Page 18 - Willy Blaser - Mabuhay
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Hatte ich im Frühling für die Strecke von Lete nach Tatopani zwei Etappen benötigt (es ging ja
aufwärts), wollten wir das Gleiche in einem Tag bewältigen. Dies war offenbar ein wenig
zuviel. Bis Ghasa geht alles gut, der nachfolgende berüchtigte Aufstieg resp. Abstieg geht dann
aber schön "in die Knie". Einmal mehr schwöre ich, nie wieder ein Trekking zu machen! Mit
der fortgeschrittenen Tageszeit wird es auch unheimlich heiss. Beim Wasserfall in Kabre
schalten wir eine längere Pause ein, umso mühsamer ist das Weitermarschieren. Hätte ich
nicht mit Jean-Pierre Desjacques, einem ehemaligen Arbeitskollegen, in Tatopani abgemacht,
hätten wir wohl in Dana übernachtet, so müssen wir aber weiter. Als meine Schwester auf
einer Tafel liest, dass es bis Tatopani noch 1 ½ Std geht, trifft sie fast der Schlag. Ausgerechnet
jetzt verspüre ich nun auch noch Blasen an beiden Füssen. Hatte ich "Löli" nicht am Morgen
neue Socken angezogen...! Der Weg wird unheimlich mühsam. Durch die Müdigkeit und den
zunehmenden Muskelkater werden wir immer langsamer. Und dieses blöde Tatopani will und
will einfach nicht näher kommen. Nach zehn Stunden treffen wir schlussendlich, nicht gerade
in heroischer Manier, am Ziel ein.
Tatopani
Bild links: Treffen mit Jean-Pierre - Bild rechts: Nilgiri South

