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Basecamp - In eigener Sache
Es freut mich natürlich sehr, dass mein Buch „Basecamp“ bei den Lesern Anklang
findet – siehe die Leserreaktionen unter der Rubrik „Publikationen“. Danke auch
für die vielen Zahlungen die aufgerundet wurden! So was ist eine Aufmunterung für
weitere Buchprojekte, denn spannende Geschichten hätte ich noch viele zu
erzählen. Schon nur die
Rückreise mit den 2 CV-Citroen von Kenia in die Schweiz, meine Zugsreise von
Hong-Kong nach Basel SBB und die Reise auf dem Landweg von Argentinien nach
Kanada würden ein weiteres Buch füllen und meine Erfahrungen als
Auslandschweizer würden auch schon ein interessantes Kapitel geben.
Kulinarische Woche
Dass ich von dieser Welt schon Einiges gesehen habe, bezeugen meine Pässe: auch
der sechste Pass ist bereits wieder voll! Das Abholen auf der Schweizer
Botschaft in Manila kombinierte ich daher mit dem jährlichen Besuch des Sunset Garden’s in Angeles und dem Besuch von Pierre Vallon in Dagupan
(Provinz Pangasinan).
Ausgerechnet zwei Tage vor unserem Abflug erfolgte im Internet die Ankündigung
der tropischen Depression „Urduja“. Gemäss den Prognosen sollte diese einen Tag
vor unserem Abflug um 14.00 Uhr mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Km/Std
Tacloban (Flughafen) erreichen! Bei der Hinfahrt am Morgen regnet es wie aus
Kübeln. Die Strasse ist bei solchen Verhältnissen noch in einem pitoyableren
Zustand. Wie Recht hatte ich als ich prophezeite, dass diese bis Ende dieses
Jahres nicht fertig werde! Und ich wage gleich noch eine weitere Prophezeihung:
die Strasse wird auch im 2010 nicht fertig sein! In Tacloban angekommen herrscht
zur Überraschung das schönste Wetter. „Urduja“ hatte es sich plötzlich anders
überlegt und mit einer Kapriole nach Osten verzogen.
Während einer Woche gab’s für einmal keinen Reis. Im Sunset Garden
genoss ich wieder einmal die Käseschnitte sowie den Wurst- und Käsesalat und bei
Pierre wurden wir total verwöhnt. Es gab Filet Mignon mit Brandy flambiert an
einer Weisswein-Champignon-Rahmsauce mit gerösteten Speck-Zwiebel Bratkartoffeln
und am anderen Tag ein exzellentes Fondue! Der Aufenthalt in Angeles wurde
ebenfalls zu einer erfolgreichen Werbetour für mein Trekkingbuch: am Stammtisch
durfte ich gleich fünf neue Leser begrüssen.

Tropical Depression Urduja
Manila: Ein trügerisches Bild
Wie die meisten Grossstädte
dieser Welt ist auch Manila eine schreckliche Stadt und von der Provinz
herkommend vor allem auch ein sehr teures Pflaster. Das Geschäftsviertel Makati
sowie das Touristenviertel Ermita mit Tophotels und riesigen luxuriösen
Einkaufszentren sind mehr als ein trügerisches Bild über die wahren Verhältnisse
im Lande.

Manila Bay

Roxas Boulevard

Rizal Park mit Rizal Monument

SM Mall of Asia: das drittgrösste Einkaufszentrum weltweit. Täglich besuchen
etwa 200.000 Menschen die Mall of Asia, an Wochenenden sind es teilweise
zwischen einer halben und einer Million Besucher. Hauptattraktion ist die grosse
Eisbahn mit der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau.

Manila Ocean Park
Den neuen Schweizer Pass in der Tasche besuche ich einmal mehr den
Philatelieschalter in der Hauptpost um mir die neue Briefmarkenausgabe von
Boxweltmeister Pacquaio zu kaufen.
Manny Pacquiao, auch “Pacman” genant, ist der derzeit bekannteste und
erfolgreichste Sportler der Philippinen. Er ist der erste Boxer der sieben
Welttitel in sieben verschiedenen Gewichtsklassen errungen hat. Derzeit ist er
WBO Weltmeister im Weltergewicht. Bei seinem letzten Kampf am vergangenen 15.
November gegen den Puertoricaner Cotto erhielt er eine Börse von 13 Mio US
Dollar. Beim nächsten Titelkampf am 13. März 2010 kommt es zum Superkampf gegen
den noch ungeschlagenen Amerikaner Floyd Mayweather Jr. In ganz Philippinen wird
es an diesem Tag keinen Stromausfall geben!
Webseite: www.mannypacquiao.com

General Post Office

Briefmarkenausgabe "Pacquio"
One Hundred Islands
Ich habe bisher immer geglaubt wir lägen in Maydolong sehr abgelegen. Die
Philippinen sind ein grosses Land und 3 ½ stündige Busfahrten sind hier nichts
aussergewöhnliches. Auch nach Dagupan dauerte die Fahrt von Angeles rund drei
Stunden. Der Vorteil auf der Hauptinsel Luzon zu reisen, ist, ohne Fähre und
Flugzeug reisen zu können. Das Reisen mit dem Bus ist billig und recht
komfortabel. Das einzig schwierige ist manchmal, diese zum Teil debil dekadenten
Video Gewaltfilme zu überstehen.
Die Umgebung von Dagupan ist vor allem für seine Bangus- Milchfischteiche
bekannt. Der Milchfisch ist besonders für Wasserteiche geeignet, ist
widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, wächst bei geringen Nahrungsansprüchen
schnell und ist zudem von guter Fleischqualität. Die grosse touristische
Attraktion der Gegend bilden die „One Hundred Islands“ im Golf von Lyngayen.
Gegen das Ende des 2. Weltkrieges spielte der Golf mit der Landung der
Amerikaner eine wichtige strategische Rolle in der Befreiung der Philippinen.

Karte von Pangasinan (Reproduktion mit freundlicher Bewilligung von A-Z Map)

Besuch bei Pierre: Menü:Filet Mignon mit Brandy flambiert an einer Weisswein-Champignon-Rahmsauce mit gerösteten Speck-Zwiebel Bratkartoffeln

Tondaligan Beach bei Bonuan


Auf dem Weg zu den "One Hundred Islands"


Alaminos (Lingayen Bay) - One Hundred Islands

Bootstour zu den Inseln



Pic-nic auf "Vallon" Island ! (Fragt Pierre weshalb diese Insel so heisst?)

Children Island
Verpflichtungen
Wer ein Sari-Sari besitzt und zwei Kinder im
Alter von 12 und 14 hat, die eine Aufsicht rund um die Uhr bedürfen, kann leider
nicht allzu lange weg bleiben. Andererseits müssen die zu Hause auch lernen
etwas selbständiger zu werden, ansonsten sie es nie lernen werden. Nach nur zehn
Tagen Abwesenheit finden wir den Laden vernachlässigt. Die Ware ist nicht mehr
schön säuberlich in den Regalen ausgestellt, es herrscht Unordnung und ist
dreckig und die leeren Flaschen liegen überall herum. Vom Garten reden wir
besser gar nicht. Einfach ein „Laueribetrieb“.
Gewaltig gewachsen während unserer Abwesenheit sind die Schweine. Aus den
anfänglich so kleinen, armselig mager aussehenden Ferkeln, sind echte Säue,
schon fast Dynosaurier-Säue geworden an denen der Metzger in den nächsten Tagen
sicher grosses Interesse haben wird. Es sind aber anständige, liebe und dankbare
Tiere, Sie verrichten ihr Geschäft schön in der gleichen hinteren Ecke des
Stalles, ausser einem, das die schlechte Manier hat immer in den Wassertrog zu
„schiffen“.

Sagenhaft was man in Angeles so alles findet...

Flug nach Tacloban: Eincheckhalle am Flughafen NAIA 3 Manila
Beningo Aquino Jr. berichtete als 17jähriger
Journalist über den Korea Krieg. Mit 28 war er der jüngste Gouverneur des Landes
und mit 35 der jüngste Senator. Niemanden zweifelte daran, dass
er in den Wahlen
von 1973 als jüngsten Präsidenten gewählt werden würde. Durch die Ausrufung der
"Martial law"
wurde Aquino als Oppositionsliedader ins Gefängnis gesteckt. Nach
einem Herzinfarkt im März 1980 reiste mit seiner
Familie zur medizinischen Behandlung in die USA wo er vorerst blieb. Bei seiner Rückkehr aus dem
Exil am 21. August
1983 wurde er beim aussteigen des Flugzeuges erschossen. Aquino's Witwe, "Coray"
Aquino wurde später als Präsidentin gewählt
und gilt seither als Volksheldin. Sie verstarb am xxxxxx

"Ninoy" Aquino Büste im NAIA 3 Terminal

Anflug von Tacloban - Bild links: Red Beach von Palo (in der Mitte links erkennt man die Stelle des McArthur Memorials
Ein Massaker dass die Welt schockiert
Die Philippinen haben auch dieses Jahr wieder
durch die zahlreichen Unwetterkatastrophen für Schlagzeilen in der Weltpresse
gesorgt, das Ereignis von Maguindanao (Mindanao) hat jedoch nicht nur die
Philippinen sondern die ganze Welt schockiert. Sechzig Menschen brutal niedergeschlachtet! Und
dies nur weil es einem politisch herrschenden Familienclan nicht in den Kram
passte, dass sich ein politischer Gegner wagte sich als Kandidat zu den
nächstjährigen Gouverneurswahlen aufzustellen! Ein Vorzeichen von Gewalt für die
kommenden Präsidentschaftswahlen? Man erinnere sich an die Wahlen von 2004 die mit 153 Toten als
friedlich bezeichnet wurden! Wie ist es nur möglich, dass eine einzige Familie
soviel Macht über eine ganze Provinz ausüben kann, die Polizei und Militär
kontrolliert und sich unter Missachtung sämtlicher Gesetze als Herren über Leben
und Tod aufführen kann? Viele dieser Clans haben private Armeen und sind daher
so mächtig und unternehmen alles, um ihre Macht nicht zu verlieren. Das
muslimische Mindanao ist bekannt für seine jahrelange Geschichte über
Wahlbetrug. Oft wurden dort die nötigen Millionen Stimmen erhalten um das
Resultat der nationalen Wahlen umzuwerfen. Durch den sehr zögernden Beginn der
Untersuchung durch die Regierung, weiss heute jedes aufgeklärte Kind, dass
Präsidentin Arroyo mit dem Familienpatriarch eng befreundet ist und in den
vergangenen Wahlen von dessen Wahlbetrug massgeblich profitierte. Als
Gegenleistung erhielt die einflussreiche Familie, nebst vielen Gefälligkeiten
auch das Recht für die Rekrutierung von Wächtern und Schutzpersonal. Der
betreffende Gouverneur soll so eine legale fünfhundert Mann starke Armee
aufgebaut haben! Gleich schlimm wie das Massaker ist die Tatsache, dass
scheinbar sogar die PNP (Philippine National Police) die Tat deckte!
Solcher Machteinfluss herrscht jedoch nicht nur in Mindanao. Solange nur eine
Minderheit der Wähler wirtschaftlich unabhängig ist, werden die zu
einflussreichen Politiker ihre Stimmen immer leicht „kaufen“ können oder diese aus Angst
vor Repressalien von den Leuten erhalten. Unter solchen Voraussetzungen, die in den meisten
Ländern auf dieser Welt herrschen, kann es gar keine Demokratie nach westlichem
Vorbild geben. Ein Leser des „Phillippines Inquirer“ in der Ausgabe vom 3.
Dezember schreibt es treffend: „…Lass uns ferner beten, dass Filipinos
realisieren werden, dass die 2010 Wahlen Hunger, Armut und Korruption nicht
lösen werden. Nur eine echte Revolution kann dies!".
Inzwischen sind die Präsidentschaftskandidaten 2010 offiziell bekannt. Grosse Chancen
als nächster Präsident gewählt zu werden hat der Sohn der Familie Aquino. Im
Rennen ist ebenfalls wieder der 2001 verjagte und wegen Korruption angeklagte,
durch Präsidentin Arroyo begnadigte Ex-Präsident Joseph Estrada (72). Viele
geben ihm aufgrund seiner Vorgeschichte keine Chance, doch dieser ist nach wie
vor auf dem Lande sehr beliebt. Von den etwa 40 Mio Wahlberechtigten gehören
25-30 Mio zur untersten Schicht der sozialen Leiter und diese könnten ihn wieder
zum Gewinner machen.
Nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren kann die jetzige Präsidentin.
Sie wird als Congresswoman für Pampanga ins Rennen gehen um, wie sie sagt, ihrer
Provinz zu dienen. Viele politische Beobachter sehen diese Kandidatur jedoch als
cleveren taktischen Zug um sich Vorteile bei einem Konstitutionswechsel vom
präsidialen zum parlamentarischen System zu verschaffen. Ihre Verbündeten im
Kongress würden sie dann als Premierministerin wählen lassen.
Die Wahlkampagne für nationale Wahlen beginnt offiziell drei Monate, für lokale
Wahlen vier Monate vor dem 10 Mai 2010. Wetten, dass dies nicht eingehalten
wird?
Wetterpech
Dass bei uns im Gegensatz zu Zentralluzon
zwischen Dezember und März die Regenzeit herrscht, das weiss ich inzwischen.
Dass es aber gerade beim Besuch von Urs praktisch
ununterbrochen geregnet hat, sowas war nicht geplant. Sorry gäu ! Kaum
abgereist herrschte wieder schönstes Wetter. So ein Pech. Als kleiner Trost hast Du
dafür viel Spass in der Dorfkaraoke gehabt! Nochmals vielen Dank für den
Proviantnachschub den Du uns von Bretto aus Angeles mitgebracht hast.

Urs beim Besuch in Maydolong
Festtage in den Philippinen
Immer wieder fragen mich Leute, ob hier auch
Weihnachten gefeiert wird? Und wie, denn die Philippinen sind das einzige
christliche Land in Asien. Ich, der zuvor in der Schweiz immer von dieser
hektischen Weihnachts- und Neujahrszeit flüchtete, bin hier vom Regen in die
Traufe geraten. Das Weihnachtsgestürm beginnt hier in den grossen Warenhäusern
bereits anfangs Oktober. So richtig los geht es aber am 16. Dezember. Jeden Tag
morgens um 03.00 ist die Messe und am Abend singen die „Caroliner“. Es sind vor
allem Kinder die von Haus zu Haus ziehen um Weihnachtslieder zu singen, dessen
Parolen und Sinn sie vermutlich gar nicht verstehen. Auch dieses Jahr sind
wieder hunderte von Gruppen, kleine und grosse, originelle und langweilige vor
unserem Sari-Sari aufgetreten. Für die fleissigen Gruppen kommt in dieser Woche
ein recht grosser Batzen zusammen. Wir haben mit der Spende von einigen Kilos
Pesogeldstücke dazu beigetragen. Aber es ist ein schöner Brauch den wir voll
unterstützen.
Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmesse, alles gibt es hier
natürlich auch. Die Weihnachtsgeschenke für die Kinder sind gleich doof wie
anderswo auch und liegen nach zwei Tagen schon kaputt in einer Ecke, man hätte
das Geld auch direkt in den „Küderchübel“ werfen können.

Weihnachtsdekoration im SM von Angeles City
Die heilige, bedenkliche Zeit ist noch nicht
vorüber, da krachen bereits die ersten Böller und Petarden. Die letzten Tage vor
dem Neujahr sind sehr hektisch. Da sich viele Leute zum Jahresende etwas
Fleisch, Schweinefleisch gönnen, mussten unsere zwei „Säuli“ daran glauben. Es
ist auch Brauch am Neujahrstag einen Früchtekorb mit dreizehn verschiedenen
Früchten aufzustellen. Dies soll Glück im neuen Jahr bringen. Es muss sich aber,
so wurde mir erklärt, um runde Früchte handeln. Auch dies haben sich wohl wieder
cleverere Geschäftsmänner ausgedacht. Statt Bananen und andere billige lokale
Früchte dazu benützen zu können, müssen Äpfel, Birnen, Orangen, Trauben, ja
sogar Kiwi für fünfzig Pesos das Stück (das ist ein Drittel eines Tageslohn!)
importiert werden. Ein anderer Brauch soll sein, seine Schulden im alten Jahr zu
begleichen. Dieser wird allerdings weniger oder gar nicht befolgt, denn der
Ausstand in unserem Sari-Sari zum Abschluss des Geschäftsjahres beträgt nach wie
vor 5515 Pesos.

Ab 16. Dezember treten die "Caroliner"

Neujahrsbrauch: Korb mit dreizehn verschiedenen Früchten
Eine riesige Hektik herrscht an den
Feuerwerksständen. Das Neujahrsfest in den Philippinen, so was müssen sie mal
erlebt haben, vor allem in Manila. Da fliegen die Fetzen! (siehe auch im Kapitel
Mabuhay 1 „Wer feuert wird gefeuert“. Viele Filipinos glauben unter dem Einfluss
chinesischer Tradition, dass eine besonders laute Neujahrsfeier Unglück und
Böses vertreibt. Seit Jahren versucht man mit Aufklärungskampagnen die Zahl der
Verletzten zu reduzieren Vor einem Jahr wurden in der Silvesternacht 737
Menschen verletzt, eine Frau kam ums Leben. Das Ministerium für Gesundheit ist
für Sylvester jeweils auf das Schlimmste vorbereitet. Mehr als fünfzig
Krankenhäuser wurden speziell auf die Behandlung von Brandverletzungen
vorbereitet. Bereits am Morgen des 30. Dezember meldete das Department of Health
(DHO) 210 Verletzte, 58 % davon durch die gefährlichen „piccolo“ verursacht.
Piccolos sind billig und für Kinder leicht zugänglich. Die Philippine National
Police (PNP) hat ihren Einheiten befohlen, „Piccolos“ landesweit zu
beschlagnahmen um die Unfälle drastisch zu reduzieren. Leider haben die
Bemühungen nicht viel genützt. Die Unfallbilanz hat sich sogar verschlechtert.
Bis 06.00 Uhr des 4. Januars wurden 874 ernsthafte Verletzungen gemeldet, dies
sind 26% mehr als im Vorjahr. In 69 Fällen mussten Amputationen vorgenommen
werden und in 118 Fällen gab es Augenverletzungen. Die meisten Unfälle
ereigneten sich in Manila, weshalb die Gesundheitsbehörden für nächsten
Sylvester alle Feuerwerkskörper in Wohngebieten verbieten möchten. Leider nahmen
auch die Verletzungen durch „verirrte Kugeln“, die verbotenerweise von
Zivilisten aus Schusswaffen abgefeuert wurden, wieder zu. Erstmals gab es
dadurch sogar Tote. Ein Polizist steht unter Arrest, da er seine 9-mm Taurus
Schusswaffe zum Neujahrsbeginn abgefeuert hatte!



Und das sind sie diese "Piccolo", welche die Polizei beschlagnahmen sollte...!
Bilanz: 10 Jahre im Ausland
Wie schnell doch die Zeit vergeht! Seit zehn Jahren lebe ich nun schon in
Südostasien. Was habe ich für Erfahrungen gemacht? Würde ich den Entscheid
auszuwandern nochmals fassen? Etliche Kollegen haben mich seither um Rat
gebeten. Die Interessen und Ziele jeder Person sind jedoch dermassen
verschieden, dass es schwierig ist einen Rat zu geben. Ich bin seither
verschiedenen Auswanderern begegnet, Interessante wie weniger Interessante Leute. Besserwisser und "Grossschnuri" die glauben mit einem Bündel Banknoten
in der Hemdstasche die Welt erobern zu können, diese werden früher oder später
von Einheimnischen oder eigenen Landsleuten übers Ohr gehauen. Wer im Ausland
Erfolg haben will, muss auch hier hart arbeiten. Wenn ich mir erlaube einen Rat
zu geben, dann jener an Leute mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten
wie ich:
egal für was, Investitionen sind am Besten immer gleich abzuschreiben.
Viele Leute haben vom Auswandern (ausserhalb der EU) auch eine völlig falsche
Vorstellung. Auswandern ist nicht gleich wie drei Wochen in die Ferien zu gehen.
Mit dem Auswandern entfällt der Genuss des sozialen Sicherheitsnetzes, zB keine
Krankenkasse mehr, zum Glück gibt es wenigstens die Möglichkeit sich der
freiwilligen AHV anzuschliessen. In vielen Ländern hat der Ausländer absolut
keine Rechte und kann nichts auf seinen eigenen Namen erwerben.
In den Tropen ist es heiss und die Mädchen kontaktfreudig. Wer da keine
Selbstdisziplin hat, wird schnell mit fliegender Fahne „untergehen“. Oft ist man
im Ausland aber auch alleine und muss sich zu beschäftigen wissen. Ich habe
enorm viel Zeit zur Verfügung. Würde ich soviel Geld wie Zeit haben, wäre ich
Milliardär. Doch gerade diese Zeit gibt mir die für meine tägliche
journalistische Arbeit nötige Inspiration.
Nach zehn Jahren Erfahrung im Ausland, würde ich, trotz der finanziellen
Einbusse und der gekürzten AHV-Rente (auch keine PK-Rente), ohne zu zögern nochmals
gleich entscheiden. Die Wahl nach Osten und nicht in den Westen auszuwandern hat
sich
zudem für mich sehr vorteilhaft erwiesen. Da wir hier zeitlich sechs Stunden (im Winter
sieben) auf die Schweiz im voraus sind, habe ich immer genügend Zeitreserve um meine
Arbeiten ohne Stress erledigen zu können. Doch wer denkt beim Auswandern schon an so
was!
Einige meiner Kollegen und Bekannten in meinem Alter sind leider in den letzten
Jahren unerwartet früh gestorben oder wurde krank. Auch diese hatten sicher noch viele Pläne
für die Nach-AHV-Zeit. Meine Devise ist daher seine Träume zu verwirklichen
solange man noch gesund und fit seid!
Gemäss Organisation für Auslandschweizer lebten Ende 2008 676’176 Schweizer im
Ausland (angemeldete), davon 62% in Europa, 25% in beiden Amerikas, 6% in Asien,
4% in Ozeanien und 3% in Afrika
Zum neuen Jahr
Schlechter hätte das Jahr wettermässig nicht beginnen können. Ab der allerersten
Minute regnet es und dies während sechzig Stunden! Mit dem Nordostmonsun der
jedes Jahr um diese Jahreszeit kalte Luft von Sibirien bringt, sinkt das
Thermometer auf 21 Grad Celsius! Das geplante „Cervelatbrätle“ am Neujahrstag
muss abgesagt werden. Nach dem „black christmas“ bricht am 2. Januar das Globe
Signal (Telefonsignal) zusammen. Während sechsundzwanzig Stunden sind wir von
der Aussenwelt abgeschnitten, bis die Internetverbindung klappt vergehen
nochmals weitere acht Stunden! Welch ein Jahresbeginn! Zumindest sportlich hat
das Jahr für mich gut angefangen und bin, wie Roger Federer, in der ersten
Partie Tischtennis ungeschlagen geblieben.
Am 4. Januar gehts für 22 Millionen „students“ wieder in die Schule.
Langsam wird es für die Schüler des Grade 6 (letztes Jahr elementary school)
ernst, vor allem für „unsere“ Tochter die Gefahr läuft das letzte Schuljahr nochmals wiederholen zu müssen!
Der starke Regen beeinträchtigt nicht nur die Bauarbeiten am Haus, auch die
Fischer klagen darüber.
Durch die magere Ausbeute steigt der lokale Preis der Fische dermassen,
dass die Fischverkäuferinnen die Fische billiger auf dem Markt in Borongan einkaufen. Das
dafür notwenige Kapital von fünftausend Pesos haben wir ihnen entlehnt, als Zins
mussten sie uns für jedes verkaufte Kilo fünf Pesos abgeben. So haben wir
"schnell" an einem Tag 180 Pesos (4 Fränkli – einen Tageslohn) verdient ohne etwas
zu machen. So was nennt man Business.

4. Januar: Schulbeginn für 22 Mio
Ein Tief über den Philippinen
Zum zweiten Mal in Maydolong durften wir den
Martin mit einem halben Kilo Greyerzer und Salami begrüssen. Wie verhext, ändert
sich das Wetter erneut zum Schlechten. Halb Philippinen wird von einem riesigen
Tief heimgesucht. Als kleiner Trost gegenüber dem Wetter in der Schweiz, schneit
es hier wenigstens nicht bis auf 900 m herunter! Sehr gerne hätten wir die
Teilsonnenfinsternis um 16.54 Uhr erlebt, leider gab es eine totale
Sonnenfinsternis! Doch trotz Regen kann man einiges unternehmen, so der
Fischfang mit kleinen Körbchen. Zuerst werden Muscheltiere eingesammelt, dann
zerschlagen und als Lockfutter in die Körbchen gelegt. Diese sind mit einer
schmalen Öffnung versehen die als Falle gilt. Sind die kleinen Fische wirklich
so blöd um sich so fangen zu lassen? Die Körbe werden an einem idealen Ort, am
besten unter einen Stein gelegt. Mit einem Stück Styropor wird die Stelle
markiert. Nach zehn Minuten wird nachgeschaut und
tatsächlich sind zwei naive schöne, buntfarbige „Aquariumfische“ in die Falle
gegangen.

Halb Philippinen sind von einem Tief getroffen - Statt Ausflüge - Eile mit Weile


Zuerst werden Muscheltiere gesucht...

...dann zermahlen und als Lockfutter in die Körbchen plaziert und an einem idealen Ort ins Meer gelegt

Tatsächlich haben sich kleine Fische im Körbchen verfangen!

Bauarbeiten abgeschlossen
Nach 3 1/2 monatigen Arbeiten geht der Ausbau langsam zu Ende. Jetzt gilt es
noch den Garten zu gestalten, Bermudarasen und Blumen zu pflanzen. Denn zu einem
schönen Haus gehört auch eine schöne gepflegte Anlage. Wie es aussehen wird
zeige ich Euch im nächsten Bericht oder kommt doch selber vorbei!

Das Bauteam: vlnr Epeng, Jorie, Cio, Helio

Wie es hinter dem Eingangstor aussieht zeige ich im nächsten Bericht!
Und zum Schluss

Unser Wachhund: Junglenotbite

Zwei Champions!
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