Maopai
Home
Mabuhay Eine Woche ohne Reis (MP 14 / 27.01.2010)

Basecamp - In eigener Sache

Es freut mich natürlich sehr, dass mein Buch „Basecamp“ bei den Lesern Anklang findet – siehe die Leserreaktionen unter der Rubrik „Publikationen“. Danke auch für die vielen Zahlungen die aufgerundet wurden! So was ist eine Aufmunterung für weitere Buchprojekte, denn spannende Geschichten hätte ich noch viele zu erzählen. Schon nur die Rückreise mit den 2 CV-Citroen von Kenia in die Schweiz, meine Zugsreise von Hong-Kong nach Basel SBB und die Reise auf dem Landweg von Argentinien nach Kanada würden ein weiteres Buch füllen und meine Erfahrungen als Auslandschweizer würden auch schon ein interessantes Kapitel geben.

Kulinarische Woche

Dass ich von dieser Welt schon Einiges gesehen habe, bezeugen meine Pässe: auch der sechste Pass ist bereits wieder voll! Das Abholen auf der Schweizer Botschaft in Manila kombinierte ich daher mit dem jährlichen Besuch des Sunset Garden’s in Angeles und dem Besuch von Pierre Vallon in Dagupan (Provinz Pangasinan).
Ausgerechnet zwei Tage vor unserem Abflug erfolgte im Internet die Ankündigung der tropischen Depression „Urduja“. Gemäss den Prognosen sollte diese einen Tag vor unserem Abflug um 14.00 Uhr mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Km/Std Tacloban (Flughafen) erreichen! Bei der Hinfahrt am Morgen regnet es wie aus Kübeln. Die Strasse ist bei solchen Verhältnissen noch in einem pitoyableren Zustand. Wie Recht hatte ich als ich prophezeite, dass diese bis Ende dieses Jahres nicht fertig werde! Und ich wage gleich noch eine weitere Prophezeihung: die Strasse wird auch im 2010 nicht fertig sein! In Tacloban angekommen herrscht zur Überraschung das schönste Wetter. „Urduja“ hatte es sich plötzlich anders überlegt und mit einer Kapriole nach Osten verzogen.
Während einer Woche gab’s für einmal keinen Reis. Im Sunset Garden genoss ich wieder einmal die Käseschnitte sowie den Wurst- und Käsesalat und bei Pierre wurden wir total verwöhnt. Es gab Filet Mignon mit Brandy flambiert an einer Weisswein-Champignon-Rahmsauce mit gerösteten Speck-Zwiebel Bratkartoffeln und am anderen Tag ein exzellentes Fondue! Der Aufenthalt in Angeles wurde ebenfalls zu einer erfolgreichen Werbetour für mein Trekkingbuch: am Stammtisch durfte ich gleich fünf neue Leser begrüssen.

  
Tropical Depression Urduja

Manila: Ein trügerisches Bild

Wie die meisten Grossstädte dieser Welt ist auch Manila eine schreckliche Stadt und von der Provinz herkommend vor allem auch ein sehr teures Pflaster. Das Geschäftsviertel Makati sowie das Touristenviertel Ermita mit Tophotels und riesigen luxuriösen Einkaufszentren sind mehr als ein trügerisches Bild über die wahren Verhältnisse im Lande.

    
Manila Bay


Roxas Boulevard

    
Rizal Park mit Rizal Monument

    
SM Mall of Asia: das drittgrösste Einkaufszentrum weltweit. Täglich besuchen etwa 200.000 Menschen die Mall of Asia, an Wochenenden sind es teilweise zwischen einer halben und einer Million Besucher. Hauptattraktion ist die grosse Eisbahn mit der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau.

    
Manila Ocean Park

Den neuen Schweizer Pass in der Tasche besuche ich einmal mehr den Philatelieschalter in der Hauptpost um mir die neue Briefmarkenausgabe von Boxweltmeister Pacquaio zu kaufen. Manny Pacquiao, auch “Pacman” genant, ist der derzeit bekannteste und erfolgreichste Sportler der Philippinen. Er ist der erste Boxer der sieben Welttitel in sieben verschiedenen Gewichtsklassen errungen hat. Derzeit ist er WBO Weltmeister im Weltergewicht. Bei seinem letzten Kampf am vergangenen 15. November gegen den Puertoricaner Cotto erhielt er eine Börse von 13 Mio US Dollar. Beim nächsten Titelkampf am 13. März 2010 kommt es zum Superkampf gegen den noch ungeschlagenen Amerikaner Floyd Mayweather Jr. In ganz Philippinen wird es an diesem Tag keinen Stromausfall geben!
Webseite: www.mannypacquiao.com


General Post Office


Briefmarkenausgabe "Pacquio"

One Hundred Islands

Ich habe bisher immer geglaubt wir lägen in Maydolong sehr abgelegen. Die Philippinen sind ein grosses Land und 3 ½ stündige Busfahrten sind hier nichts aussergewöhnliches. Auch nach Dagupan dauerte die Fahrt von Angeles rund drei Stunden. Der Vorteil auf der Hauptinsel Luzon zu reisen, ist, ohne Fähre und Flugzeug reisen zu können. Das Reisen mit dem Bus ist billig und recht komfortabel. Das einzig schwierige ist manchmal, diese zum Teil debil dekadenten Video Gewaltfilme zu überstehen.
Die Umgebung von Dagupan ist vor allem für seine Bangus- Milchfischteiche bekannt. Der Milchfisch ist besonders für Wasserteiche geeignet, ist widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, wächst bei geringen Nahrungsansprüchen schnell und ist zudem von guter Fleischqualität. Die grosse touristische Attraktion der Gegend bilden die „One Hundred Islands“ im Golf von Lyngayen. Gegen das Ende des 2. Weltkrieges spielte der Golf mit der Landung der Amerikaner eine wichtige strategische Rolle in der Befreiung der Philippinen.


Karte von Pangasinan (Reproduktion mit freundlicher Bewilligung von A-Z Map)

    
Besuch bei Pierre: Menü:Filet Mignon mit Brandy flambiert an einer Weisswein-Champignon-Rahmsauce mit gerösteten Speck-Zwiebel Bratkartoffeln

    
Tondaligan Beach bei Bonuan

  

    
Auf dem Weg zu den "One Hundred Islands"

    
Alaminos (Lingayen Bay) - One Hundred Islands

    
Bootstour zu den Inseln

    

  

    
Pic-nic auf "Vallon" Island ! (Fragt Pierre weshalb diese Insel so heisst?)

  
Children Island

Verpflichtungen

Wer ein Sari-Sari besitzt und zwei Kinder im Alter von 12 und 14 hat, die eine Aufsicht rund um die Uhr bedürfen, kann leider nicht allzu lange weg bleiben. Andererseits müssen die zu Hause auch lernen etwas selbständiger zu werden, ansonsten sie es nie lernen werden. Nach nur zehn Tagen Abwesenheit finden wir den Laden vernachlässigt. Die Ware ist nicht mehr schön säuberlich in den Regalen ausgestellt, es herrscht Unordnung und ist dreckig und die leeren Flaschen liegen überall herum. Vom Garten reden wir besser gar nicht. Einfach ein „Laueribetrieb“.
Gewaltig gewachsen während unserer Abwesenheit sind die Schweine. Aus den anfänglich so kleinen, armselig mager aussehenden Ferkeln, sind echte Säue, schon fast Dynosaurier-Säue geworden an denen der Metzger in den nächsten Tagen sicher grosses Interesse haben wird. Es sind aber anständige, liebe und dankbare Tiere, Sie verrichten ihr Geschäft schön in der gleichen hinteren Ecke des Stalles, ausser einem, das die schlechte Manier hat immer in den Wassertrog zu „schiffen“.


Sagenhaft was man in Angeles so alles findet...

  
Flug nach Tacloban: Eincheckhalle am Flughafen NAIA 3 Manila

Beningo Aquino Jr. berichtete als 17jähriger Journalist über den Korea Krieg. Mit 28 war er der jüngste Gouverneur des Landes und mit 35 der jüngste Senator. Niemanden zweifelte daran, dass er in den Wahlen von 1973  als jüngsten Präsidenten gewählt werden würde. Durch die Ausrufung der "Martial law" wurde Aquino als Oppositionsliedader ins Gefängnis gesteckt. Nach einem Herzinfarkt im März 1980 reiste mit seiner Familie zur medizinischen Behandlung in die USA wo er vorerst blieb. Bei seiner Rückkehr aus dem Exil am 21. August 1983 wurde er beim aussteigen des Flugzeuges erschossen.  Aquino's Witwe, "Coray" Aquino wurde später als Präsidentin gewählt und gilt seither als Volksheldin. Sie verstarb am xxxxxx

  
"Ninoy" Aquino Büste im NAIA 3 Terminal

  
Anflug von Tacloban - Bild links: Red Beach von Palo (in der Mitte links erkennt man die Stelle des McArthur Memorials

Ein Massaker dass die Welt schockiert

Die Philippinen haben auch dieses Jahr wieder durch die zahlreichen Unwetterkatastrophen für Schlagzeilen in der Weltpresse gesorgt, das Ereignis von Maguindanao (Mindanao) hat jedoch nicht nur die Philippinen sondern die ganze Welt schockiert. Sechzig Menschen brutal niedergeschlachtet! Und dies nur weil es einem politisch herrschenden Familienclan nicht in den Kram passte, dass sich ein politischer Gegner wagte sich als Kandidat zu den nächstjährigen Gouverneurswahlen aufzustellen! Ein Vorzeichen von Gewalt für die kommenden Präsidentschaftswahlen? Man erinnere sich an die Wahlen von 2004 die mit 153 Toten als friedlich bezeichnet wurden! Wie ist es nur möglich, dass eine einzige Familie soviel Macht über eine ganze Provinz ausüben kann, die Polizei und Militär kontrolliert und sich unter Missachtung sämtlicher Gesetze als Herren über Leben und Tod aufführen kann? Viele dieser Clans haben private Armeen und sind daher so mächtig und unternehmen alles, um ihre Macht nicht zu verlieren. Das muslimische Mindanao ist bekannt für seine jahrelange Geschichte über Wahlbetrug. Oft wurden dort die nötigen Millionen Stimmen erhalten um das Resultat der nationalen Wahlen umzuwerfen. Durch den sehr zögernden Beginn der Untersuchung durch die Regierung, weiss heute jedes aufgeklärte Kind, dass Präsidentin Arroyo mit dem Familienpatriarch eng befreundet ist und in den vergangenen Wahlen von dessen Wahlbetrug massgeblich profitierte. Als Gegenleistung erhielt die einflussreiche Familie, nebst vielen Gefälligkeiten auch das Recht für die Rekrutierung von Wächtern und Schutzpersonal. Der betreffende Gouverneur soll so eine legale fünfhundert Mann starke Armee aufgebaut haben! Gleich schlimm wie das Massaker ist die Tatsache, dass scheinbar sogar die PNP (Philippine National Police) die Tat deckte!
Solcher Machteinfluss herrscht jedoch nicht nur in Mindanao. Solange nur eine Minderheit der Wähler wirtschaftlich unabhängig ist, werden die zu einflussreichen Politiker ihre Stimmen immer leicht „kaufen“ können oder diese aus Angst vor Repressalien von den Leuten erhalten. Unter solchen Voraussetzungen, die in den meisten Ländern auf dieser Welt herrschen, kann es gar keine Demokratie nach westlichem Vorbild geben. Ein Leser des „Phillippines Inquirer“ in der Ausgabe vom 3. Dezember schreibt es treffend: „…Lass uns ferner beten, dass Filipinos realisieren werden, dass die 2010 Wahlen Hunger, Armut und Korruption nicht lösen werden. Nur eine echte Revolution kann dies!".

Inzwischen sind die Präsidentschaftskandidaten 2010 offiziell bekannt. Grosse Chancen als nächster Präsident gewählt zu werden hat der Sohn der Familie Aquino. Im Rennen ist ebenfalls wieder der 2001 verjagte und wegen Korruption angeklagte, durch Präsidentin Arroyo begnadigte Ex-Präsident Joseph Estrada (72). Viele geben ihm aufgrund seiner Vorgeschichte keine Chance, doch dieser ist nach wie vor auf dem Lande sehr beliebt. Von den etwa 40 Mio Wahlberechtigten gehören 25-30 Mio zur untersten Schicht der sozialen Leiter und diese könnten ihn wieder zum Gewinner machen.
Nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren kann die jetzige Präsidentin. Sie wird als Congresswoman für Pampanga ins Rennen gehen um, wie sie sagt, ihrer Provinz zu dienen. Viele politische Beobachter sehen diese Kandidatur jedoch als cleveren taktischen Zug um sich Vorteile bei einem Konstitutionswechsel vom präsidialen zum parlamentarischen System zu verschaffen. Ihre Verbündeten im Kongress würden sie dann als Premierministerin wählen lassen.
Die Wahlkampagne für nationale Wahlen beginnt offiziell drei Monate, für lokale Wahlen vier Monate vor dem 10 Mai 2010. Wetten, dass dies nicht eingehalten wird?

Wetterpech

Dass bei uns im Gegensatz zu Zentralluzon zwischen Dezember und März die Regenzeit herrscht, das weiss ich inzwischen. Dass es aber gerade beim Besuch von Urs praktisch ununterbrochen geregnet hat, sowas war nicht geplant. Sorry gäu ! Kaum abgereist herrschte wieder schönstes Wetter. So ein Pech. Als kleiner Trost hast Du dafür viel Spass in der Dorfkaraoke gehabt! Nochmals vielen Dank für den Proviantnachschub den Du uns von Bretto aus Angeles mitgebracht hast.

  
Urs beim Besuch in Maydolong

Festtage in den Philippinen

Immer wieder fragen mich Leute, ob hier auch Weihnachten gefeiert wird? Und wie, denn die Philippinen sind das einzige christliche Land in Asien. Ich, der zuvor in der Schweiz immer von dieser hektischen Weihnachts- und Neujahrszeit flüchtete, bin hier vom Regen in die Traufe geraten. Das Weihnachtsgestürm beginnt hier in den grossen Warenhäusern bereits anfangs Oktober. So richtig los geht es aber am 16. Dezember. Jeden Tag morgens um 03.00 ist die Messe und am Abend singen die „Caroliner“. Es sind vor allem Kinder die von Haus zu Haus ziehen um Weihnachtslieder zu singen, dessen Parolen und Sinn sie vermutlich gar nicht verstehen. Auch dieses Jahr sind wieder hunderte von Gruppen, kleine und grosse, originelle und langweilige vor unserem Sari-Sari aufgetreten. Für die fleissigen Gruppen kommt in dieser Woche ein recht grosser Batzen zusammen. Wir haben mit der Spende von einigen Kilos Pesogeldstücke dazu beigetragen. Aber es ist ein schöner Brauch den wir voll unterstützen.
Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmesse, alles gibt es hier natürlich auch. Die Weihnachtsgeschenke für die Kinder sind gleich doof wie anderswo auch und liegen nach zwei Tagen schon kaputt in einer Ecke, man hätte das Geld auch direkt in den „Küderchübel“ werfen können.

    
Weihnachtsdekoration im SM von Angeles City

Die heilige, bedenkliche Zeit ist noch nicht vorüber, da krachen bereits die ersten Böller und Petarden. Die letzten Tage vor dem Neujahr sind sehr hektisch. Da sich viele Leute zum Jahresende etwas Fleisch, Schweinefleisch gönnen, mussten unsere zwei „Säuli“ daran glauben. Es ist auch Brauch am Neujahrstag einen Früchtekorb mit dreizehn verschiedenen Früchten aufzustellen. Dies soll Glück im neuen Jahr bringen. Es muss sich aber, so wurde mir erklärt, um runde Früchte handeln. Auch dies haben sich wohl wieder cleverere Geschäftsmänner ausgedacht. Statt Bananen und andere billige lokale Früchte dazu benützen zu können, müssen Äpfel, Birnen, Orangen, Trauben, ja sogar Kiwi für fünfzig Pesos das Stück (das ist ein Drittel eines Tageslohn!) importiert werden. Ein anderer Brauch soll sein, seine Schulden im alten Jahr zu begleichen. Dieser wird allerdings weniger oder gar nicht befolgt, denn der Ausstand in unserem Sari-Sari zum Abschluss des Geschäftsjahres beträgt nach wie vor 5515 Pesos.

  
Ab 16. Dezember treten die "Caroliner"

    
Neujahrsbrauch: Korb mit dreizehn verschiedenen Früchten

Eine riesige Hektik herrscht an den Feuerwerksständen. Das Neujahrsfest in den Philippinen, so was müssen sie mal erlebt haben, vor allem in Manila. Da fliegen die Fetzen! (siehe auch im Kapitel Mabuhay 1 „Wer feuert wird gefeuert“. Viele Filipinos glauben unter dem Einfluss chinesischer Tradition, dass eine besonders laute Neujahrsfeier Unglück und Böses vertreibt. Seit Jahren versucht man mit Aufklärungskampagnen die Zahl der Verletzten zu reduzieren Vor einem Jahr wurden in der Silvesternacht 737 Menschen verletzt, eine Frau kam ums Leben. Das Ministerium für Gesundheit ist für Sylvester jeweils auf das Schlimmste vorbereitet. Mehr als fünfzig Krankenhäuser wurden speziell auf die Behandlung von Brandverletzungen vorbereitet. Bereits am Morgen des 30. Dezember meldete das Department of Health (DHO) 210 Verletzte, 58 % davon durch die gefährlichen „piccolo“ verursacht. Piccolos sind billig und für Kinder leicht zugänglich. Die Philippine National Police (PNP) hat ihren Einheiten befohlen, „Piccolos“ landesweit zu beschlagnahmen um die Unfälle drastisch zu reduzieren. Leider haben die Bemühungen nicht viel genützt. Die Unfallbilanz hat sich sogar verschlechtert. Bis 06.00 Uhr des 4. Januars wurden 874 ernsthafte Verletzungen gemeldet, dies sind 26% mehr als im Vorjahr. In 69 Fällen mussten Amputationen vorgenommen werden und in 118 Fällen gab es Augenverletzungen. Die meisten Unfälle ereigneten sich in Manila, weshalb die Gesundheitsbehörden für nächsten Sylvester alle Feuerwerkskörper in Wohngebieten verbieten möchten. Leider nahmen auch die Verletzungen durch „verirrte Kugeln“, die verbotenerweise von Zivilisten aus Schusswaffen abgefeuert wurden, wieder zu. Erstmals gab es dadurch sogar Tote. Ein Polizist steht unter Arrest, da er seine 9-mm Taurus Schusswaffe zum Neujahrsbeginn abgefeuert hatte!

    

    

  
Und das sind sie diese "Piccolo", welche die Polizei beschlagnahmen sollte...!

Bilanz: 10 Jahre im Ausland

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Seit zehn Jahren lebe ich nun schon in Südostasien. Was habe ich für Erfahrungen gemacht? Würde ich den Entscheid auszuwandern nochmals fassen? Etliche Kollegen haben mich seither um Rat gebeten. Die Interessen und Ziele jeder Person sind jedoch dermassen verschieden, dass es schwierig ist einen Rat zu geben. Ich bin seither verschiedenen Auswanderern begegnet, Interessante wie weniger Interessante Leute. Besserwisser und "Grossschnuri" die glauben mit einem Bündel Banknoten in der Hemdstasche die Welt erobern zu können, diese werden früher oder später von Einheimnischen oder eigenen Landsleuten übers Ohr gehauen. Wer im Ausland Erfolg haben will, muss auch hier hart arbeiten. Wenn ich mir erlaube einen Rat zu geben, dann jener an Leute mit beschränkten finanziellen Möglichkeiten wie ich: egal für was, Investitionen sind am Besten immer gleich abzuschreiben.  
Viele Leute haben vom Auswandern (ausserhalb der EU) auch eine völlig falsche Vorstellung. Auswandern ist nicht gleich wie drei Wochen in die Ferien zu gehen. Mit dem Auswandern entfällt der Genuss des sozialen Sicherheitsnetzes, zB keine Krankenkasse mehr, zum Glück gibt es wenigstens die Möglichkeit sich der freiwilligen AHV anzuschliessen. In vielen Ländern hat der Ausländer absolut keine Rechte und kann nichts auf seinen eigenen Namen erwerben. In den Tropen ist es heiss und die Mädchen kontaktfreudig. Wer da keine Selbstdisziplin hat, wird schnell mit fliegender Fahne „untergehen“. Oft ist man im Ausland aber auch alleine und muss sich zu beschäftigen wissen. Ich habe enorm viel Zeit zur Verfügung. Würde ich soviel Geld wie Zeit haben, wäre ich Milliardär. Doch gerade diese Zeit gibt mir die für meine tägliche journalistische Arbeit nötige Inspiration.
Nach zehn Jahren Erfahrung im Ausland, würde ich, trotz der finanziellen Einbusse und der gekürzten AHV-Rente (auch keine PK-Rente), ohne zu zögern nochmals gleich entscheiden. Die Wahl nach Osten und nicht in den Westen auszuwandern hat sich zudem für mich sehr vorteilhaft erwiesen. Da wir hier zeitlich sechs Stunden (im Winter sieben) auf die Schweiz im voraus sind, habe ich immer genügend Zeitreserve um meine Arbeiten ohne Stress erledigen zu können. Doch wer denkt beim Auswandern schon an so was!
Einige meiner Kollegen und Bekannten in meinem Alter sind leider in den letzten Jahren unerwartet früh gestorben oder wurde krank. Auch diese hatten sicher noch viele Pläne für die Nach-AHV-Zeit. Meine Devise ist daher seine Träume zu verwirklichen solange man noch gesund und fit seid!

Gemäss Organisation für Auslandschweizer lebten Ende 2008 676’176 Schweizer im Ausland (angemeldete), davon 62% in Europa, 25% in beiden Amerikas, 6% in Asien, 4% in Ozeanien und 3% in Afrika

Zum neuen Jahr

Schlechter hätte das Jahr wettermässig nicht beginnen können. Ab der allerersten Minute regnet es und dies während sechzig Stunden! Mit dem Nordostmonsun der jedes Jahr um diese Jahreszeit kalte Luft von Sibirien bringt, sinkt das Thermometer auf 21 Grad Celsius! Das geplante „Cervelatbrätle“ am Neujahrstag muss abgesagt werden. Nach dem „black christmas“ bricht am 2. Januar das Globe Signal (Telefonsignal) zusammen. Während sechsundzwanzig Stunden sind wir von der Aussenwelt abgeschnitten, bis die Internetverbindung klappt vergehen nochmals weitere acht Stunden! Welch ein Jahresbeginn! Zumindest sportlich hat das Jahr für mich gut angefangen und bin, wie Roger Federer, in der ersten Partie Tischtennis ungeschlagen geblieben.
Am 4. Januar gehts für 22 Millionen „students“ wieder in die Schule. Langsam wird es für die Schüler des Grade 6 (letztes Jahr elementary school) ernst, vor allem für „unsere“ Tochter die Gefahr läuft das letzte Schuljahr nochmals wiederholen zu müssen!
Der starke Regen beeinträchtigt nicht nur die Bauarbeiten am Haus, auch die Fischer klagen darüber. Durch die magere Ausbeute steigt der lokale Preis der Fische dermassen, dass die Fischverkäuferinnen die Fische billiger auf dem Markt in Borongan einkaufen. Das dafür notwenige Kapital von fünftausend Pesos haben wir ihnen entlehnt, als Zins mussten sie uns für jedes verkaufte Kilo fünf Pesos abgeben. So haben wir "schnell" an einem Tag 180 Pesos (4 Fränkli – einen Tageslohn) verdient ohne etwas zu machen. So was nennt man Business.


4. Januar: Schulbeginn für 22 Mio

Ein Tief über den Philippinen

Zum zweiten Mal in Maydolong durften wir den Martin mit einem halben Kilo Greyerzer und Salami begrüssen. Wie verhext, ändert sich das Wetter erneut zum Schlechten. Halb Philippinen wird von einem riesigen Tief heimgesucht. Als kleiner Trost gegenüber dem Wetter in der Schweiz, schneit es hier wenigstens nicht bis auf 900 m herunter! Sehr gerne hätten wir die Teilsonnenfinsternis um 16.54 Uhr erlebt, leider gab es eine totale Sonnenfinsternis! Doch trotz Regen kann man einiges unternehmen, so der Fischfang mit kleinen Körbchen. Zuerst werden Muscheltiere eingesammelt, dann zerschlagen und als Lockfutter in die Körbchen gelegt. Diese sind mit einer schmalen Öffnung versehen die als Falle gilt. Sind die kleinen Fische wirklich so blöd um sich so fangen zu lassen? Die Körbe werden an einem idealen Ort, am besten unter einen Stein gelegt. Mit einem Stück Styropor wird die Stelle markiert. Nach zehn Minuten wird nachgeschaut und tatsächlich sind zwei naive schöne, buntfarbige „Aquariumfische“ in die Falle gegangen.

  
Halb Philippinen sind von einem Tief getroffen - Statt Ausflüge - Eile mit Weile

    

    
Zuerst werden Muscheltiere gesucht...

    
...dann zermahlen und als Lockfutter in die Körbchen plaziert und an einem idealen Ort ins Meer gelegt

    
Tatsächlich haben sich kleine Fische im Körbchen verfangen!

Bauarbeiten abgeschlossen

Nach 3 1/2 monatigen Arbeiten geht der Ausbau langsam zu Ende. Jetzt gilt es noch den Garten zu gestalten, Bermudarasen und Blumen zu pflanzen. Denn zu einem schönen Haus gehört auch eine schöne gepflegte Anlage. Wie es aussehen wird zeige ich Euch im nächsten Bericht oder kommt doch selber vorbei!


Das Bauteam: vlnr Epeng, Jorie, Cio, Helio

    
Wie es hinter dem Eingangstor aussieht zeige ich im nächsten Bericht!

Und zum Schluss

  
Unser Wachhund: Junglenotbite


Zwei Champions!




Hier gehts zum Ausdrucken dieses Berichtes als PDF im A4-Format


top Neue Destinationen top

©1999-2012 Text und Foto Willy Blaser, willyblaser@hotmail.com