Page 2 - Solo Khumbu - Wiedersehen nach 33 Jahren
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Leichtes Tea House Trekking


Nach dem Missgeschick des K 2 Trekkings (Pakistan) diesen Sommer möchte ich das Jahr 2012
doch noch mit einem Erfolgserlebnis abschliessen. Da alle Kollegen bereits anderweitig
disponiert haben, lässt sich so kurzfristig niemand als Begleiter finden. So stehe ich einmal
mehr alleine da. Ich entscheide mich daher für ein nicht allzu schweres Tea-House Trekking.
Dasjenige zum Everest BC ist gerade ideal für mich. Das Trekking steht lange auf der Kippe. Die
chronischen Beschwerden oberhalb meines rechten Fussgelenkes halten nun schon mehreren

Monaten an. Die Konsultation bei Dr.med. Olivier in Pattaya ergibt, dass ich unter einer
Muskelentzündung leide. Bereits nach der Einnahme der ersten Tablette, bin ich wie durch ein
Wunder schmerzfrei! Damit kann ich endlich die lange hinausgezögerte Buchung des Fluges
nach Kathmandu vornehmen.


Erster Fehlversuch


Vier Tage nach meiner Ankunft in Kathmandu stehe ich am 4. Oktober um 07.00 Uhr schon
wieder am Flughafen, diesmal am Domestic Airport. Es geht nach Lukla, dem Eingangstor zum
Everest-Gebiet. Ich komme jedoch nicht weit. Die Passagiere nach Lukla werden gar nicht ins
Gebäude hineingelassen! Grund: alle Flüge sind wegen des schlechten Wetters in Lukla
eingestellt. So heisst es warten. Gegen Mittag scheinen die Chancen heute noch fliegen zu

können auf den Nullpunkt gesunken. Noch weiter warten? Ich habe die Nase voll und
entscheide meine Zeit hier nicht länger zu vertrödeln. Ich schulterte den Rucksack und fahre
nach Thamel zurück. Für die Umbuchung des Fluges auf morgen wird meine Trekking-Agentur
besorgt sein. Um 19 Uhr wird mir dann auch bestätigt, dass der neue Flug auf 07.00 Uhr
angesetzt ist. In der Zwischenzeit war ich im Internet und habe mit Besorgnis von der
Wettervorhersage für Lukla Kenntnis genommen. Regen, ja sogar Schnee sind für die nächsten
Tagen angesagt. Ich bin fest davon überzeugt, dass bei solch misslichem Wetter auch morgen
keine Flüge stattfinden werden. So was passierte letztes Jahr Ende Oktober, als 2500 Trekker
in Lukla während Tagen blockiert waren. Nochmals vergebens einen Tag in diesem Chaos

verbringen? Nein, danke. ich beschliesse nicht zu fliegen. Sollte der Flug dennoch stattfinden,
würde ich allerdings meine 140 Dollars für das Ticket verlieren.


Um 07.15 Uhr klingelt mein Händy. Kami, Manager meiner Trekkingagentur, ist am Draht:
„Hey Willy, wo bist Du? Sie haben Deinen Namen schon dreimal ausgerufen!“. Ich war noch im
Bett. Es musste aber wohl so sein, denn nachträglich bin ich gottenfroh so entschieden zu
haben. Mit meinem ursprünglichen Plan, alleine, ohne Träger loszuziehen, wäre ich mit dem
15 Kilo schweren Rucksack wohl nicht sehr weit gekommen.


Auf Rat von Kami beschliesse ich es nochmals zu versuchen, diesmal jedoch mit einem
Guide/Porter. Dieser wird mir ab Lukla zur Verfügung stehen. Da zu dieser Zeit in Nepal




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