Page 1 - Trekking zum Kangchenzunga
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Trekking zum Kangchenzunga – 2. Versuch

Wer hätte das gedacht? Ein Jahr nach dem missglückten Trekking zur Nordseite des
Kangchenzungas bin ich wieder in Suketar! Und diesmal erreiche ich sogar den Yalung
Gletscher auf der Südseite des Berges.


Es war ein sehr anspruchsvolles, mein bisher schwierigstes Trekking. Dass ich mein Ziel
erreicht habe ist verschiedenen Personen zu verdanken. Zu allererst meinem Trekkingfreund,
Fritz Rupp. Wir waren schon zum Annapurna BC zusammen unterwegs. Ohne seine Zusage
wäre ich zu diesem Unternehmen gar nie gestartet.
Dank ebenfalls an Ang Kami Sherpa der das Trekking organisiert hat und natürlich der ganzen
Mannschaft, ohne welche ich dieses einmalige Erlebnis nie hätte erleben können.


Obwohl ich einige Male an die Grenze meine Leistungsfähigkeit kam, hat sich das Risiko einmal
mehr gelohnt. Beide Basecamps, Yalung und Pangpema, zu erreichen wäre zu schön gewesen.
Doch den „Fünfer und das Weggli“ kann man bekanntlich nicht haben.

Als Himalaja-Chronist bedeutete mir dieses Trekking etwas ganz Besonderes. Es war eine
Pilgerung auf den Spuren früherer Schweizer Bergsteiger-Pioniere, deren damalige Leistungen
mich seit Jahren faszinieren. Ich bin umsomehr glücklich, dass mir die Götter des

Kangchenzunga gut gesinnt waren. Ohne ihren Schutz wäre ich wohl am zweiten Trekkingtag
von einem Blitz getroffen worden...

Trekking mit Nachwirkungen
Februar 2011: im nachhinein hat mir das Trekking vom letzten Herbst doch mehr Probleme
verursacht als zuerst angenommen, vor allem in moralischer Hinsicht. Welch einmalige Chance

habe ich da vergeben! Wäre ich zu Zweit gewesen, hätte ich bestimmt nicht aufgegeben. Dies
ärgert mich nach wie vor sehr. Als älterer mittelmässiger Trekker muss ich aber vermutlich
einfach einsehen, zukünftig leichtere Touren zu planen. Noch immer von der Idee besessen
eine Erinnerungstafel für den 1905 am Kangchenzunga verunglückten Schweizer Bergsteiger
(siehe CH-Himalaja – Der Koffer von Alexis A. Pache) anzubringen, beschloss ich es noch einmal
zu versuchen. Als Fritz im Sommer Interesse an meinem Projekt zeigt und sogar zusagt, ist die
Euphorie gross.

Vorbereitung

Das Konditionstraining in den Philippinen wird oft durch Erkältungen unterbrochen. Ende
August reise ich aus um das Training in Pattaya (Thailand) zu steigern. Die drei Wochen vor
meinem Abflug nach Kathmandu gehen aber voll „in die Hosen“. Ich fühle mich so schlapp und
kraftlos, an ein Trekking war so gar nicht zu denken. Ich konsultiere Dr. med. Olivier, ein Genfer




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