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Mabuhay Feuer ! Feuer! (MP 12 / 20.10.2009)

Kurze Freude

Die Freude TV5 Monde empfangen zu können war nur von kurzer Dauer. Als kleiner Trost wurden dagegen wiederum die Sender ESPN und Stars Sports ins Programm aufgenommen, so dass ich wenigstens wieder Fussball, Tennis und Formula-1 Rennen anschauen kann.

Nachtrag zur Hühnergeschichte

Dass sich unsere beiden Leghühner schlussendlich als Hähne entpuppten war eine herbe Enttäuschung. Dennoch sind wir zu Eier gekommen! Das „liebe“ Nachbarshuhn hat sich nämlich unter dem Nipadach beim Eingang unseres Sari-Saris in einer Kartonschachtel eingenistet und sieben Eier gelegt, ehe die Nachbarn „drauf“ kamen…


Das Nachbarshuhn

Feuer! Feuer!

Stromausfälle sind in letzter Zeit seltener geworden. Doch an diesem 11. Mai gingen die Lichter nach dem Einnachten wieder einmal aus. Die Hoffnung, es würde sich nur um einen kurzen Unterbruch handeln, erfüllte sich nicht. Wir mussten die Nacht wieder einmal mehr ohne Air-Cond verbringen müssen. Gegen zwei Uhr morgens werden wir durch Schreie aus dem Schlaf gerissen; „Sunoog, Sunoog! – Feuer - Feuer!“ Es riecht stark nach Rauch. Im Nu sind wir auf und rennen zum Fenster. Vorne beim Strand ist die Nacht hell erleuchtet. „Schnell raus!“ Doch in der Dunkelheit Unterhose, Kleider und Schuhe zu finden ist gar nicht so einfach. Es ist die „Dirty kitchen – Küche“ von Mama Basing’s Haus, die lichterloh brennt. Ein Dutzend Nachbarn sind schon dabei das Feuer mit Wasser, das aus dem daneben liegenden Meer geholt wurde, zu löschen. Ein starker Wind macht die Löschung schwierig, denn immer wieder schiessen neue Feuerflammen in die Höhe. Zum Glück besteht das Haus selber aus Hollowblocks und Zement. Die Leute kommen mit einem kleinen Schrecken davon, doch bei diesen so eng nebeneinander gebauten Nipa- und Holzhäuser könnte ein Feuer leicht zu einer Katastrophe führen.

  
Verkohltes Holz der Küche

Ein Brand ist etwas fürchterliches. Die Häuser hier sind so nahe aneinander gebaut, ein Feuer würde auch unser Haus in Gefahr bringen. Die Manipulation mit Petrollampen und Kerzen ist so gefährlich, wie schnell ist ein Missgeschick passiert. Am meisten Sorgen macht mir ein Feuerausbruch durch Kurzschluss. Die elektrischen Kabel sind zum Teil so unfachmännisch isoliert, es grenzt an ein Wunder, dass bis jetzt nichts passiert ist. Jedes Mal wenn ich den Geruch von Rauch wahr nehme, schrecke ich auf und renne zur Kontrolle durch das ganze Haus. Meistens kommt der Rauchgeruch von Draussen oder von Gina’s „Dirty kitchen“ nebenan. Seit dem Brand von Mama Pujan’s Küche mache ich mir noch mehr Sorgen. Was wäre gewesen wenn die benachbarten Fischerleute jene Nacht auf See gewesen wären? Wer hätte das Feuer gelöscht? Was wenn bei Ebbe das Wasser von weiter weg hätte geholt werden müssen? Was wenn keine Wasserkübel vorhanden gewesen wären? Ist man für einen Brandfall überhaupt organisiert? Weiss überhaupt jemand wie ein Feuer zu löschen ist? Gibt es eine lokale Feuerwehr? Kein Nachbarn im Quartier konnte mir hierzu eine Antwort geben. An so was „schlimmes“ denkt man gar nicht. So ist die Denkweise hier. Entsetzt darüber, dass sich die Leute nicht mehr um ihre Selbstsicherheit kümmern, bekam ich die lakonische Belehrung, dass dies die Aufgabe der Barangay-Verantwortlichen sei. Meine spontane Idee war sofort zwanzig Plastickübel zu kaufen und diese an einem zugänglichen Ort bereit zu halten sowie in der Nachbarschaft zwei oder drei Wassertonnen oder Wasserkübel mit Wasserspritzen aufstellen um bei einem Brandausbruch sofort mit dem Löschen beginnen zu können. Bisher ist es jedoch bei der Idee geblieben.

Tropische Depression „Feria“

23. Juni, Dienstagmorgen, 06.30 Uhr: wunderschöner Sonnenschein. Mensch, wird das heute wieder ein heisser Tag werden. Kurz nach sieben Uhr kommen die Kinder von der Schule zurück. Grund: Sturmwarnung Signal 2! Ein Sturm bei diesem Prachtswetter? Spinnen die? Eine Stunde später beginnt es zu Regnen und der Wind wird immer stärker. Ein Taifun? So was hätte ich doch wissen müssen. Seit Monaten informiere ich mich nun jeden Tag via Internet über die Sturmvorhersage. Doch ausgerechnet gestern hatte ich keine Verbindung und war vermutlich damit wohl wieder einmal der Einzige der von allem nichts wusste. Während zwei Stunden warten wir geduldig auf das Ende des Sturmes. Der Regen peitscht dabei wiederum so stark gegen die Fenster, dass Wasser eindringt. Der Wind ist nicht so stark wie bei früheren Stürmen, einige Windböen sind jedoch stark genug um ein halbes Dutzend Bananenstauden zu knicken. Dabei fallen einige ausgerechnet wieder auf unsere Gartenplantage! Doch wir wollen nicht klagen, denn dieses Jahr sind wir bisher von grösseren Stürmen verschont geblieben. Mit so was muss man hier einfach rechnen.

    
23. Juni: Tropische Depression "Feria"

  
Geknickte Bananenbäume

Extravagante Dinners der Präsidentin

Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten sind die Reisespesen der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo. Teofilo Guingona III beschuldigte die Präsidentin auf ihren Auslandreisen zwischen 2003 – 2007 rund 1,6 Milliarden Pesos (CHF 38 Mio) mehr als die bewilligten 1,1 Milliarden Pesos ausgegeben zu haben. Alleine im Jahr 2008 soll sich der Betrag auf 722 Millionen Pesos (ca. CHF 17 Mio) belaufen, dreimal mehr als erlaubt. Die Polemik wurde ausgelöst nachdem US-Zeitungen berichteten, dass die Präsidentin und ihre Gefolgschaft anlässlich ihres letzten US-Trips für ein Abendessen im „Le Cirque“ Restaurant in New-York 20'000 $ für ein Abendessen ausgab, nachdem sie zuvor schon im „Bobby Van’s Steakhouse“ in Washington DC eine Rechnung von 15'000 $ hatte. Viele Filipinos, die arg unter der Weltwirtschaftskrise leiden, sind von einem solch verschwenderischen Verhalten ihrer Präsidentin entsetzt. Der Regierungssprecher bestätigte die Zahlen, wies jedoch darauf hin, dass diese Mehrausgaben durch den Abschluss von neuen Investorenverträgen um ein Vielfaches wettgemacht wurden. Die Mehrausgaben seien auch damit begründet, dass die Präsidentin seit 2006 verschiedene Verhandlungen im Nahen Osten für die Freilassung von Auslandarbeiter (OFW’s) führte und bis zum heutige Tage mehr als siebenhundert Filipinos aus Gefängnissen befreit werden konnten. So seien im Mai 2006, auf Gesuch der Präsidentin hin, in Saudi-Arabien landesweit dreihundert, mehrheitlich Hausmädchen die ihrem Arbeitgeber weggelaufen waren, von König Abdullah aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Präsidentin habe auch beim Emir von Kuwait für die Freilassung von zwei zum Tode verurteilen OFW’s erfolgreich interveniert. Wie kann man daher sagen, dass die Kosten für Auslandreisen übertrieben seien?

Wenn es nach Fisch riecht!

    
Die Fischer haben einen Schwarm von "Bolinaw" gefangen und trocknen diese an der Sonne. Mann kann sie auch einsalzen und in Gläsern als Konserve aufgewahren.

  

    

Ausflug nach Bulalacao

  

    

    
Ein Genuss: frische kühle Kokosmilch

    
Badeplausch im Bulalacao River

Besuch aus Manila

Die Vorbereitungen für die jedes Jahr am 15. August stattfindende Fiesta, haben schon Monate vorher mit dem Entwerfen und dem Nähen der Kostüme für die Parade begonnen. Wer etwas auf sich hat, wird seinen Gästen zur Feier des Tages auch Fleisch, Schweinefleisch offerieren. So haben auch wir neue Ferkel im Schweinestall erhalten. Eine Woche vor der Fiesta findet auch noch das Schulfest statt. Die Schüler der Elementary school – Grundschule – üben seit Tagen schon fleissig ihre Tanzvorstellung. Wenn diese nur auch das 1 x 1 so fleissig lernen würden! Die Lehrer sind auch sehr fleissig, so fleissig, dass sie die Schüler am Montag und Dienstag nach Hause schicken. Der Mittwoch ist infolge der Beerdigung der früheren Staatspräsidentin „Cory“ Aquino ein nationaler Feiertag. Wer gedacht hätte, die Schüler würden am Donnerstag den Unterricht wieder aufnehmen, wurde eines anderen belehrt. Noch eine ganze Woche lang blieben die Schüler zu Hause! Und ohne jegliche Hausaufgaben, das versteht sich ja von selbst. Ist es daher verwunderlich wenn „unsere“ Tochter im letzten Schuljahr der Grundschule nicht einmal ausrechnen kann, wie viel wir im Sari-Sari an einem Beutel Snack gewinnen, wenn wir diesen für 4.25 Pesos ein- und für 5 Pesos verkaufen!
Obwohl die Fiesta für uns immer eine hektische Zeit bedeutet, freue ich mich jedes Mal darauf. Meistens besuchen uns die Brüder von Jennifer aus Manila. Wer in den Philippinen lebt, wird wohl den hiesigen Brauch mit den Besuchern schon kennen. Die Anreise bezahlen sie selber, für die Rückreise haben sie meistens kein Geld und Du musst sie ihnen berappen! Ich habe damit kein Problem. Wir haben ein gutes Verhältnis zusammen, sie schlagen sich in Manila selber recht brav durch ohne ständig um finanzielle Unterstützung zu betteln. Der Jüngste arbeitet in einer Privatschule im Unterhalt, einer ist Balut-Verkäufer (die berühmten Enteneier) und der Älteste ist Jeepney-Fahrer. Letzterer, das bisher „schwarze“ Schaf der Familie, hat uns dieses Jahr zum ersten Mal besucht. Seitdem er jedoch unter der Knute seiner korpulenten Freundin ist, soll er sich in ein zahmes Schäflein verwandelt haben. Was die Frauen doch für eine Macht haben!
Bei der diesjährigen Fiesta standen erneut zahlreiche Aktivitäten auf dem Programm, doch mit dem Sari-Sari und den vielen Besuchern und Gästen konnten wir lediglich die Parade mitverfolgen. Es ist bei der Fiesta so üblich, dass die Verwandten zum essen vorbeikommen. Es kommen manchmal Leute vorbei, die man gar nicht kennt. Während anderthalb Tagen haben zwei Frauen nicht anders getan als das Essen vorzubereiten und zu kochen. Auch im Sari-Sari ging es zeitweise wie in einem Bienenhaus zu und her. Gut fürs Geschäft. Alle vierzig Kisten „Red Horse“ – Bier – wurden verkauft.

    
Maydolong Town Fiesta 2009

  

  

    

  
Wie jedes Jahr war die farbenfrohe Parade der Höhepunkt der Fiesta

    
Fiesta heisst auch viele Besucher die zum Mittagessen kommen


Zudem ist es ein Familientreff

Ausflug zur Minasangay Insel in Balankayan

    
Gemeinsamer Ausflug zur Minasangay Insel

  
li Mangroven - re die Brücke zur Insel

    

    

    

    

Unser Garten

Wir waren dieses Jahr spät dran mit dem Garten. Im Juni besuchte uns die tropische Depression "Feria" die vor allem unsere Schlangenbohnen-Pantage vernichtete. So gibt es nicht all zuviel Positives zu berichten. Die Versuche mit amerikanischem Pflücksalat, Mais, Erdnüsse und Karotten waren aber erfreulich und werden nächstes Jahr fortgesetzt. Erstmals konnten wir auch Auberginen ernten, sogar Erdnüsse wachsen! Etwas enttäuschend blieb dagegen der Versuch mit den Zucchettis.

    
Karotten, amerikanischer Pflücksalat und Auberginen

  
Sogar Erdnüsse wachsern

Jährliche Ausreise

Wie schnell die Zeit vergeht! Seit meiner letzter Einreise sind schon wieder zehn Monate vergangen. Aufgrund der Einwanderungsbestimmungen bedeutet dies für mich, dass ich das Land vor Ablauf eines Jahres verlassen muss. Zum Glück sind Auslandflüge mit der Cebu Pacific nicht allzu teuer. Mein Ticket Manila – Bangkok einfach kostet mich gerade Mal 110 Schweizer Franken. Regelmässig gibt es auch Promos, so wurden kürzlich ab Clark (Angeles City) Flüge nach Bangkok für sage und schreibe unter 50 Franken angeboten!
Zwei Tage nach der Fiesta machen wir uns mit unseren Besuchern aus Manila, zusammen auf den Weg in die Hauptstadt. Die Besucher allerdings mit dem Bus. Sie werden dazu sechsunddreissig Stunden benötigen. Kostenpunkt für diese Busfahrt: 900 Pesos (CHF 21.-)Sonderpreis, nicht ganz die Hälfte unseres Flugtickets!
Die Reparatur des National Highway’s nach Tacloban ist noch immer im Gange. Weit fortgeschritten sind die Arbeiten nicht, obwohl man nun schon ein halbes Jahr daran arbeitet. Es ist mir absolut rätselhaft was die da „basteln“. Ein reines Flickwerk. Die meiste Zeit stehen die Baumaschinen unbenützt herum. Fehlt es an Geld oder an Material? Oder handelt es sich um taktische politische Verzögerungen? Oder ist es schlicht und einfach Unvermögen? Sicher ist, dass mit diesem Tempo die Strasse auf keinen Fall dieses Jahr fertig sein wird.

Die Ausstellung der Exit Clearance durch die Immigration in Manila (mit Abgabe der Fingerabdrücke beider Händen), Papier ohne welches eine Ausreise bei einem Aufenthalt von länger als sechs Monaten im Lande nicht möglich ist, klappt erneut reibungslos und ist am gleichen Tag erhältlich. Es ist allerdings ratsam die Ausreisebewilligung nicht am letzten Tage zu beantragen und sich vorher genauestens über die öffentlichen Feiertage zu erkundigen. Oftmals ist es nun schon vorgekommen, dass ein Feiertag während der Woche von der Präsidentin auf den Montag vorverschoben wurde oder dass kurzfristig ein neuer Feiertag, wie jener vom 21. August – Aquino Day – proklamiert wird. Wer dies nicht weiss hat Pech gehabt und steht vor geschlossenen Türen der Immigration.

„Basecamp“ – Werbung in eigener Sache

Zum 58. Male lande ich in Bangkok. Mit meiner Kritik über den neuen Flughafen Suvarnabhumi hatte ich wohl, wie eine Umfrage des Londoner Luftfahrtforschungsinstitut „Skytrax“ zeigt, nicht ganz unrecht gehabt. Bangkok figuriert weltweit lediglich an 41. Stelle.
Ich profitiere von meinem Aufenthalt in Thailand um endlich mein Buch zu drucken, das mich preismässig mehr als die Hälfte billiger als ein Druck in der Schweiz kommt. Mit „Basecamp“ verbleibe ich bei Geschichten die mich zu den höchsten Bergen der Welt geführt haben. Ein Buch von einem mittelmässigen Trekker für mittelmässige Trekker, das aber selbstverständlich auch von guten Trekkern gelesen werden darf.
Wer noch nie ein Buch geschrieben hat, kann sich vermutlich kaum vorstellen was es dazu braucht. Das Schwierigste und schier Aussichtsloseste, ist einen Verleger zu finden. Ein Buch ist für diese scheinbar nur interessant, wenn die Auflage in die Hunderttausend geht. Dazu muss man bekannt sein. Was mit unbekannten Autoren mit kleineren Auflagen? Im Sport gibt es Sportförderungshilfe, wie werden Autoren gefördert? Oft bleibt einem Autor gar keine andere Wahl als „sein“ Buch selber zu drucken. Doch so was kostet einiges an Geld. Viele Bücher von talentierten Autoren können dadurch gar nie publiziert werden. Dies ist Schade und es nicht verwunderlich, wenn es zunehmend weniger Leute mit innovativen Ideen und Idealismus gibt, die etwas tun ohne nur immer primär ans Geld zu denken. Ich mache in meiner journalistischen Tätigkeit im Bereich „Bergsteigen“ eine ähnliche Erfahrung. Damit seine Arbeit Annerkennung findet, muss man als Schweizer immer zuerst im Ausland erfolgreich sein. Weshalb nur? Ein Buch zu schreiben ist schon nicht einfach, es noch selber zu publizieren umso schwieriger. So was bedarf Mut. Dies haben zum Glück viele meiner Webseitenleser erkannt und mich spontan in diesem Projekt mit einer Vorbestellung unterstützt. Nur Dank dieser finanziellen Garantie habe ich mich schlussendlich entschieden, nach „CH-8000“ ein weiteres Buch zu publizieren. Ein spezieller Dank daher nochmals all jenen Leuten. Ein Buchprojekt abzuschliessen ist jedes Mal eine grosse Erlösung und eine kleine Genugtuung für die Zeiten der totalen Frustration. Als Herausgeber im Eigenverlag beginnen die Sorgen aber erst recht, denn ich muss es nun auch noch selber, ohne Hilfe, verkaufen können. Die 139 Vorbestellungen waren leider nicht genug um die Druck- Versand- und Zollkosten zu decken. Ich bin daher für jedes zusätzlich verkaufte Exemplar dankbar.


256 Seiten - Mehr Infos unter der Rubrik "Publikationen"

Oase der Ruhe

Gerade rechzeitig bevor der tropische Sturms „Ondoy“ – internationaler Name: Ketsana – über Manila fegte, bin ich zurück in Manila und „trocken“ zu Hause in der Provinz angekommen. Glück gehabt. Denn es waren dies die schwersten Überschwemmungen seit vierzig Jahren. Nach letzten Meldungen sind dabei 733 Menschen ums Leben gekommen. Grosse Teile der bevorstehenden Reisernte wurden zerstört. Am schlimmsten betroffen wurde die Stadt Marikina, wo der Flusspegel um neun Meter anstieg! Kaum war Ondoy vorüber, raste bereits ein neuer, noch stärkerer Sturm, „Pepeng“ – internationaler Name: Parma - auf die Philippinen zu. Auch dieser zog glücklicherweise nordwestlich an uns vorbei. Solche Unwetterkatastrophen bringen jeweils ein riesiges Unheil für die Bevölkerung und richten einen grossen finanziellen Schaden an. Die schrecklichen Bilder am Schweizer Fernsehen haben die Glückskette dazu bewogen eine Sammlung zu lancieren. Sechs Mio Spendengelder wurden zugesagt. Schön diese Solidarität der Schweizer für ein so armes Land. Danke. Wussten Sie, dass Henry Sy, Besitzer, der Warenhäuser SM, mit einem Vermögen von 3,8 Milliarden US Dollar der reichste Mann der Philippinen ist, dass mit Lucio Tan und Jaime Zobel de Ayala zwei weitere Filipinos in der Forbes-Millardärenliste figurieren und dass der 40. reichste Filipino noch immer mit einem Vermögen von 38 Mio Dollar zu Buche steht? Geld wäre also genügend vorhanden. Weshalb diese Sammelaktion ? Es kann nur gehofft werden, dass die Betroffenen Leuten von diesen Spenden irgendeinmal etwas "sehen" werden und das Geld nicht, wie bis anhin in den meisten Fällen, in die Taschen korrupter Beamter fliesst.
Doch den Taifunen nicht genug, nach dem Seebeben der Stärke 7,9 der einen Tsunami im Pazifik ausgelöst hat und mehrere Dörfer auf dem Inselstaat Samoa zerstört hat, soll es in unserem Nachbardorf Omawas eine Tsunami-Warnung gegeben haben. Die Leute seien Nachts evakuiert worden, hiess es. Näheres konnte ich leider nicht erfahren. Es kann sich jedoch nur um eine Falschmeldung oder ein Missverständnis gehandelt haben. Vielleicht hat jemand statt „Samoa“, „Samar“ verstanden!


"Ondoy" brachte die schlimmsten Überschwemmungen seit vierzig Jahren.


Karikatur aus einer philippinischen Tageszeitung
So geschah es bisher oft mit den Geldern des Disaster Fund - Katastrophenfonds

Viel hat sich während meiner Abwesenheit in Maydolong nicht geändert. Der Garten sieht etwas verwahrlost aus, dass im Kompost Plastiksäcke nichts zu suchen haben, scheinen meine Leute noch immer nicht kapiert zu haben, die Internetverbindung ist nach wie vor derart langsam, dass ich die doppelte Menge Bluthochdruckmedis einnehmen muss und schon am zweiten Tag gibt es den ersten Stromunterbruch. Die Kinder „plätteren“ weiterhin wie fauler Mist vor der Fernsehkiste, statt ihrer Mutter im Haushalt oder im Laden zu helfen, sprechen mit vollgestopftem Mund, essen mit den Händen ohne diese vorher mit Seife zu waschen, schlafen Nachts in ihren verschwitzen Kleidern und bei Licht, lassen alles wie die Hühner liegen und "vernuschen" immer alles! Eine Freude sind unsere beiden neuen niedlichen Ferkel. Mit der Rückkehr in die Provinz schätze ich die Ruhe des Landlebens, ohne welche ich um meine journalistische Tätigkeit nicht ausüben könnte. Mit meiner Rückkehr nach Samar hat auch mein Training für das nächste Trekking im Herbst 2010 begonnen. In der ersten Woche musste ich bereits 186 Mal zum Kleingeldwechseln die Treppe in den 1. Stock hochsteigen.

  
Aktuell! Taifun "Lupit" bedroht die Philippinen. Der Dritte Taifun in drei Wochen! Und die Saison der Taifune hat erst begonnen!
Das Bild rechts zeigt wie unberechenbar solche Taifune sind indem sie urplötzlich die Richtung wechseln.

Und zum Schluss

Die USA haben im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Rekorddefizit von 1417 Milliarden Dollar verzeichnet. Die Prognosen 2010 – 2019 für das Haushaltsdefizit der USA betragen ein Minus von 9000 Milliarden $! Wenn das nur gut geht!

  
Stimmungsbilder aus Maydolong





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©1999-2012 Text und Foto Willy Blaser, willyblaser@hotmail.com