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Kurze Freude
Die Freude TV5 Monde empfangen zu können war nur von kurzer Dauer. Als kleiner
Trost wurden dagegen wiederum die Sender ESPN und Stars Sports ins Programm
aufgenommen, so dass ich wenigstens wieder Fussball, Tennis und Formula-1 Rennen
anschauen kann.
Nachtrag zur Hühnergeschichte
Dass sich unsere beiden Leghühner schlussendlich als Hähne entpuppten war eine
herbe Enttäuschung. Dennoch sind wir zu Eier gekommen! Das „liebe“ Nachbarshuhn
hat sich nämlich unter dem Nipadach beim Eingang unseres Sari-Saris in einer
Kartonschachtel eingenistet und sieben Eier gelegt, ehe die Nachbarn „drauf“
kamen…

Das Nachbarshuhn
Feuer! Feuer!
Stromausfälle sind in letzter Zeit seltener geworden. Doch an diesem 11. Mai
gingen die Lichter nach dem Einnachten wieder einmal aus. Die Hoffnung, es würde
sich nur um einen kurzen Unterbruch handeln, erfüllte sich nicht. Wir mussten
die Nacht wieder einmal mehr ohne Air-Cond verbringen müssen. Gegen zwei Uhr
morgens werden wir durch Schreie aus dem Schlaf gerissen; „Sunoog, Sunoog! –
Feuer - Feuer!“ Es riecht stark nach Rauch. Im Nu sind wir auf und rennen zum
Fenster. Vorne beim Strand ist die Nacht hell erleuchtet. „Schnell raus!“ Doch
in der Dunkelheit Unterhose, Kleider und Schuhe zu finden ist gar nicht so
einfach. Es ist die „Dirty kitchen – Küche“ von Mama Basing’s Haus, die
lichterloh brennt. Ein Dutzend Nachbarn sind schon dabei das Feuer mit Wasser,
das aus dem daneben liegenden Meer geholt wurde, zu löschen. Ein starker Wind
macht die Löschung schwierig, denn immer wieder schiessen neue Feuerflammen in
die Höhe. Zum Glück besteht das Haus selber aus Hollowblocks und Zement. Die
Leute kommen mit einem kleinen Schrecken davon, doch bei diesen so eng
nebeneinander gebauten Nipa- und Holzhäuser könnte ein Feuer leicht zu einer
Katastrophe führen.

Verkohltes Holz der Küche
Ein Brand ist etwas fürchterliches. Die Häuser
hier sind so nahe aneinander gebaut, ein Feuer würde auch unser Haus in Gefahr
bringen. Die Manipulation mit Petrollampen und Kerzen ist so gefährlich, wie
schnell ist ein Missgeschick passiert. Am meisten Sorgen macht mir ein
Feuerausbruch durch Kurzschluss. Die elektrischen Kabel sind zum Teil so
unfachmännisch isoliert, es grenzt an ein Wunder, dass bis jetzt nichts passiert
ist. Jedes Mal wenn ich den Geruch von Rauch wahr nehme, schrecke ich auf und
renne zur Kontrolle durch das ganze Haus. Meistens kommt der Rauchgeruch von
Draussen oder von Gina’s „Dirty kitchen“ nebenan. Seit dem Brand von Mama
Pujan’s Küche mache ich mir noch mehr Sorgen. Was wäre gewesen wenn die
benachbarten Fischerleute jene Nacht auf See gewesen wären? Wer hätte das Feuer
gelöscht? Was wenn bei Ebbe das Wasser von weiter weg hätte geholt werden
müssen? Was wenn keine Wasserkübel vorhanden gewesen wären? Ist man für einen
Brandfall überhaupt organisiert? Weiss überhaupt jemand wie ein Feuer zu löschen
ist? Gibt es eine lokale Feuerwehr? Kein Nachbarn im Quartier konnte mir hierzu
eine Antwort geben. An so was „schlimmes“ denkt man gar nicht. So ist die
Denkweise hier. Entsetzt darüber, dass sich die Leute nicht mehr um ihre
Selbstsicherheit kümmern, bekam ich die lakonische Belehrung, dass dies die
Aufgabe der Barangay-Verantwortlichen sei. Meine spontane Idee war sofort
zwanzig Plastickübel zu kaufen und diese an einem zugänglichen Ort bereit zu
halten sowie in der Nachbarschaft zwei oder drei Wassertonnen oder Wasserkübel
mit Wasserspritzen aufstellen um bei einem Brandausbruch sofort mit dem Löschen
beginnen zu können. Bisher ist es jedoch bei der Idee geblieben.
Tropische Depression „Feria“
23. Juni, Dienstagmorgen, 06.30 Uhr: wunderschöner Sonnenschein. Mensch, wird
das heute wieder ein heisser Tag werden. Kurz nach sieben Uhr kommen die Kinder
von der Schule zurück. Grund: Sturmwarnung Signal 2! Ein Sturm bei diesem
Prachtswetter? Spinnen die? Eine Stunde später beginnt es zu Regnen und der Wind
wird immer stärker. Ein Taifun? So was hätte ich doch wissen müssen. Seit
Monaten informiere ich mich nun jeden Tag via Internet über die Sturmvorhersage.
Doch ausgerechnet gestern hatte ich keine Verbindung und war vermutlich damit
wohl wieder einmal der Einzige der von allem nichts wusste. Während zwei Stunden
warten wir geduldig auf das Ende des Sturmes. Der Regen peitscht dabei wiederum
so stark gegen die Fenster, dass Wasser eindringt. Der Wind ist nicht so stark
wie bei früheren Stürmen, einige Windböen sind jedoch stark genug um ein halbes
Dutzend Bananenstauden zu knicken. Dabei fallen einige ausgerechnet wieder auf
unsere Gartenplantage! Doch wir wollen nicht klagen, denn dieses Jahr sind wir
bisher von grösseren Stürmen verschont geblieben. Mit so was muss man hier
einfach rechnen.

23. Juni: Tropische Depression "Feria"

Geknickte Bananenbäume
Extravagante Dinners der Präsidentin
Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten sind die Reisespesen der philippinischen
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo. Teofilo Guingona III beschuldigte die
Präsidentin auf ihren Auslandreisen zwischen 2003 – 2007 rund 1,6 Milliarden
Pesos (CHF 38 Mio) mehr als die bewilligten 1,1 Milliarden Pesos ausgegeben zu
haben. Alleine im Jahr 2008 soll sich der Betrag auf 722 Millionen Pesos (ca.
CHF 17 Mio) belaufen, dreimal mehr als erlaubt. Die Polemik wurde ausgelöst
nachdem US-Zeitungen berichteten, dass die Präsidentin und ihre Gefolgschaft
anlässlich ihres letzten US-Trips für ein Abendessen im „Le Cirque“ Restaurant
in New-York 20'000 $ für ein Abendessen ausgab, nachdem sie zuvor schon im
„Bobby Van’s Steakhouse“ in Washington DC eine Rechnung von 15'000 $ hatte.
Viele Filipinos, die arg unter der Weltwirtschaftskrise leiden, sind von einem
solch verschwenderischen Verhalten ihrer Präsidentin entsetzt. Der
Regierungssprecher bestätigte die Zahlen, wies jedoch darauf hin, dass diese
Mehrausgaben durch den Abschluss von neuen Investorenverträgen um ein Vielfaches
wettgemacht wurden. Die Mehrausgaben seien auch damit begründet, dass die
Präsidentin seit 2006 verschiedene Verhandlungen im Nahen Osten für die
Freilassung von Auslandarbeiter (OFW’s) führte und bis zum heutige Tage mehr als
siebenhundert Filipinos aus Gefängnissen befreit werden konnten. So seien im Mai
2006, auf Gesuch der Präsidentin hin, in Saudi-Arabien landesweit dreihundert,
mehrheitlich Hausmädchen die ihrem Arbeitgeber weggelaufen waren, von König
Abdullah aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Präsidentin habe auch beim Emir
von Kuwait für die Freilassung von zwei zum Tode verurteilen OFW’s erfolgreich
interveniert. Wie kann man daher sagen, dass die Kosten für Auslandreisen
übertrieben seien?
Wenn es nach Fisch riecht!

Die Fischer haben einen Schwarm von "Bolinaw"
gefangen und trocknen diese an der Sonne. Mann kann sie auch einsalzen und in
Gläsern als Konserve aufgewahren.


Ausflug nach Bulalacao



Ein Genuss: frische kühle Kokosmilch

Badeplausch im Bulalacao River
Besuch aus Manila
Die Vorbereitungen für die jedes Jahr am 15. August stattfindende Fiesta, haben
schon Monate vorher mit dem Entwerfen und dem Nähen der Kostüme für die Parade
begonnen. Wer etwas auf sich hat, wird seinen Gästen zur Feier des Tages auch
Fleisch, Schweinefleisch offerieren. So haben auch wir neue Ferkel im
Schweinestall erhalten. Eine Woche vor der Fiesta findet auch noch das Schulfest
statt. Die Schüler der Elementary school – Grundschule – üben seit Tagen schon
fleissig ihre Tanzvorstellung. Wenn diese nur auch das 1 x 1 so fleissig lernen
würden! Die Lehrer sind auch sehr fleissig, so fleissig, dass sie die Schüler am
Montag und Dienstag nach Hause schicken. Der Mittwoch ist infolge der Beerdigung
der früheren Staatspräsidentin „Cory“ Aquino ein nationaler Feiertag. Wer gedacht
hätte, die Schüler würden am Donnerstag den Unterricht wieder aufnehmen, wurde
eines anderen belehrt. Noch eine ganze Woche lang blieben die Schüler zu Hause!
Und ohne jegliche Hausaufgaben, das versteht sich ja von selbst. Ist es daher
verwunderlich wenn „unsere“ Tochter im letzten Schuljahr der Grundschule nicht
einmal ausrechnen kann, wie viel wir im Sari-Sari an einem Beutel Snack
gewinnen, wenn wir diesen für 4.25 Pesos ein- und für 5 Pesos verkaufen!
Obwohl die Fiesta für uns immer eine hektische Zeit bedeutet, freue ich mich
jedes Mal darauf. Meistens besuchen uns die Brüder von Jennifer aus Manila. Wer
in den Philippinen lebt, wird wohl den hiesigen Brauch mit den Besuchern schon
kennen. Die Anreise bezahlen sie selber, für die Rückreise haben sie meistens
kein Geld und Du musst sie ihnen berappen! Ich habe damit kein Problem. Wir
haben ein gutes Verhältnis zusammen, sie schlagen sich in Manila selber recht
brav durch ohne ständig um finanzielle Unterstützung zu betteln. Der Jüngste
arbeitet in einer Privatschule im Unterhalt, einer ist Balut-Verkäufer (die
berühmten Enteneier) und der Älteste ist Jeepney-Fahrer. Letzterer, das bisher
„schwarze“ Schaf der Familie, hat uns dieses Jahr zum ersten Mal besucht.
Seitdem er jedoch unter der Knute seiner korpulenten Freundin ist, soll er sich
in ein zahmes Schäflein verwandelt haben. Was die Frauen doch für eine Macht
haben!
Bei der diesjährigen Fiesta standen erneut zahlreiche Aktivitäten auf dem
Programm, doch mit dem Sari-Sari und den vielen Besuchern und Gästen konnten wir
lediglich die Parade mitverfolgen. Es ist bei der Fiesta so üblich, dass die
Verwandten zum essen vorbeikommen. Es kommen manchmal Leute vorbei, die man gar
nicht kennt. Während anderthalb Tagen haben zwei Frauen nicht anders getan als
das Essen vorzubereiten und zu kochen. Auch im Sari-Sari ging es zeitweise wie
in einem Bienenhaus zu und her. Gut fürs Geschäft. Alle vierzig Kisten „Red
Horse“ – Bier – wurden verkauft.

Maydolong Town Fiesta 2009




Wie jedes Jahr war die farbenfrohe Parade der Höhepunkt der Fiesta

Fiesta heisst auch viele Besucher die zum Mittagessen kommen

Zudem ist es ein Familientreff
Ausflug zur Minasangay Insel in Balankayan

Gemeinsamer Ausflug zur Minasangay Insel

li Mangroven - re die Brücke zur Insel



Unser Garten
Wir waren dieses Jahr spät dran mit dem Garten.
Im Juni besuchte uns die tropische Depression "Feria" die vor allem unsere
Schlangenbohnen-Pantage vernichtete. So gibt es nicht all zuviel Positives zu
berichten. Die Versuche mit amerikanischem Pflücksalat, Mais, Erdnüsse und Karotten waren
aber erfreulich und werden nächstes Jahr fortgesetzt. Erstmals konnten wir auch Auberginen ernten, sogar Erdnüsse wachsen!
Etwas enttäuschend blieb dagegen der Versuch mit den Zucchettis.

Karotten, amerikanischer Pflücksalat und Auberginen

Sogar Erdnüsse wachsern
Jährliche Ausreise
Wie schnell die Zeit vergeht! Seit meiner letzter Einreise sind schon wieder
zehn Monate vergangen. Aufgrund der Einwanderungsbestimmungen bedeutet dies für
mich, dass ich das Land vor Ablauf eines Jahres verlassen muss. Zum Glück sind
Auslandflüge mit der Cebu Pacific nicht allzu teuer. Mein Ticket Manila –
Bangkok einfach kostet mich gerade Mal 110 Schweizer Franken. Regelmässig gibt
es auch Promos, so wurden kürzlich ab Clark (Angeles City) Flüge nach Bangkok
für sage und schreibe unter 50 Franken angeboten!
Zwei Tage nach der Fiesta machen wir uns mit unseren Besuchern aus Manila,
zusammen auf den Weg in die Hauptstadt. Die Besucher allerdings mit dem Bus. Sie
werden dazu sechsunddreissig Stunden benötigen. Kostenpunkt für diese Busfahrt:
900 Pesos (CHF 21.-)Sonderpreis, nicht ganz die Hälfte unseres Flugtickets!
Die Reparatur des National Highway’s nach Tacloban ist noch immer im Gange. Weit
fortgeschritten sind die Arbeiten nicht, obwohl man nun schon ein halbes Jahr
daran arbeitet. Es ist mir absolut rätselhaft was die da „basteln“. Ein reines
Flickwerk. Die meiste Zeit stehen die Baumaschinen unbenützt herum. Fehlt es an
Geld oder an Material? Oder handelt es sich um taktische politische
Verzögerungen? Oder ist es schlicht und einfach Unvermögen? Sicher ist, dass mit
diesem Tempo die Strasse auf keinen Fall dieses Jahr fertig sein wird.
Die Ausstellung der Exit Clearance durch die Immigration in Manila (mit Abgabe
der Fingerabdrücke beider Händen), Papier ohne welches eine Ausreise bei einem
Aufenthalt von länger als sechs Monaten im Lande nicht möglich ist, klappt
erneut reibungslos und ist am gleichen Tag erhältlich. Es ist allerdings ratsam
die Ausreisebewilligung nicht am letzten Tage zu beantragen und sich vorher
genauestens über die öffentlichen Feiertage zu erkundigen. Oftmals ist es nun
schon vorgekommen, dass ein Feiertag während der Woche von der Präsidentin auf
den Montag vorverschoben wurde oder dass kurzfristig ein neuer Feiertag, wie
jener vom 21. August – Aquino Day – proklamiert wird. Wer dies nicht weiss hat
Pech gehabt und steht vor geschlossenen Türen der Immigration.
„Basecamp“ – Werbung in eigener Sache
Zum 58. Male lande ich in Bangkok. Mit meiner Kritik über den neuen Flughafen
Suvarnabhumi hatte ich wohl, wie eine Umfrage des Londoner
Luftfahrtforschungsinstitut „Skytrax“ zeigt, nicht ganz unrecht gehabt. Bangkok
figuriert weltweit lediglich an 41. Stelle.
Ich profitiere von meinem Aufenthalt in Thailand um endlich mein Buch zu
drucken, das mich preismässig mehr als die Hälfte billiger als ein Druck in der
Schweiz kommt. Mit „Basecamp“ verbleibe ich bei Geschichten die mich zu den
höchsten Bergen der Welt geführt haben. Ein Buch von einem mittelmässigen
Trekker für mittelmässige Trekker, das aber selbstverständlich auch von guten
Trekkern gelesen werden darf.
Wer noch nie ein Buch geschrieben hat, kann sich vermutlich kaum vorstellen was
es dazu braucht. Das Schwierigste und schier Aussichtsloseste, ist einen
Verleger zu finden. Ein Buch ist für diese scheinbar nur interessant, wenn die Auflage in
die Hunderttausend geht. Dazu muss man bekannt sein. Was mit unbekannten Autoren
mit kleineren Auflagen? Im Sport gibt es Sportförderungshilfe, wie werden
Autoren gefördert? Oft bleibt einem Autor gar keine andere Wahl als „sein“ Buch
selber zu drucken. Doch so was kostet einiges an Geld. Viele Bücher von
talentierten Autoren können dadurch gar nie publiziert werden. Dies ist Schade
und es nicht verwunderlich, wenn es zunehmend weniger Leute mit innovativen
Ideen und Idealismus gibt, die etwas tun ohne nur immer primär ans Geld zu
denken. Ich mache in meiner journalistischen Tätigkeit im Bereich
„Bergsteigen“ eine ähnliche Erfahrung. Damit seine Arbeit Annerkennung findet,
muss man als Schweizer immer zuerst im Ausland erfolgreich sein. Weshalb nur?
Ein Buch zu schreiben ist schon nicht einfach, es noch selber zu publizieren
umso schwieriger. So was bedarf Mut. Dies haben zum Glück viele
meiner Webseitenleser erkannt und mich spontan in diesem Projekt mit einer Vorbestellung
unterstützt. Nur Dank dieser finanziellen Garantie habe ich mich schlussendlich
entschieden, nach „CH-8000“ ein weiteres Buch zu publizieren. Ein spezieller
Dank daher nochmals all jenen Leuten. Ein Buchprojekt abzuschliessen ist jedes
Mal eine grosse Erlösung und eine kleine Genugtuung für die Zeiten der totalen
Frustration. Als Herausgeber im Eigenverlag beginnen die Sorgen aber erst recht,
denn ich muss es nun auch noch selber, ohne Hilfe, verkaufen können. Die 139
Vorbestellungen waren leider nicht genug um die Druck- Versand- und Zollkosten
zu decken. Ich bin daher für jedes zusätzlich verkaufte Exemplar dankbar.

256 Seiten - Mehr Infos unter der Rubrik "Publikationen"
Oase der Ruhe
Gerade rechzeitig bevor der tropische Sturms „Ondoy“ – internationaler Name:
Ketsana – über Manila fegte, bin ich zurück in Manila und „trocken“ zu Hause in
der Provinz angekommen. Glück gehabt. Denn es waren dies die schwersten
Überschwemmungen seit vierzig Jahren. Nach letzten Meldungen sind dabei 733
Menschen ums Leben gekommen. Grosse Teile der bevorstehenden Reisernte wurden
zerstört. Am schlimmsten betroffen wurde die Stadt Marikina, wo der Flusspegel
um neun Meter anstieg! Kaum war Ondoy vorüber, raste bereits ein neuer, noch
stärkerer Sturm, „Pepeng“ – internationaler Name: Parma - auf die Philippinen
zu. Auch dieser zog glücklicherweise nordwestlich an uns vorbei. Solche
Unwetterkatastrophen bringen jeweils ein riesiges Unheil für die Bevölkerung und
richten einen grossen finanziellen Schaden an. Die schrecklichen Bilder am
Schweizer Fernsehen haben die Glückskette dazu bewogen eine Sammlung zu
lancieren. Sechs Mio Spendengelder wurden zugesagt. Schön diese Solidarität der
Schweizer für ein so armes Land. Danke. Wussten Sie, dass Henry Sy, Besitzer, der
Warenhäuser SM, mit einem Vermögen von 3,8 Milliarden US Dollar der reichste
Mann der Philippinen ist, dass mit Lucio Tan
und Jaime Zobel de Ayala zwei weitere Filipinos in der Forbes-Millardärenliste
figurieren und dass der 40. reichste Filipino noch immer mit einem
Vermögen von 38 Mio Dollar zu Buche steht? Geld wäre also genügend vorhanden.
Weshalb diese Sammelaktion ? Es kann nur gehofft werden, dass die Betroffenen
Leuten von diesen Spenden irgendeinmal
etwas "sehen" werden und das Geld nicht, wie bis anhin in den meisten Fällen, in die
Taschen korrupter Beamter fliesst.
Doch den Taifunen nicht genug, nach dem Seebeben der Stärke 7,9 der einen
Tsunami im Pazifik ausgelöst hat und mehrere Dörfer auf dem Inselstaat Samoa
zerstört hat, soll es in unserem Nachbardorf Omawas eine Tsunami-Warnung gegeben
haben. Die Leute seien Nachts evakuiert worden, hiess es. Näheres konnte ich
leider nicht erfahren. Es kann sich jedoch nur um eine Falschmeldung oder ein
Missverständnis gehandelt haben. Vielleicht hat jemand statt „Samoa“, „Samar“
verstanden!

"Ondoy" brachte die schlimmsten Überschwemmungen seit vierzig Jahren.

Karikatur aus einer philippinischen Tageszeitung
So geschah es bisher oft mit den Geldern des Disaster Fund - Katastrophenfonds
Viel hat sich während meiner Abwesenheit in Maydolong nicht geändert. Der Garten
sieht etwas verwahrlost aus, dass im Kompost Plastiksäcke nichts zu suchen
haben, scheinen meine Leute noch immer nicht kapiert zu haben, die
Internetverbindung ist nach wie vor derart langsam, dass ich die doppelte Menge
Bluthochdruckmedis einnehmen muss und schon am zweiten Tag gibt es den ersten
Stromunterbruch. Die Kinder „plätteren“ weiterhin wie fauler Mist vor der
Fernsehkiste, statt ihrer Mutter im Haushalt oder im Laden zu helfen, sprechen mit
vollgestopftem Mund, essen mit den Händen ohne diese vorher mit Seife zu waschen, schlafen Nachts in ihren verschwitzen Kleidern und bei Licht, lassen
alles wie die Hühner liegen und "vernuschen" immer alles! Eine Freude sind unsere beiden neuen niedlichen Ferkel.
Mit der Rückkehr in die Provinz schätze ich die Ruhe des Landlebens, ohne welche
ich um meine journalistische Tätigkeit nicht ausüben könnte.
Mit meiner Rückkehr nach Samar hat auch mein Training für das nächste
Trekking im Herbst 2010 begonnen. In der ersten Woche musste ich bereits 186 Mal
zum Kleingeldwechseln die Treppe in den 1. Stock hochsteigen.

Aktuell! Taifun "Lupit" bedroht die Philippinen. Der Dritte Taifun in drei Wochen! Und die Saison der Taifune hat erst begonnen!
Das Bild rechts zeigt wie unberechenbar solche Taifune sind indem sie urplötzlich die Richtung wechseln.
Und zum Schluss
Die USA haben im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Rekorddefizit von 1417
Milliarden Dollar verzeichnet. Die Prognosen 2010 – 2019 für das
Haushaltsdefizit der USA betragen ein Minus von 9000 Milliarden $! Wenn das nur
gut geht!

Stimmungsbilder aus Maydolong
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