonis ist mir eine Zweite und Dritte Saat auf unerklärliche Weise nicht mehr gelungen. Nichts ist gewachsen! Schuld waren die Ameisen. Rein zufällig habe ich drei Ameisen inflagranti erwischt, wie sie zu Dritt daran waren ein Samenkorn davon zu tragen! Diese „Saucheibe“.


Die ersten Radieslii

Aus unserem provisorischen Garten gibt es derzeit noch nicht viel zu berichten. Mehr dann das nächste Mal. Ich war hingegen zu Besuch in Momoy’s Garten. Derzeit werden gerade die „Sitau“ – Schlangenbohnen oder Spargelbohnen geerntet. Alle zwei bis drei Tage werden zwischen 500 bis 700 Stück abgelesen. Ein Bündel zu 10 Stück kostet 10 Pesos. Die „Sitau“ wachsen schnell, sind pflegeleicht und sehr ertragreich. Ich begreife nicht, weshalb unsere Nachbarn nicht auch solche anpflanzen. Wenn die Leute schon klagen sie würden es nicht vermögen Gemüse zu kaufen, weshalb pflanzen sie denn nicht selber an? Auch Pechay ist ein Gemüse welches leicht wächst. Ein Stück Land gibt es hier überall, auch wenn’s nur einen Quadratmeter ist. Würde man all das unbenützte Land in unserer Umgebung bepflanzen, man könnte das ganze Quartier mit Gemüse versorgen. Man könnte die Bohnen auch trocknen, so wie wir es früher gemacht haben. Etwas Gemüse mit dem täglichen Reis wäre doch eine wertvolle und wichtige Ergänzung vor allem für die Kinder. Das Saatgut würden sie von der Gemeinde sogar Gratis erhalten. Weshalb nur helfen sich die Leute nicht ein wenig selber? Ich begreife so was einfach nicht.

    
Die Farm von Momoy

    
Tomaten, Schlangenbohnen und Wassermelonen

Municipal ordinance no 03/2009

Alles wird hier mehr oder weniger in den Abfall geworfen. Bei diesem enormen Konsum von Büchsen, Petflaschen und Plastiksäcke wächst der Abfallberg ziemlich schnell an. Die Kehrichtabfuhr, einmal wöchentlich, hat bisher ziemlich gut funktioniert. Dass man viele Sachen recyceln und dabei erst noch etwas verdienen kann, haben einige begriffen. Regelmässig besuchen „Alteisen- und Lumpensammler“ die Quartiere um „scrap“ einzukaufen. Für ein Kilo Petflaschen wird drei Pesos bezahlt, für ein Kilo Büchsen fünfzig Centavos und für eine grosse Flasche GSM einen Peso. Dies ist nicht viel, gibt jedoch jedes Mal einige Pesos für Schleckereien der Kinder.

    
Die Scrap-Frau

Der Umgang mit Kehricht ist weltweit ein grosses Problem und muss durch die Behörden unbedingt geregelt werden. Eine entsprechende Regelung ist bei uns seit einem Monat in Kraft. Jeder Haushalt wurde mit einem Flugblatt informiert, dass die wöchentliche Kehrichtabfuhr eingestellt wird und der „Güsel“ inskünftig zu sortieren und getrennt an vorgegebenen Stellen selber zu entsorgen ist. Eine vorbildliche Regelung gewiss, doch wird es vermutlich noch einige Zeit brauchen bis die Leute von ihrer „wegschmeiss“ Mentalität abkommen. Wie lange hat es bei uns im Westen gebraucht bis das Bewusstsein der Leute geweckt wurde? Alleine mit der Aussortierung unserer Abfälle für den Kompost, können wir den Kehricht um die Hälfte verringern. Kompost ist jedoch für Viele etwas Fremdes. Man muss ihnen daher zuerst Zweck und Sinn erklären. Es ist wie bei einem Schüler. Um diesem das Lesen beizubringen muss man ihm auch zuerst die Buchstaben lernen. Wie schwierig, manchmal fast hoffnungslos, so ein Vorhaben ist, davon kann ich selber ein „Liedchen“ singen. Hundertmal habe ich „meinen“ Leuten schon erklärt, dass Plastik nicht in den Kompostkübel gehört.
Die Initiative der Behörden von Maydolong ist zu begrüssen und ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Councilors (Gemeinderäte/Stadträte) werden schliesslich mit 20'000+ Pesos pro Monat plus verschiedenen Vergünstigungen auch fürstlich entlöhnt damit sie Verbesserungen für die Gemeinschaft vorschlagen. Das Schwierige, wie bei allen neuen Gesetzen, ist meistens deren Durchführung. Oft sind Gesetze nicht ganz durchgedacht und vielmals hapert es auch an der fehlenden Koordination zwischen Legislative und Exekutive. Ein schönes Beispiel hier bei uns. Seit mehr als einem Monat warten wir auf die angekündigte Errichtung der Entsorgungsplätze. Wenig bis Nichts ist geschehen. Seit mehr als fünf Wochen hat es keine Kehrrichtabfuhr mehr gegeben! Und der Kehricht häuft sich zu Hause jeden Tag mehr an! Wohin damit? Würde so was in der Schweiz passieren, würde ich meine Abfälle demonstrativ vor dem Gemeindehaus ausschütten! Doch, wie ich schon früher berichtet habe, wird hier nicht reklamiert.


Seit der letzten Müllabfuhr sind bereits fünf Wochen vergangen!

Ob diese Regelung funktionieren wird ist verfrüht zu sagen. Den Kehricht zu trennen und dann noch selber zu entsorgen ist eine grosse Umstellung. Die Behörden werden die Leute mit Rat und Hilfe beistehen müssen. Gesetzte oder Regelungen sind von allen einzuhalten und wer dies nicht tut, muss logischerweise gebüsst werden. So ist beim 1. Verstoss eine Busse zwischen 300 und 1'000 Pesos, beim 2. Verstoss sogar zwischen 500 und 1500 Pesos angedroht. Nun, alleine Bussen anzudrohen wird nicht viel nützten, wenn Verstosse nicht auch sanktioniert werden. Wird jemanden die Einhaltung der Regelung kontrollieren? Gegen den Verstoss der Helmpflicht auf Motorräder hat die LTO auch eine Busse von 1500 Pesos angedroht. Habe ich in den letzten drei Jahren schon je einmal einen Polizisten gesehen der dies kontrollierte? Es wird vermutlich, wie üblich nichts geschehen. Als ich den Sohn von Jennifer (15) fragte, ob er denn beim Fahren des Trikes ohne Fahrausweis keine Angst habe von der Polizei gebüsst zu werden, meinte er nur, dass dies ja alle Jungs und Mädchen tun würden! Ein typisches Beispiel das das Problem hierzulande der schon oft beschriebenen Disziplinlosigkeit bestens veranschaulicht. Es gibt zwar Gesetzte aber sie werden nicht eingehalten. Kommt dazu, dass etliche Leute meinen sich nicht an Regelungen und Gesetzte halten zu müssen, nur weil sie ein Verwandter des Bürgermeisters oder eines Politiker sind. Dies ist, glaube ich, ein weiteres tiefes Übel in dieser Gesellschaft hier. Ein Polizist wird es sich zweimal überlegen, ob er jemanden büssen wird wenn man ihm mit „Ich bin ein guter Freund von …“ droht. Er könnte nämlich grosse „Schwierigkeiten“ bekommen, denn der Bürgermeister bestimmt den Polizeichef. Dies sind alles noch kleine, nicht tragische Delikte, bedenklicher wird es aber wenn es um Mord geht. Die einzigen die bis jetzt versagt haben sind die Behörden… Ob dies wohl ein vereinzeltes Beispiel ist?

    
Instruktionen für die neue Regelung, doch seit Wochen warten wir auf die Erstellung des Kehrrichtsammelplatz!

Schulferien überlebt

Mit dem Schulbeginn am 1. Juni hat für 19,4 Mio Schüler der öffentlichen Schule, inklusive „Kindergärteler“, der Ernst des Lebens wieder begonnen. Die Schulzeugnisse der Kinder waren unterschiedlich. Währenddem der Sohn für sein erstes Jahr Private High School in Borongan erstaunlicherweise gut abschnitt, hat die Tochter mit einer Minimalleistung gerade mal das nächste, letzte Schuljahr der Elementary School erreicht. Bedenklicher ist allerdings ihre Bewertung in Benehmen, Disziplin, Ehrlichkeit und Kameradschaft, die sich gegenüber dem Vorjahr drastisch verschlechtert hat. Dies widerspiegelt auch die Situation zu Hause. Richtige Erziehung ist nicht einfach. Gut zureden hat bisher nichts genützt, Schreien auch nichts. Wir sind an einem Punkt angelangt, wir wissen schlichtweg nicht mehr weiter. Mädchen in diesem Alter machen eine grosse Wandlung durch, haben bereits Mens, die Brüste wachsen, wenn sich doch nur auch das "Hirni" etwas entwickeln würde!
Sommerschulferien bedeuten für mich jedes Mal ein Horror. Während zwei Monaten eine lärmige Horde von Kindern um sich zu haben braucht Nerven. Diejenigen Kinder die nicht auf dem Reisfeld arbeiten müssen „hängen“ dann den ganzen Tag herum oder sitzen vor dem Fernsehkasten um dekadente Videos anzuschauen. Um ja nicht im Laden oder Haushalt helfen zu müssen, sind sie oft schon frühmorgens verschwunden und kommen erst im Verlaufe des Nachmittags wieder zum Vorschein. So musste der Onkel Willy halt einige Male eine „Gardinenpredigt“ halten. Man muss die Kinder daher etwas beschäftigen. So haben wir alle Fenstergitter mit Sandpapier gereinigt und neu gestrichen. Die Hilfe war allerdings nicht sehr gross. Und endlich haben wir auch die total verrostete Wasserhandpumpe gestrichen. Es sieht nun wenigstens etwas „hygienischer“ aus, doch so was scheint die Leute hier überhaupt nicht zu stören.
Die öffentliche Schule in den Philippinen kostet, abgesehen von einer Grundgebühr von 115 Pesos, nichts. Kommt allerdings noch der Mitgliedschaftsbeitrag von 40 Pesos für die Pfadfinder dazu. Kosten die also für jedermann tragbar sind. Die Privatschule des Sohnes kostet dagegen pro Jahr 7000 Pesos, dazu Bücher für 3000 Pesos plus die Kosten der täglichen Fahrten und Mahlzeiten. Dies können sich schon weniger Leute leisten. Nach den ersten beiden Schulwochen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Kinder das Wenige was sie vor den Ferien gelernt haben, schon wieder vergessen haben. Das Ministerium für Erziehung müsste sich mal überlegen ob zwei Monate Schulferien nicht zu lange sind. Diese Einschätzung ist auf eine individuelle Erfahrung basiert und darf daher nicht verallgemeinert werden. Tatsache ist, dass ich mit der Tochter im neuen Schuljahr Mathematik- und Englischaufgaben büffle, Stoff den sie schon vor einem halben Jahr lernte! Die Schuld weshalb das Niveau so tief ist, liegt vermutlich nicht nur bei den Schülern. Man munkelt, dass die Lehrer auch nicht die „schlausten“ sein sollen. Anderseits haben es die Lehrer bei Klassen bis zu 50 Schülern auch nicht leicht zu unterrichten. Und langweiliger Unterricht wird das Lernen nicht fördern sondern eher dazu beitragen, dass sich die Schüler desinteressieren. Es liegt daher eher am System. Man muss die Kinder begeistern können. Anhand eines interessanten Experiments mit unseren Kindern kann ich dies eindeutig bewiesen. Innerhalb einer Woche haben sie mit einem Landkarten Computerspiel sämtliche Länder und Hauptstädte Asiens gelernt! Kinder sind daher nicht dumm. Man muss nur ihr „Computer“ - Gehirn - mit Software laden.

    
Sinnvolle Beschäftigung während den Schulferien

TV 5 Monde

Auf meine Intervention vor einem Jahr bei der Französischen Botschaft wegen dem „Rauswurf“ des Fernsehprogramms TV 5 Monde aus dem Angebot des Satelliten-TV Anbieters Dream, hatte ich nichts mehr gehört. Seit kurzem ist der Sender wieder “drauf“. Damit kann ich jeden Tag die Tagesschau des Westschweizer Fernsehens vom Vorabend sehen! Diese wird in den Philippinen allerdings etwas früh ausgestrahlt, um 05.30! Seit dem 11. Juni hat auch das Einkaufszentrum Robinson in Tacloban seine Pforten geöffnet. Wenn jetzt noch die Telefonanbieter Globe und Smart Broadband-Internet für Ihre Kunden anbieten würden die im Umkreis einer Antenne wohnen, habe ich bald nichts mehr zu reklamieren!


Tagesschau der TSR

Abendstimmung in Maydolong

    

Letzte Meldung: Enttäuschung im Hühnerstall

Die Ereignisse im Hühnerstall haben sich kurz vor Redaktionsschluss überstürzt: die beiden vermeintlichen Leghühner haben plötzlich begonnen zu krähen! Damit ist klar, dass unser Menu nächste Woche vermehrt Pouletfleisch betragen wird.





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©1999-2012 Text und Foto Willy Blaser, willyblaser@hotmail.com